03.02.2019
Demo von DSSQ gegen rechte selbsternannte Patrioten

Über 300 Düsseldorfer*innen zeigten Flagge für eine vielfältige demokratische Stadt und gegen eine kleine Gruppe selbsternannter rechtsaußen Patrioten

Demo gegen Rechtspatrioten / Foto (C) Jo Achim Geschke)

Etwa 60 Rechtsnationalisten und Hooligans hatten sich am Platz vor dem Varieté versammelt, ihnen standen am Samstag mehr als 300 Düsseldorfer*innen in einer Demonstration von DSSQ (Düsseldorf stellt sich quer) gegen Rechtsextreme gegenüber. Von der Polizei wurden die Rechtsphantasten der selbsternannten „Patrioten“ durch ein großes Aufgebot weiträumig getrennt. In der Demo von DSSQ zeigten Parteien wie SPD, Grüne, Linke sowie Jusos (auch aus Köln) und Junge Grüne Flagge gegen Neurechtes Denken und verschwurbelte Phantasien. Es ging gegen Merkel, George Soros und US Konzerne, wobei klar ist, dass der Milliardär Soros auch immer wieder Ziel von antisemitischen Angriffen ist. Einige hatten sich gelbe Warnwesten angezogen, in falscher Anlehnung an die französischen Gelbwesten, die aber zum guten Teil keine neurechten Hooligans sind.

Die friedliche Demonstration des Bündnisses vieler bürgerlicher Gruppen und Institutionen von DSSQ war trotz des starken Nieselregens und der Kälte musikalisch laut und bunt. „Düsseldorf bleibt bunt“ war immer wieder auf Schildern zu lesen. Unter den demokratischen Demonstrierenden Ratsleute wie Martin Volkenrath und Oliver Schreiber (SPD), Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD), sowie Marie Spillner (BV 1, SPD), Paula Elsholz (Grüne), DGB Düsseldorf Vorsitzende und neue Sprecherin des „Düsseldorfer Appell“ Sigrid Wolf und außerdem Landtagsabgeordnete Monika Düker (Grüne) ebenso wie NRW-Grünensprecherin Mona Neubaur.

Den anschließenden Zug der sogenannten Patrioten durch die Neusser Straße nach Unterbilk begleitete in den Seitenstraßen ein lauter Protest der Demokraten.

Für eine bunte vielfältige Stadt / Foto (C) Jo Achim Geschke

Einige Demokraten wollten den Zug der sogenannten Patrioten durch die Neusser Straße nach Unterbilk, der durch die Polizei stark abgeschirmt war, blockieren. Ein ehrenwertes Unterfangen. Aber damit fallen sie allerdings auf eine Propaganda-Strategie der Rechtsnationalisten herein. Laufen die Neurechten und Neonazi-Phantasten in ihrem kleinen Zug allein durch die Straßen, wird sie kaum jemand beachten und schnell vergessen. Eine Blockade müsste dagegen sofort den Einsatz der Polizei hervorrufen. Denn die muss die gesetzlich garantierte Demonstrations- und Versammlungsfreiheit in einer Demokratie auch den Neurechten und Neonazis sichern. Ein Einsatz der Polizei gegen „Linke“ und andere würde in der Öffentlichkeit aber negative Schlagzeilen provozieren und nur den Neonazis, Neurechten und Hooligans nutzen.

So bedauerlich und furchtbar neurechte und Neonazi-Aufmärsche sind: Die Demokratie muss sie aushalten.Und muss gegen sie friedlich protestieren.

Die Demonstration einer bunten, demokratischen und friedlichen Gesellschaft wie am Samstag setzt ein deutliches Zeichen für ein „Nie wieder“ und hallt stärker nach als die Phantasien derer, die den tödlichen, menschenverachtenden Ideologien der Nazizeit anhängen.

(Autor Jo Achim Geschke)

Update: Wir haben um 10:40 Uhr die Zahl der demokratischen Demonstranten auf über 300 korrigiert, da 200 nur am Horionplatz waren, aber weitere auch vor dem Apollo Varieté und in Unterbilk demonstrierten.