05.05.2015
Protest der Hebammen

Infos zu Geburtshaus und neue Hebammenzentrale

Kinderwagen/ Foto Archiv NDOZ.de

Es ist „5 vor 12“ klagen die Hebammen und informieren heute ab dieser Uhrzeit mit Düsseldorfer Eltern mit einem Stand auf dem Schadowplatz über das drohende „Aus“ für viele Hebammen. Außerdem gibt es Informationen über das Geburtshaus an der Achenbachstraße 56a und eine ab Mai von der Stadt geförderte, neu an den Start gehende Hebammenzentrale. Bis 18 Uhr geht es am Schadowplatz um den Erhalt der Hausgeburt mit der Hilfe von Hebammen, deren Beruf durch Forderungen nach einer teuren Versicherung bedroht ist.

Nachdem die Verhandlungen zwischen dem Gesamtverband der Krankenkassen (GKV) und den Hebammenverbänden erneut gescheitert sind, so die Hebammenverbände, werden die Düsseldorfer Hebammen und Eltern am 5. Mai 2015, dem internationalen Tag der Hebammen, auf dem Schadowplatz in Düsseldorf ab 11.55 Uhr auf ihre Situation aufmerksam machen. Trotz der monatelang anhaltenden Proteste seitens der Eltern und Hebammen fordert der GKV jetzt Ausschlusskriterien für die Hausgeburtshilfe, die eine massive Einschränkung der Kompetenzen für Hebammen und somit eine weitere Hürde für das freie Wahlrecht des Geburtsortes für Frauen und werdende Eltern bedeuten würde.

Hebammen sind gut ausgebildet und verfügen über das Wissen, wann eine Schwangerschaft bzw. Geburt ein Risiko zeigt und somit in ärztliche Hände gehört. Die neue Forderung des GKV erkennt diese Kompetenz nicht mehr an und fordert, dass werdende Eltern ihre Hausgeburt künftig (als IgEL-Leistung) selbst finanzieren müssen.

Da kein Konsens erreicht werden konnte, wird nun die Schiedsstelle angerufen, was eine zeitliche Verzögerung nach sich zieht. Auf Alternativangebote seitens der Hebammenverbände ist der GKV nicht eingegangen. Der Abbruch der Verhandlungen hat deutliche Konsequenzen für die Hebammen.

Die Vergütungssteigerung um fünf Prozent, die mit dem Abschluss des Vertrags einhergehen sollte, steht weiter aus. Die Ausgestaltung des Sicherstellungs-zuschlags, der ab Juli 2015 Hausgeburten unterstützen sollte, liegt brach. Die Berufshaftpflichtversicherungsprämie wird im Juli um weitere 20 Prozent auf dann 6.274,32 Euro steigen.

Dies wird zur Folge haben, dass noch mehr Hebammen ihren Beruf aufgeben werden. Es geht um den Verlust jahrhundertealten Wissens und den Berufsstand der Hebammen. Hier geht es auch im die Versorgung und Wahlfreiheit der künftigen Eltern: Seit langem ist die Nachfrage nach Begleitung vor/bei/nach der Geburt in Düsseldorf deutlich höher als das Angebot! Eine familienfreundliche Stadt wie Düsseldorf muss ein großes Interesse an einer guten Versorgung rund um die Geburtshilfe haben.