13.01.2016
Bürgerwehr in der Altstadt

„Düsseldorf passt auf“ macht Pause – vorerst keine Rundgänge

Altstadt am Morgen/ Foto Archiv Jo Geschke NDOZ.de

Der Initiator der Gruppe „Düsseldorf passt auf“ hat auf seiner Facebookseite bekannt gegeben, dass vorerst keine Rundgänge der Gruppe mehr stattfinden. Wie berichtet, war eine kleinere Gruppe am vergangenen Wochenende durch die Altstadt gegangen, darunter auch als extrem Rechts bekannte Teilnehmer. Die Gruppe „Einer für alle, alle für einen- Düsseldorf passt auf“ (in dieser Schreibweise) hat bei Facebook mehr als 13.000 Mitglieder – wobei klar ist, dass einige Mitglieder nur dabei sind, um sich zu informieren. Aus der jetzigen Stellungnahme des Initiators Tofigh Hamid geht hervor, dass ihm die Gefahr von Konflikten zu groß ist und er die Gruppe nicht mehr kontrollieren kann.

Wie berichtet, hatte sich nach den Berichten über die Silvesternacht in Köln auch in Düsseldorf eine Art „Bürgerwehr“ gegründet, die in der Altstadt auf eigene Faust für eine angebliche Sicherheit sorgen wollte. Laut Initiator Hamid habe er  mit ca. 30 Leuten gerechnet – jetzt ist die Zahl auf 1900 Mitglieder gestiegen. Sollten alle zu einem Rundgang kommen, sind Ausschreitungen kaum zu beherrschen.

Die Polizei hatte den ersten Rundgang begleitet und zudem schon im Vorfeld deutlich die Rundgänge abgelehnt. Nach dem Terror in Leipzig von Rechtsextremer, die auch aus anderen Städten kamen und in Leipzig in einer Straße Schaufenster von Geschäften und Läden zertrümmerten, ist eines klar:  Gewaltbereite Rechtsextreme nutzen die aufgeheizte Stimmung nach dem Silvester in Köln, um gegen Ausländer zu hetzen und schrecken dabei auch nicht vor brutaler Gewalt zurück. (Taz  „Großangriff auf einen Stadtteil“ : http://taz.de/Grossangriff-auf-ein-Stadtteil/!5265306/ )

Organisator Hamid ist übrigens immer noch nicht klar, vor welchen Karren er sich spannen lässt. Das geht aus seiner Stellungnahme für die Mitglieder hervor.

Zu befürchten ist allerdings, dass diese Gruppe  jetzt Nachfolger bekommen wird, deren Initiatoren nicht naiv glauben, dass keine Rechtsextremen bei ihnen mitmischen, sondern selbst auf der extrem rassistischen Seite stehen.  

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