29.11.2015
Flüchtling Hussam Badri stellt aus

Hussam Badris „Reflections from Damaskus“ – ein gebrochener Blick auf eine Flucht

Syrische Gäste bei der Ausstellung / Foto Jo Achim Geschke NDOZ.de

Von weitem sehen sie aus wie orientalische Ornamente. Erst von nahem sind die mehrfach gespiegelten und gebrochenen Fotos auch als Fotos erkennbar. Eine Hauswand, ein Fahrradlenker, mehrfach gespiegelt in kaleidoskop-artige Verfremdungen: Hussam Badri betitelt seine Ausstellung „Reflections from Damaskus“ – es ist ein mehrfach gebrochener Blick auf seine Heimatstadt, die jetzt in den Bildern im Kirchencafé der Gustav Adolf Kirche in Gerresheim zu sehen sind. Der syrische Künstler Hussam Badri floh aus Damaskus, lebt seit einigen Monaten in Deutschland.

Der 38-jährige hat die Fotos fast alle zwischen 2005 und 2008 gemacht, vor dem Krieg in Syrien, erzählt er bei der Vernissage am Samstag im Kirchencafé vor etwa 50 Zuhörern. Seine Frau ist noch in Istanbul und er hofft sehr, sie bald hier wieder zu sehen, sagt er. Die Bilder sind bei weitem nicht die einzigen, betont er. Es ist ein Projekt, dass er auf 43 Bilder ausweiten will. Hier in Düsseldorf sucht er nun den Kontakt zu anderen Künstlern und hofft, bald in einer „richtigen Galerie“ ausstellen zu können.

 

Hussam Badri bei der Vernissage/ Foto Jo Achim Geschke NDOZ.de

Zunächst aber wird er im kommenden Jahr im NRW-Landtag seine Bilder zeigen dürfen. Geholfen hat ihm dabei die unermüdliche  Hilfe von Hildegard Düsing-Krems, die sich seit Monaten für Hussam Badri einsetzt. Düsing-Krems hat auch die Ausstellung im Gerresheimer Kirchencafé in die Wege geleitet.

„Wir finanzieren die Kosten für die Rahmen und die Ausstellung vor“, so Pfarrer Heinrich Fuchs von der evangelischen Kirchengemeinde in Gerresheim. „Wenn Hussam Bilder verkauft, zahlt er davon die Kosten zurück.“

Hussam ist aus Syrien über den Balkan geflohen und konnte erst nach dem Einsatz von Düsing-Krems in Deutschland bleiben. Im Juli bekam der Syrer seien Anerkennung des Asylantrags. Schon einmal hat NDOZ.de über ihn berichtet – als er auf dem „Fest der Vielfalt“ im Hofgarten über die langen Wartezeiten bei der Anerkennung klagte. Nach einer Odyssee – inklusive „Rückführung“ nach Bulgarien – konnte er endlich in Düsseldorf Fuß fassen. Im Februar verschaffte ihm ein Aufruf von „Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“ eine Kamera

 

Vernissage Hussam Badri Kirchencafe Gerresheim / Foto Jo Achim Geschke NDOZ.de

Hussam Badri will sein Projekt mit Bildern von seiner monatelangen Flucht weiter ausbauen. Und bald wieder eine Ausstellung eröffnen.

   Bilder von ihm sind übrigens auch auf der Internetseite der renommierten „saatchi art“ Galerie aus Los Angeles zu sehen, darunter auch „Damaskus Fountain“, dass auch im Gerresheimer Kirchencafé hängt : http://www.saatchiart.com/hosam.badri

(Text und Fotos Jo Achim Geschke)

„Reflections from Damaskus!“, Hussam Badri, Kirchencafé der Gustav Adolf Kirche in Gerresheim , Hardenbergstr.3, bis 1. Februar 2016

(Dienstag, Donnerstag und Freitag: 09.00-12.00 Uhr, Dienstag bis Freitag: 14.30-17.30 Uhr Letzer Sonntag im Monat: 14.30-17.30 Uhr -  über den Gemeindehof, Hardenbergstr. 3.)

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