26.10.2015
Wasserstofftechnologie und E-Autos

H 2 oder Elektroantrieb im Auto – dringend nötige Entwicklungen

MdB Rimkus betankt ein Wasserstoffauto am Höher Weg. / Foto mit Genehmigung von A. Rimkus

Auch für die eher umweltfreundlichen Elektro-Autos muss der Strom für die Elektro-Tankstellen erzeugt werden. Dennoch ist das E-Auto eine besser Alternative als ein 3-Liter Auto, von Dieseln wollen wir hier nicht reden. Am Samstag warben Stadtwerke, Kraftfahrzug-Innung und Elektro-Innung vor dem Rathaus für E-Autos und damit für eine umweltfreundlichere, batteriegetriebene Mobilität. Batterieangetriebene Autos und Busse sind dringend nötig, aber auch sie sollten nur als Zwischenlösung angesehen werden. Denn bei der Wasserstoff-Technik für Autos und Busse ist der Rohstoff (Wasser) vorhanden, und hinten raus kommt kein Abgas und Diesel-Dreck, sondern ... Wasser.

So richtig ging es mit den E-Autos, die eigentlich Batterie-Autos heißen müssten,  noch nicht voran, die Autoindustrie in Europa hat noch keine überzeugenden Wagen mit  ausreichender Reichweite auf den Markt bringen können. Und einen Tesla S mit einer verbürgten Reichweite von rund 400 Kilometern kann sich nicht jeder leisten. Es gibt bereits Testfahrten mit einm Tesla von Düsseldorf nach Berlin – mit einem relativ kurzen Tankstopp. Doch der schnelle Sportwagen mit reinem E–Antrieb aus Amerika - von dem in Düsseldorf  so einige herumfahren- kostet leider gut 110.000 Euro. Und der neue schnelle SUV von Tesla (knapp 4 sec auf 100)  soll ab 70.000 bis 117.000 Euro kosten.

Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch fährt zu den Hallen der Flüchtlinge und zu Terminen mit einem E-Auto. Dass die Stadt E-Auto in den Fuhrpark aufgenommen hat, ist durchaus löblich und das sollte auch weiter ausgebaut werden. Zudem gibt es einige E-Tanken in der Stadt, meist von den Stadtwerken betrieben. An denen man außer egoistisch parkenden Diesel-SUVs durchaus auch Tesla’s  und auch kleinere Hybrid-Modelle anderer Hersteller tanken sieht. Aber die haben eben auch noch traditionelle Motoren.

2. Wasserstofftankstelle in Düsseldorf

Jetzt allerdings kommt auch die Wasserstoff-Technologie etwas in Fahrt. „Die Technik von  der Trennung von Wasserstoff und Sauerstoff aus Wasser ist bekannt, jetzt kommt auch die Entwicklung langsam aber mit Macht weiter“, sagt der Berichterstatter für Elektromobilität im Verkehrsausschuss des Bundestags MdB Rimkus.  

Vergangene Woche haben Daimler, Air Liquide, Linde sowie Total, Shell und OMV eine Absichtserklärung im Bundesverkehrsministerium unterschrieben, den Infrastrukturausbau im Bereich Wasserstoff mit zusätzlichen Tankstellen voran zu treiben. Zur Umsetzung dieses ambitionierten Projektes wurde das Joint Venture H2 Mobility gegründet. Geplant sind Investitionen von etwa 400 Millionen Euro für 350 Tankstellen bis 2023. Während das Vorgängerprojekt Clean Energy Partnership (CEP) den Schwerpunkt auf marktvorbereitende Maßnahmen gelegt hat, geht der Nachfolger H2Mobility den nächsten Schritt und bringt den Tankstelleninfrastrukturausbau voran. In Deutschland gibt es bisher 19 öffentliche Wasserstofftankstellen.

 Bis zum Auslaufen der CEP bis 2016 sollten bis zu 50 Tankstellen im ganzen Bundesgebiet gebaut werden. „Das Bekenntnis zum Bau von 350 zusätzlichen Wasserstofftankstellen ist ein wichtiges Signal für Wirtschaft und Verbraucher. Wasserstoff kann und wird als Treibstoff einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende im Verkehr leisten.“, ist sich der Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter für Elektromobilität Andreas Rimkus sicher.

 Die Marktdurchdringung bei Wasserstoff geht momentan nur langsam voran, da die Technologie sowohl im Fahrzeug als auch an den Tankstellen noch sehr teuer ist. Dies lässt sich nur durch eine hohe Stückzahl von Fahrzeugen ausgleichen, die eine bedarfsgerechte Tankinfrastruktur voraussetzt.

 „Die Debatte um die mangelnde Umweltverträglichkeit von Dieselmotoren, zeigt deutlich, dass sich die hohen Investitionen in die Wasserstofftechnologie lohnen. Der Bund investiert zurecht im Zeitraum von 2006 bis 2016 rund 1,4 Milliarden und ich bin sehr froh, dass wir auch mit zusätzlichen 161 Millionen Euro bis 2018 die Ausfinanzierung des Nationalen Innovationsprogramms für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gesichert haben.“ betont Rimkus abschließend.

Übrigens sollen nicht nur Autos, sondern auch Busse im ÖPNV bald mit Wasserstoff-Brennzellen durch die Städte fahren. Leider ist auch da die Forschung in der bisher hochgelobten deutschen Autoindustrie nicht so weit, wie es sein könnte – und müsste. Das Model, das Rimkus an der Wasserstoff-Tankstelle auflud und testete, ist übrigens von einem japanischen Hersteller. Es gibt aber auch ein Mercedes- und andere Modelle ....

Und noch ein Schlaglicht: Vor fünf  Jahren besichtigte der Chronist auf der Messe „boot“ ein Modell der österreichischen Bootswerft Frauscher, dass mit Wasserstoff angetrieben wurde. Einige fuhren gar auf dem Bodensee herum. Das Frauscher-Modell wurde 2010 auf der Boot vorgestellt.

(Text Jo Achim Geschke NDOZ.de)