14.12.2018
Mahn- und Gedenkstätte bekommt mehr Zuschuss

Mahn- und Gedenkstätte bekommt mehr Zuschuss für Bildungsarbeit

Mahn- und Gedenkstätte, Neueröffnung 2015/ (c)Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Der Rat der Stadt Düsseldorf hat in seiner gestrigen Sitzung der Beschlussvorlage zur Stärkung der Bildungsarbeit in der Mahn- und Gedenkstätte zugestimmt: Diese sieht vor, den jährlichen Zuschuss an den Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte um 60.000 Euro auf 200.000 Euro zu erhöhen, um das Institut an der Mühlenstraße weiter als Bildungsstätte zu stärken und das Angebot auszubauen. Durch die Zuschusserhöhung können so zwei halbe Stellen im Bereich "Pädagogik/Vermittlung" dauerhaft vom Förderkreis ermöglicht werden.

Mehr als 30.000 Besucherinnen und Besucher kommen mittlerweile jährlich in die Ausstellungen und Veranstaltungen des Instituts, das sich als zentrale Dokumentations-, Lern- und Forschungsstätte zur Geschichte des Nationalsozialismus in Düsseldorf versteht. Das Institut erfüllt mehrere Aufgaben zugleich: Es ist Museum und Gedenkstätte, Archiv und Forschungseinrichtung, Fachamt für Verwaltung und Politik, aber auch Ort für Begegnungen, Debatte und Austausch. Als Ort der Demokratie- und Menschenrechtserziehung nimmt die Mahn- und Gedenkstätte einen hohen Stellenwert als außerschulischer Lernort und Bildungsstätte ein. Der Anstieg antisemitischer Straftaten und rechtsradikale Tendenzen in Politik und Öffentlichkeit unterstreichen die Bedeutung, die Gedenkstätten auch heute und zukünftig tragen. Sonderausstellungen wie "Neues Land. Hans Berben: Fotografien 1946-1951", "Fred Stein. Auf dem Weg. Dresden Paris New York" oder "Menschen in Auschwitz 1941–43. Häftlingsporträts von Josef Rosalia Hein" zogen zahlreiche interessierte Gäste an.

Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte: "Wir werden diese Erhöhung sinnvoll einsetzen, um die Themen Inklusion und Integration verstärkt abzudecken und neue didaktische Materialien erarbeiten zu lassen.
Anteil von jungen Besuchern soll deutlich erhöht werden
Zwar wird die Mahn- und Gedenkstätte bereits von Schulen und jungen Menschen gut angenommen, was unter anderem auch an dem freien Eintritt und die kostenfreien Führungen und Workshops für Schulen, Jugendgruppen und Studierende liegt. Dennoch soll die Anzahl junger Besucher deutlich gesteigert werden, ebenso wie die Zahl von Düsseldorfer Schulen. Gemeinsam mit dem Schulverwaltungsamt hat die Mahn- und Gedenkstätte bereits einige Projekte und Verabredungen treffen können:
- ein gemeinsam initiierter und mit der Jüdischen Gemeinde regelmäßig tagender "Arbeitskreis Antisemitismus an Düsseldorfer Schulen", der noch im Winter 2018/19 erste Ergebnisse, Handreichungen und Materialien der Öffentlichkeit vorstellen wird,
- eine intensive Zusammenarbeit und Terminkoordination bei Lehrkräftefortbildungen zu den Themen "Antisemitismusprävention", "Schulen und Gedenkstätten" oder "Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus",
- ein "credit-point-System" für Düsseldorfer Schulen bzw. besondere Anreize wurden diskutiert, nach denen Schulen zur Nutzung und zum Besuch der Mahn- und Gedenkstätte animiert werden,
- eine Möglichkeit zur Vorstellung der Arbeit der Mahn- und Gedenkstätte in Fachlehrerkonferenzen und Schulleiter/innen-Konferenzen wurde eröffnet,
- die Möglichkeiten des möglichst reibungslosen und günstigen Transfers (von der Schule zur Gedenkstätte und retour) wurden erörtert. Hier wurde eine Zusammenarbeit mit dem Projekt "Heimattouren" der NRW-Stiftung ins Auge gefasst, das es Schulen schnell und unbürokratisch ermöglicht, sich Fahrtkosten zu besonders ausgewählten Bildungsorten in NRW erstatten zu lassen. Die Mahn- und Gedenkstätte ist hier gelistet, ein kostenloser Transfer ist also jederzeit möglich.

Zu weiteren Beschlüssen des Rates am 13. Dezember siehe

http://www.neue-duesseldorfer-online-zeitung.de/politik/