15.03.2015
Jüdische Kulturtage : Islamwissenschaftler Michael Kiefer

Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft

Rathaus Banner Respekt und Vielfalt /Foto NDOZ

Unter den Deutschen herrscht noch immer ein versteckter oder gar offener Antisemitismus. Umfragen haben gezeigt, dass sogar 19 Prozent der Bundesdeutschen dem Satz zustimmen , Juden hätten zu viel Einfluss. Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage wird der Düsseldorfer Islamwissenschaftler Dr. Michael Kiefer unter dem Titel „Einschätzungen und Klarstellungen“ dem Phänomen des Antisemitismus bei Eingewanderten nachgehen, ohne den anhaltenden deutschen Antisemitismus zu vernachlässigen.

Islamwissenschaftler und Publizist Kiefer arbeitet an der Universität Osnabrück und ebenso bei der „Aktion Gemeinwesen und Beratung“ (AGB) in üsseldorf und hat unter anderem ein Buch (mit Rauf Ceylan) über den Salafismus veröffentlicht.

Der Düsseldorfer Appell schreibt : Zur Bevölkerung eines Einwanderungslandes wie Deutschland gehören auch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Umfragen zufolge hegt eine starke muslimische Minderheit unter ihnen ebenfalls allerlei Vorurteile und gar Feindseligkeiten gegen „die Juden“. Im Sommer  2014 kam es zu  israel- und judenfeindlichen Ausschreitungen in NRW.        

Der streitbare französische Philosoph Alain Finkielkraut hat angesichts der antisemitischen  Geschmacklosigkeiten des afro-französischen Gewaltkomikers Dieudonné von einem „multikulturellen Antisemitismus“ in Frankreich gesprochen, insbesondere bei „Schwarzen, Arabern und weißen Systemgegnern.“ Diese Einschätzung wurde nach den Attentaten auf jüdische Einrichtungen in Frankreich, zuletzt in Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Januar 2015, sicherlich noch einmal unterfüttert.  

Der Düsseldorfer Appell /Respekt und Mut hat aus Anlass der Jüdischen Kulturtage  Dr. Michael Kiefer ins Haus der Kirche eingeladen, um den Ursprüngen des „eingewanderten“ Judenhasses nachzuforschen und der Frage nachzugehen, welche Ausprägungen der Antisemitismus in der migrantischen  Bevölkerung hat, ohne den deutschen Anteil daran zu verwischen.   Kiefer arbeitet an der Universität Osnabrück

Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft

 Einschätzungen und Klarstellungen mit Dr. Michael Kiefer, AGB Düsseldorf

Montag, 16. März 2015, 19 Uhr, Haus der Kirche, Bastionstraße 6 -  Eintritt frei