22.06.2016
Flüchtlingsunterkünfte - Koordinierungsgruppe gegründet

Flüchtlinge : Stadt richtet Koordinierungsgruppe für Notunterkünfte ein

Flüchtlingsunterkunft Zimmer / Foto Jo Achim Geschke

Nach dem Brand in der Lagerhalle auf dem Messegelände ist eine Koordinierungsgruppe Flüchtlinge eingerichtet worden, die sich speziell auf ausgewählte Notunterkünfte konzentriert. "Aufgrund der Vorfälle in der Lagerhalle am Messegelände, die als Notlösung bei der Flüchtlingsunterbringung genutzt wurde, müssen zukünftig andere problematische Unterbringungsmöglichkeiten regelmäßig auf bestimmte Kriterien überprüft werden", teilt Miriam Koch, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Düsseldorf, mit. Dazu wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, welcher bei der Prüfung der jeweiligen Unterkunft abgearbeitet wird. Dazu zählen unter anderem die Bewertung des jeweiligen Gebäudes und deren Nutzung. Ziel ist aber auch, die Reaktionsfähigkeit bei kritischen Situationen und die Handlungsfähigkeit des Personals zu erhöhen.

Aufgrund des Wegfalls einer kompletten Unterbringungsmöglichkeit sind andere Kommunen in NRW auf die Stadt Düsseldorf zugegangen, um freistehende Unterkünfte anzubieten. Derzeit finden Gespräche mit der Stadt Grevenbroich statt, die eventuell 100 Plätze für die Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung stellen könnte. Dazu Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Ich danke den anderen Kommunen für ihre spontane Bereitschaft, uns zu helfen. Davon erhoffe ich mir für die Landeshauptstadt Düsseldorf eine Atempause und eine Entlastung angesichts der derzeitig angespannten Situation."

Zum Stichtag bis Ende Mai sind insgesamt 7.260 Flüchtlinge und Asylsuchende in Einrichtungen der Stadt Düsseldorf untergebracht. Wurden der Landeshauptstadt Düsseldorf in diesem Jahr bisher rund 170 Flüchtlinge wöchentlich zugewiesen, hat die Bezirksregierung Arnsberg dies für 2 bis 3 Wochen ausgesetzt. Grund für den genannten Zuweisungsstopp ist der Brand der Lagerhalle am Messegelände an der Straße Stockumer Höfe, welche bisher als Notunterkunft für Flüchtlinge diente.

Aktuell hat das Land NRW in Düsseldorf in seinen Einrichtungen an der Rossstraße und am Mannesmannufer keine weiteren asylsuchenden Personen und Flüchtlinge untergebracht, da die Stadt Düsseldorf diese übernommen hat. Weil Mietverträge auslaufen, werden im Jahr 2016 voraussichtlich 1.738 Plätze sowie im Jahr 2017 noch einmal 1.735 Plätze verloren gehen. Der Druck, weitere neue Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtling zu schaffen, bleibt also unverändert hoch.