13.11.2014
Elf neue Notfallseelsorger

Wenn der Pieper brummt, wird es ernst

Foto: Alexandra Wilhelm im Gespräch / Evangelische Kirche / Segej Lepke

Wenn der Pieper brummt, wird es ernst für Alexandra Wilhelm – zumindest ab dem 19. November. Die 32-Jährige ist eines von elf neuen Mitgliedern im Team der Notfallseelsorge, die in der kommenden Woche ihren Dienst aufnehmen. Mit dem Pieper werden die Notfallseelsorger von Polizei oder Feuerwehr zum Einsatz gerufen.

„Der Kontakt zur Notfallseelsorge ist über einen Bekannten von der Feuerwehr entstanden“, sagt die selbstständige Versicherungskauffrau. Sie ist unter den 37 ehrenamtlichen Notfallseelsorgern der Landeshauptstadt die jüngste. Durch ein Theologiestudium sowie ehrenamtliche Arbeit im Technischen Hilfswerk bringt Wilhelm gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit.

Typische Notfälle sind Unfälle, bei denen Kinder oder deren Eltern betroffen sind, aber auch das Überbringen von Todesnachrichten oder das Betreuen von Menschen, die in einer Unglückssituation auf sich allein gestellt sind.

Alexandra Wilhelm fühlt sich auf die Betreuung von Menschen in Verlust- und Krisensituationen gut vorbereitet: „In den 18 Monaten Ausbildungszeit wurden wir langsam an das herangeführt, was uns erwartet. Wir haben viel fachliches Rüstzeug mit auf den Weg bekommen.“

Da stimmt Karl Haverkamp zu. Er ist mit 71 Jahren der Älteste im Team und bereits seit 2010 dabei. Der ehrenamtliche Seelsorger weiß, worauf es ankommt: „Wir sorgen für erste Hilfe ohne viele Worte. Man erlebt Menschen in ungeschminktem Zustand. Das ist am Anfang vielleicht nicht immer einfach zu verarbeiten, aber mit der Zeit sammelt man Erfahrungen und weiß, was in der jeweiligen Situation zu tun ist.“ Helfen soll den Neuen da die Supervision, in der die Einsätze verarbeitet werden.

Die ersten praktischen Erfahrungen als Notfallseelsorgerin hat Alexandra Wilhelm bereits hinter sich – gemeinsam mit erfahrenen Mitarbeitern, nicht alleine. „Man muss lernen, sich selbst zurückzunehmen und als ruhender Pol zu agieren. Ich denke, dass ich Stück für Stück in die neue Aufgabe hereinwachse“, sagt Wilhelm.

„Es dauert ein bisschen, bis man weiß, wie man auf Leute zugeht. Die Konfrontation mit dem Tod wird aber nie zur Routine – das soll sie auch nicht“, sagt Haverkamp.

Die Düsseldorfer Notfallseelsorge ist ökumenisch. Es gibt mit dem evangelischen Pfarrer Olaf Schaper und dem katholischen Religionspädagogen Christoph Dörpinghaus zwei hauptamtliche Seelsorger.

Am Dienstag, 18. November, beginnt um 18 Uhr in der evangelischen Johanneskirche, Martin-Luther-Platz, Stadtmitte, ein Gottesdienst aus Anlass der Beauftragung der neuen Ehrenamtlichen der Notfallseelsorge.