17.06.2016
Fernwärme Modellquartier Bilk – Förderung durch Stadt

Fernwärme für den Klimaschutz im Modelquartier Bilk soll gefördert werden

Kein schädlicher Rauch mehr aus Fernwärme / Foto Jo Achim Geschke

Die Stadt Düsseldorf plant, bis zum Jahre 2050 klimaneutral zu werden. Auf dem Wege dorthin kommen dem neuen hocheffizienten Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk "Fortuna" im Düsseldorfer Hafen und dem Ausbau der Fernwärmeversorgung im intelligenten Wärmenetz überragende Bedeutung zu. Im Rahmen des Förderprogramms "Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf" unterstützt die Landeshauptstadt in ausgewiesenen Fernwärme-Vorranggebieten den Anschluss an das Düsseldorfer Fernwärmenetz mit 2.000 bis 2.500 Euro pro Anschluss. Im Zuge des Modellquartiers "Düsseldorf-Bilk" soll bei einem positiven Beschluss in der Ratssitzung am Donnerstag, 7. Juli, eine zusätzliche Förderung gewährt werden.

Eingegrenzt ist ein Quartier zwischen Bachstraße, Burghofstraße, Kopernikusstraße, Südring, Merowinger- sowie Suitbertus- und Binterimstraße. In diesem Bereich liegen Häuser mehrerer Wohnungsgesellschaften sowie öffentliche städtische Gebäude. Der erste Bauabschnitt soll von der Karolingerstraße über Suitbertus- zur Merkur- und Neptunstraße sowie über Suitbertusstraße Richtung Merowinger Straße verlaufen.

Für eine Anschlussleistung bis 25 Kilowatt ist ein Förderbetrag von 3.500 Euro vorgesehen. Für eine Anschlussleistung zwischen 25 und 50 Kilowatt würde der Zuschuss 3.250 Euro und bei über 50 Kilowatt Anschlussleistung 3.000 Euro betragen. Liegt der Hausanschluss mehr als 10 Meter von der Versorgungsleitung entfernt, wird sich die Förderung um bis zu 1.000 Euro erhöhen. Eine Kopplung mit anderen Förderprogrammen des Bundes oder des Landes ist möglich.

"Wegen der besonderen strategischen Bedeutung der Fernwärme für die Landeshauptstadt Düsseldorf und für die Stadtwerke Düsseldorf haben wir vereinbart, im 'Modellquartier Bilk' herauszufinden, welche Informations- und Beratungsangebote und welche Förderung den weiteren Ausbau der klimafreundlichen Fernwärme besonders begünstigen. Wir wollen damit dem bereits erfolgreich verlaufenden Fernwärmeausbau einen zusätzlichen Schub verleihen", betonte Umweltdezernentin Helga Stulgies.

"Nur mit einem Fernwärmenetz in Verbindung mit dem im Bau befindlichen Fernwärmespeicher kann der Übergang auf eine CO2-neutrale Zukunft in Düsseldorf gelingen. Die Einbindung von Wärme aus Erneuerbaren Energien oder die Nutzung von Abwärme-Potentialen der Industrie kann nur auf diesem Wege zum Nutzen des Gesamtsystems erfolgen", führt Umweltamtsleiter Stefan Ferber aus.

Im Januar 2016 haben die Stadtwerke Düsseldorf das effizienteste und leistungsfähigste Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) der Welt auf der Lausward in Betrieb genommen (NDOZ.de berichtete). Im neuen Block "Fortuna" wird das eingesetzte Erdgas bei gleichzeitiger Strom- und Wärmeproduktion bis zu 85 Prozent ausgenutzt. Die Fernwärmeversorgung indes nutzt heißes Wasser zwischen 70 und 130 Grad/Celsius, das im Rahmen des Verbrennungsprozesses im GuD ausgekoppelt wird. Dieses heiße Wasser wird über Rohre zum Kunden transportiert. Dort dient es der Heizung von Wohn- oder Nutzräumen und der Bereitstellung von heißem Wasser zum Duschen und Spülen. Ein Anschluss an das Fernwärmenetz trägt zur Verbesserung der Luftqualität und zum Klimaschutz bei und eröffnet die Möglichkeit, den Wohnkomfort zu verbessern.

Im Zusammenspiel mit der Düsseldorfer Fernwärme führt Block Fortuna bereits im ersten Betriebsjahr zu einer Reduktion von 600.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Dies entspricht dem CO2-Ausstoß von rund 265.000 Kraftfahrzeugen mit einer durchschnittlichen Kilometerleistung von 15.000 Kilometern pro Jahr. Zum Vergleich: Der CO2-Ausstoß für gesamt Düsseldorf liegt derzeit jährlich bei 4,8 Millionen Tonnen. Gleichzeitig liegen die Feinstaubemissionen der GuD-Anlage nahe Null. In den an die Fernwärmeversorgung angeschlossenen Häusern der Stadt wird sogar gar kein Feinstaub freigesetzt. Auch die Stickoxidbelastung Düsseldorfs nimmt wegen der sauberen Primärenergie Erdgas im Kraftwerk ab.

Auch Manfred Abrahams, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Düsseldorf, sieht den Fernwärmeausbau auf einem guten Weg: "Düsseldorfer Fernwärme hat den Primärenergiefaktor null und ist daher gesetzlich den Erneuerbaren Energien gleichgestellt. Handfeste Vorteile gibt es auch für den einzelnen Fernwärmekunden: Es entfallen hohe Investitionen für eine neue Heizungsanlage und der Platzbedarf für Kessel, Brenner und gegebenenfalls Tank. Fernwärme ist einfach, komfortabel und umweltschonend. Das honorieren die Kunden; die Nachfrage ist bereits heute groß.“

Fragen zur Förderung der Fernwärme im Fernwärme-Ausbaugebiet sowie im Modellquartier beantwortet das Experten-Team des Umweltamtes unter Telefon 0211.89-25955 und im Internet unter www.duesseldorf.de/umweltamt/klimaschutz/klimafreundlich_wohnen/

Informationen und Ansprechpartner der Stadtwerke Düsseldorf AG sind im Internet unter

www.swd-ag.de/privatkunden/waerme/ zu finden.

Grafik Stadt