08.03.2017
Gedanken zum Tag der Frauen 2017 und Programm

8. März Tag der Frauen: Mut zur Lücke oder Da fehlt so einiges noch

Bücher zum Frauentag / Bücher und Foto JoAchim Geschke

8. März Tag der Frauen. Wirklich? Gleich-berechtigung? Gleicher Lohn? Familienfreundlichkeit? Es gibt ein Programm in Düsseldorf bis zum Monats-Ende, organisiert von Elisabeth Wilfart, der „Gleichstellungsbeauftragten“, und ihrem Team, mit etlichen Veranstaltern. Teils interessante Veranstaltungen. Aber eins muss auch klar sein: Solange Frauen nicht das gleiche wie Männer in ihrem Job verdienen, so lange es der Gesellschaft als Ganzes nicht gelingt, Müttern einen Job jenseits von Teilzeit und Halbtags zu bieten, wird es für Frauen immer schwer sein, wirklich gleich sein zu können. Das ist nicht nur eine Frage der Einstellung von Männern – da müssen Gesetze geändert werden und mehr Geld investiert statt gespart werden.

Kann ich als Mann Feminist sein? Als Mann in meinem Alter ist das wohl leichter als für einen jungen Mann. Und Margarete Stokowski (Buch „Untenrum frei“ und z.B. Spiegel-Kolumnen) schreibt in ihrem gerade erschienenen Spiegel Beitrag von „Feministinnen und Feministen“ .

Das Programm also: „Damenwahl“ im Landtag, mit Anmeldung, eingeladen haben die Landtagspräsidentin und Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke. Mit Anmeldung, das ist eine schöne Schwelle, um nicht zu viele zu sehen…..

Es gibt auch intelligent Witziges zu sehen: „Musen und Möpse im Hetjens-Museum, über Frauenbilder in Keramik im Wandel der Zeiten. Die Führung macht allerdings ein Mann … Lustig eben…

Die Kölner Silvesternacht – auch hier wieder Thema wegen der Sorge um Sicherheit auf den Straßen (am Donnerstag 9. März, mit einer Kriminal-Oberkommissarin). Sicherlich ist es ein Thema, wenn Frauen verunsichert sind. Aber vielleicht sollten wir mal ganz ernsthaft daran erinnern, dass die meisten „sexuellen Übergriffe“ im häuslichen Umfeld, in Ehen/ Beziehungen und Bekanntschaften geschehen. Von Weißen, deutschen Männern. IN deutschen Wohnungen und deutschen Eigenheimen.

Der Verein Düsseldorfer Künstlerinnen zeigt mit einem Abend mit Lesungen, Theater und Gesang (sicherlich nett) ab 16 Uhr vor der Tür der Veranstaltung „interessierten Frauen, wie man einen Reifen wechselt“. Ernsthaft. Meine Güte: Bei mir zu Hause ist meine Frau für alles mit Elektrik zuständig, defekte Steckdosen wechselt sie aus, etc. (Und ja: Wir kochen gemeinsam, und das Putzen und Einkaufen ist aufgeteilt.) Und das eine Frau keinen Reifen wechseln kann … nun ja, es gibt viele Klischees.

Kann ich als Mann Feminist sein? Als Mann in meinem Alter ist das wohl leichter als für einen jungen Mann – ich muss mich nicht mehr beweisen. Wobei dieses „beweisen“ eine reine Phantasievorstellung ist, von – überholten- Rollenbildern gefälscht. Margarete Stokowski (Buch „Untenrum frei“ und z.B. Spiegel-Kolumnen) schreibt in ihrem gerade erschienenen Spiegel Beitrag : „Es stimmt, dass der Feminismus als Frauenbewegung angefangen hat. Aber das heißt nicht, dass er sich so auch zu Ende bringen lässt. Es geht schon rein logisch nicht: Wenn sich alle Frauen der Welt emanzipieren, von Rollenbildern und Unterdrückung befreien, müssen sich Männer mitverändern - das tun sie sowieso die ganze Zeit schon. Und sei es nur - ähem - indem sie lernen, wo die Waschmaschine angeht…. Und weil Alltag nun mal oft zwischen Leuten verschiedenen Geschlechts passiert, sind alle mitbetroffen.“ (Link: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/feminismus-ein-blumenstrauss-voller-einwaende-kolumne-a-1137612.html#ref=nl-thema-28995-spon_stokowski)

Betroffen sind wir aber alle auch in der Frage von Jobs, in denen auch Frauen mit Kindern arbeiten können, ohne auf Teilzeit oder halbtags angewiesen zu sein. Weil schließlich die Männer mehr verdienen, haben die meist den Ganztagsjob. Betroffen sind die Männer. Der Kopf ist rund, damit mann Sichtweisen ändern kann, heißt es.

Einige Empfehlungen für das Programm sollen es noch sein sein (es geht bis Ende März, wir fangen am Ende an):

Margarete Stokowski und Mithu Sanyal

Die neue Frauenbewegung

„Zu Gast sind Margarete Stokowski (geb. 1986), Kolumnistin bei »Spiegel Online« und Autorin von »Untenrum frei« und die Düsseldorferin Dr. Mithu Sanyal (geb. 1971), Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin von »Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens«. Ein Gespräch über Männermacht, Frauenbilder und guten Sex.“

Mittwoch 29. März | 20 – 21.30 Uhr

Kosten: Keine - Anmeldung: Nicht erforderlich

Ort: Zentralbibliothek, Bertha-von-Suttner-Platz 1

 

und bereits Morgen (Donnerstag):

Donnerstag 9. März | 18 – 20 Uhr

Feminismen heute

»Wir haben das Glück, uns über die Freiheit und die Liebe Gedanken machen zu dürfen und die Kämpfe derer weiterzuführen, die damit angefangen haben, und wir sollten es tun. Wir tun es nicht nur für uns selbst.« (Margarete Stokowski »Untenrum frei«) Kosten: Keine, Anmeldung: Nicht erforderlich

Ort: Bitte unter Kontakt erfragen

Veranstaltet von: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Düsseldorf, Kreisverband und Ratsfraktion

Kontakt: Ulla Peetz 0211. 899 45 91 ulla.peetz@duesseldorf.de www.gruene-duesseldorf.de

Die Frau in der Werbung

Cleverer Einsatz von Klischees?

Die Darstellung von Frauen in der Werbung ist früher wie heute umstritten. Gemeinsam gehen wir durch die aktuelle Sonderausstellung »Werbung – Die Kunst der Kommunikation« und schauen uns alte und neue Werbespots an. Welcher Rollenbilder hat man sich wann bedient? Was wird uns suggeriert?

Samstag 11. März | 16.30 – 17.30 Uhr

Kosten: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro , Anmeldung: Nicht erforderlich

Ort: Stadtmuseum Düsseldorf, Berger Allee 2

Gisela Notz – Kritik des Familismus

Zum Internationalen Frauentag!

Welche Rolle übernimmt der Staat in der Familienpolitik und wie wird diese gefördert? Wie kann die »normalbesetzte« Kleinfamilie, in der Kinder erzogen und pflegebedürftige Menschen versorgt werden sollen, aufgebrochen werden?

Mittwoch | 15. März | 19.30 – 21.30 Uhr

Kosten: Keine, Anmeldung: Nicht erforderlich

Ort: zakk, Fichtenstraße 40

Veranstaltet von: Volkshochschule Düsseldorf, kom!ma – Verein für Frauenkommunikation e. V. und zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation gGmbh

und außerdem:

Equal Pay Day

Wir brennen für Lohngerechtigkeit

In diesem Jahr wird bereits zum zehnten Mal in ganz Deutschland auf den Equal Pay Day aufmerksam gemacht. Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem die Frauen länger arbeiten müssen, um das durchschnittliche Vorjahresentgelt der Männer zu erzielen. Denn Frauen verdienen in Deutschland immer noch 21 Prozent weniger. Unter dem Motto »Wir brennen für Lohngerechtigkeit« und deutlich sichtbar gekleidet, treten die Mitwirkenden in Düsseldorf für die Forderung nach gleichem Lohn ein. Unterstützerinnen und Unterstützer sind herzlich willkommen!

Samstag | 18. März | 11 – 13 Uhr

Kosten: Keine, Anmeldung: Nicht erforderlich

Ort: Heinrich-Heine-Platz

Veranstaltet von: Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), BPW Club Düsseldorf e. V., Bündnis 90 / Die Grünen, Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), FDP-Ratsfraktion, Frauenunion Kreisverband Düsseldorf, Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd), Ratsfraktion – Die Linke, Sozialverband Deutschland e. V. (SoVD), ver.di Bezirks­frauenrat Düsseldorf

Komplettes Programm unter

https://www.duesseldorf.de/gleichstellung.htm