12.06.2018
Klarstellung zu Gaslicht von der Dezernentin

Klarstellung zum Gaslicht von Beigeordneter Cornelia Zuschke

Lampenreiniger an Gaslaterne in Oberkassel / Foto Archiv Jo Geschke

Es ist schon außergewöhnlich, dass eine Dezernentin zu Pressemeldungen von einer Pressekonferenz Stellung nimmt. In diesem Fall macht Dezernentin Cornelia Zuschke allerdings mit klaren Worten deutlich, dass Behauptungen einer Bürgerinitiative zum Gaslicht so nicht stimmen können. Die Verwaltung sei „enttäuscht und erschüttert“ darüber, dass eine Methode zur Evaluierung von Gaslaternen im Stadtgebiet, die auf Grund des Protestes des Bürger vorgeschlagen wurde, und eines jetzt erst beginnenden Beteiligungsprozesses nur negative Auslegung von der Initiative kämen. Der Vorgang zeigt aber, dass es einigen Initiativen offensichtlich nicht nur um Klärung, sondern vor allem um negativen Schlagzeilen für eine SPD-geführten Verwaltung geht – so bei den Gaslicht-Polemiken oder auch zu einem Freiluft-Konzertareal auf einem Parkplatz an der Messe. NDOZ.de dokumentiert die Stellungnahme und die Information zur kommenden Planung der (parteilosen) Dezernentin im Wortlaut.

„Vor Beginn eines umfassend geplanten Beteiligungsverfahren wie die Verwaltung nun für die Gaslaternen vorschlägt und dessen Ende weder durch einen bindenden Vorschlag noch einen Beschluss vorweg genommen ist, ist es unüblich, sich über die Presse auszutauschen. Dennoch meldet sich die Verwaltung mit ihrer Planungsdezernentin Cornelia Zuschke im Nachgang der aktuellen Berichterstattung zu Wort.

“Uns enttäuscht und erschüttert die negative Auslegung des Vorschlags einer Methodenbildung zum Umgang mit den Gaslaternen, wie von der Bürgerinitiative vor der Presse am 7. Juni vorgetragen", so Zuschke. Nachdem das ursprünglich zahlentechnisch und funktions- beziehungsweise gefährdungsbezogene Vorgehen zum Umgang mit den Gaslaternen zu einer Protestwelle geführt hat, hat die Verwaltung unter Verkehrs- und Planungsdezernentin Cornelia Zuschke vorgeschlagen, eine Methode zu entwickeln, die vor allem die Belange des Denkmalschutzes und die der Heimat- und Identifikationsfaktoren einbezieht. Im Weiteren verwundert und enttäuscht es, dass insbesondere die Planungsdezernentin, die für den Vorgang verantwortlich zeigt, und ihre Verwaltung erst einen Tag vor der Pressekonferenz von selbiger erfahren hat.

"Ja, dieser erste Schritt einer Annäherung an das Problem hat lange gedauert, es ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass die Gaslaternengebiete nicht pauschal behandelt, sondern einzeln begangen und dezidiert untersucht werden. Anhand zweier beziehungsweise dreier Gebiete soll nun exemplarisch eine Methode festgelegt werden, wie mit all den Einflussfaktoren umgegangen werden soll. Damit soll dann eine versachlichte Grundlage zum Erhalt der Gaslaternen geschaffen werden, die den Denkmalschutz und das heimatliche Interesse auch angemessen würdigt, anstatt nur technisch zu argumentieren. Eine Anzahl von erhaltungswerten Laternen wurde seitens der Verwaltung nicht vorweg genommen. Im Gegenteil, die Verwaltung setzt auf einfache Lösungen, beispielsweise mit Erhaltungsgebieten. Es sind aber auch Lösungen denkbar, mit zusätzlichen Bereichen, in denen nur ein Teil der Gaslaternen erhalten beziehungsweise teilerneuert werden. Außerdem verweisen wir auf den mit der Denkmalpflege vereinbarten Umgang mit Gaslaternen, diese per se als technisches Denkmal anzuerkennen. Das ist neu.

Was die Dezernentin und alle am Prozess Beteiligten befremdet, ist, dass im Vorfeld eines durch die Verwaltung groß angelegten Beteiligungsprozesses, der um den Tag des Offenen Denkmals am 9. September 2018 die Gaslaternen als identitätsschützendes Erbe ausschließlich in den Blick nehmen soll, bereits negativ über diese Methode berichtet wird, obwohl die dazu gefertigte Vorlage noch gar nicht diskutiert wurde", stellt Verkehrs- und Planungsdezernentin Zuschke fest.

Was ist beabsichtigt?

Im Vorfeld des Tages des Offenen Denkmals soll es am Donnerstag, 6. September, einen Vortragsabend geben, wo Städte, die Gaslaternenbestände besitzen oder besaßen, über ihren Umgang und ihre Erfahrungen mit dem Erhalt von Gaslaternen berichten. Da soll dann auch mit allen Beteiligten diskutiert werden. Am darauffolgenden Tag, dem 7. September, soll bei einem ganztägigen Workshop mit den Bürger- und sonstigen Initiativen über die von der Stadtverwaltung als grundsätzliche Ausgangsbasis erarbeitet Methode diskutiert werden. Die Methode soll angereichert werden, mit dem was an Wissen in den Bürgerinitiativen aber auch bei Fachleuten vorhanden ist, und dann erst nach Auswertung und einer Ausstellung für die Düsseldorfer Bevölkerung, erneut in die Gremien gebracht werden, um dann als Beschlussfassung zum Umgang mit den Gaslaternen zu dienen.

"Was ist daran ‚düster‘?, frage ich mich, da genau diese Mehr-Schritte-Methode erst ermöglicht, dass statt fest gefahrener Meinungen noch Belange eingespielt werden können, die bisher nicht berücksichtigt waren."
Darüber hinaus hat die Verwaltung bereits im ersten Aufruf der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW zum Förderprogramm "Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen – Wir fördern was Menschen verbindet" sofort zum Federhalter gegriffen um bei Ministerin Scharrenbach die Gaslaternen als großräumiges für Düsseldorf extrem wichtiges Förderprojekt anzumelden.

Planungsdezernentin Zuschke sieht genau hier einen richtigen Ansatzpunkt, nämlich identitätsstiftendes Erbe im Ganzen in den Blick zu nehmen, und auch mit Mitteln des Landes und des Bundes - nicht nur der Stadt - den Erhalt möglichst vieler Laternen auch finanzierbar zu machen. Es wird also hier seitens der Verwaltung schon ein Förderersuchen angemeldet, bevor es überhaupt eine Entscheidung gibt, weil in der Verwaltung, gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland eine große Akzeptanz für die Gaslaternen besteht. "Ich kann darin kein 'torpedieren des Erhalts' erkennen", stellt die Verkehrs- und Planungsdezernentin angesichts dieser Unterstellung fest.

"Wir haben verstanden, dass das Herz der Düsseldorferinnen und Düsseldorfern an ihren Gaslaternen hängt. Die Art und Weise wie hier namentlich nicht benannte Mitarbeiter des Amtes für Verkehrsmanagement als 'Gaslaternenhasser' diskreditiert werden, kann ich jedoch nicht akzeptieren", so Zuschke. "Was wir auch nicht verstehen ist, dass ein positiv öffnender Prozess derartig beschwert wird, indem der Eindruck erweckt wird, es sei kein positives Ergebnis gewünscht. Das erschwert eine gute gemeinsame Arbeit."

Die Verwaltung hofft, das es einen konstruktiven Prozess geben wird. "Das Wohl der Gaslaternen und ein vernünftiger Umgang mit der Gasbeleuchtung - auch unter veränderten Rahmenbedingungen - sollte uns ein gemeinsames Anliegen sein", so die Verkehrs- und Planungsdezernentin abschließend.“