03.12.2014
Aktion Herberge

Wohnungen für Flüchtlinge gesucht

Herberge - Krippe, Foto Jo Geschke

„Denn in der Herberge war kein Platz für sie.“ So wird im Lukas-Evangelium beschrieben, warum Jesus in einem armseligen Stall auf die Welt kam. In Düsseldorf sind rund 1900 Flüchtlinge in Unterkünften, die zum Teil nur als kurze Übergangslösung gelten können, davon 450 in Hotels untergebracht. Die Diakonie, die franziskanische Initiative „vision : teilen“, fiftyfifty Straßenmagazin, Flüchtlingsinitiative STAY!, und Flüchtlingsrat Düsseldorf starteten jetzt die „Aktion Herberge“, um Wohnungen für die Flüchtlinge zu beschaffen. Zudem beklagen Flüchtlinge jetzt in einen offenen Brief an OB Geisel die unhaltbaren Zustände in einer Derendorfer Unterkunft.

In einem Brief einer von der „Aktion Herberge“ unabhängigen  Initiative von Flüchtlingen an der Lacombletstraße, der vor der morgigen Ratssitzung an OB Geisel übergeben werden soll, heißt es: „Abgesehen davon, dass die Unterkunft als ehemalige Schule für die Unterbringung von Menschen nicht geeignet ist, sind Gänge, Küchen und andere gemeinschaftliche Bereiche stark vermüllt, Ratten streunen über den Schulhof. Insbesondere in den sanitären Anlagen herrschen unzumutbare Bedingungen. Die Toiletten und Duschen sind absolut verschmutzt, teilweise befinden sie sich in alten Containern. Zusätzlich ist ein Großteil der Duschen defekt. Das Reinigungspersonal ist mit seinen Aufgaben hoffnungslos überfordert.“  Und weiter :“Ein zusätzliches Problem besteht im mangelhaften Betreuungsangebot. Direkte Ansprechpartner stehen kaum zu Verfügung, das zuständige Personal ist auch in diesem Bereich überlastet. … Als Flüchtlinge fühlen wir uns mit unseren Problemen allein gelassen.“ Und : „Durch die momentan angebotenen Deutschkurse werden individueller Kenntnisstand und Muttersprache kaum berücksichtigt. Gleichzeitig findet der Unterricht zu selten statt. Dadurch wird uns sowohl der Umgang mit den Behörden, als auch die Integration in die Gesellschaft erschwert.….“

Es ist eben nicht nur eine Willkommens-Kultur nötig, sondern eine – wie der Paritätische Wohlfahrtsverband formulierte – eine Kultur der Teilhabe an der Gesellschaft, wenn Integration gelingen soll.

Da es in Düsseldorf wegen der Politik der vergangenen Jahre an bezahlbaren Wohnungen fehlt, wird die Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen für die Verwaltung  immer schwieriger.

Die Initiative zur Aktion Herberge will nun erreichen, dass Privatleute, Kirchengemeinden, Wohngemeinschaften und Wohnungsbaugesellschaften Menschen in Not aufnehmen und sie so unterstützen. „Wir brauchen eine neue Willkommenskultur, in der Flüchtlinge nicht als Belastung, sondern als Bereicherung der Gesellschaft wahrgenommen werden“, so die Initiative.

Die Aktion Herberge wird die Wohnung besichtigen und bei Eignung der Stadtverwaltung vorschlagen.

Wer Wohnungen zu einem günstigen Preis anbieten könnte,  kann sich bei der Aktion melden bei fiftyfifty , Telefon  0211  921 62 84.