05.02.2015
Mehr Tempo bei der Flüchtlingsunterbringung

Miriam Koch ist neue Flüchtlingsbeauftragte

OB Geisel und Miriam Koch bei der Vorstellung der neuen Flüchtlingsbeauftragten im Rathaus/ Foto NDOZ Jo Geschke

Miriam Koch (48) ist von OB Thomas Geisel (SPD) als neue Flüchtlingsbeauftragte im OB-Büro verpflichtet worden. Koch, bisher Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen Ratsfraktion, wird zukünftig sämtliche Maßnahmen zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen koordinieren, die Leitung des Runden Tisch Asyl übernehmen und als Ansprechpartnerin für die Bürgerinnen und Bürger und die haupt- und ehrenamtlichen Helfer zur Verfügung stehen. Eine ihrer Hauptaufgaben: Das Gespräch mit den Bürgern rund um neue Unterkünfte, die „Moderation“.

Miriam Koch war auch die OB-Kandidatin der Grünen im Wahlkampf 2013/ 2014. „Wir haben ja im Wahlkampf“, meinte OB Geisel bei der Vorstellung, „nun ja, eigentlich nicht gegeneinander kandidiert“ … „Doch!“, entgegnete Koch lachend. Was sogleich klar machte, was schon im Wahlkampf und in ihrer Arbeit als Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen deutlich wurde: Koch ist durchaus durchsetzungsfähig und kann in der Verwaltung mit ihren Kenntnissen und ihrer Beharrlichkeit sich auch gegen einen vielleicht althergebrachten Trott behaupten.  Kochs Arbeit beginnt direkt nach Karneval, also ab 19. Februar.

„Ich wollte mich eigentlich dieses Jahr etwas erholen vom Wahlkampf, aber dieses Angebot kann ich nicht ablehnen, weil es eine unglaublich interessante Aufgabe ist. Und ich bin mir bewusst, dass es eine riesige Aufgabe ist“, so Koch. Eine Querschnittsaufgabe, die alle Ämter und Institutionen der Stadt betrifft – und mit denen sie verhandeln muss und etwas bewegen muss.

„In der Vorgänger-Regierung der Stadt ist das Thema lange verschlafen worden“, sagte Koch, „andere Städte hatten längst Moderationsverfahren mit den Bürgern begonnen.“ Sie werde sich in den nächsten Wochen intensiv um die Hauptaufgabe der Stadt bemühen, nämlich die Unterbringung der Flüchtlinge. „Eine meiner Hauptaufgaben wird auch die Bürgerbeteiligung sein, das hat der Vorgänger-OB versäumt. Wir wollen Veranstaltungen vor Ort an den Standorten planen, mit den Flüchtlingen und den Bezirksvertretungen.“

 In der gestrigen Ratssitzung wurde zudem deutlich, dass es noch keine amtliche Zusage vom Land gibt, die Bergische Kaserne als Erstaufnahmestation für Flüchtlinge einzurichten. Dort und in der Nachbarschaft hat sich aber bereits Protest von Bürgern gegen Unterkünfte von Flüchtlingen gebildet.

Laut Stadtverwaltung leben in der Stadt 2250 Flüchtlinge -  das sind die neuesten Zahlen vom 31. Januar. Davon rund 750 in Hotels, „und das wollen wir so schnell wie möglich ändern“, betonte OB Geisel. Realistisch sei es, bis Ende des Jahres mit 5000 Flüchtlingen zu rechnen. „Es gibt in Düsseldorf viele Menschen, die Flüchtlinge als Nachbarschaft annehmen,“ so der OB, und Koch ergänzte: „Und viel Hilfsbereitschaft von Düsseldorfern, auch in kleinen Gruppen und Initiativen.“

Als Möglichkeit, Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen,  nannte sie private Angebote, aber auch leerstehende Bürobauten, die zu Wohnungen umgebaut werden könnten. Und die Wohnmodule seien auch eine Möglichkeit, denn sie seien kostengünstiger als Hotelzimmer.

OB Geisel informiert  in Gerresheim

Wie berichtet, wird OB Geisel die Bürger in Gerresheim, Hubbelrath und Ludenberg am Dienstag, 10. Februar, ab 18 Uhr in der Aula des Gymnasiums Gerresheim, Am Poth 60, über geplante Standorte informieren.

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