03.02.2016
Sicherheit zu Karneval

2500 Polizisten, mehr Videoüberwachung und Anlaufstellen der Polizei

Videowagen der Polizei zur mobilen Überwachung / Foto Jo Achim Geschke NDOZ.de

Mit zusätzlichen Videokameras in Altstadt und an der Kö, mit einer extra Anlaufstelle für Anzeigen in der Altstadt, mit mehr Beamten und mit Platzverbot für bekannte Gewaltbereite Personen will die Polizei für mehr Sicherheit beim Karneval sorgen. Eine Anlaufstelle am Burgplatz und eine extra für Frauen sollen zudem eine schnelle Aufnahme von Anzeigen und eventuelle schnelle Verfolgung der Täter garantieren. Dienstagmittag stellten Polizeipräsident Norbert Wesseler, verantwortliche Polizeibeamte sowie OB Thomas Geisel die Vorbereitungen auf die „tollen Tage“ vor.

Die Stadt hat  der Polizei nahe am Burgplatz (Marktstraße 2 - neben einem Headshop) Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Dort sollen Anzeigen aufgenommen werden, in einem Nebenraum sind ruhige Gespräche  mit  KriminalbeamtInnen möglich, erläuterte der Chef der polizeiliche Gefahrenabwehr, Leitender Polizeidirektor Georg Schulz, der zuständig ist für Karneval und Rosenmontagszug. An Altweiber ist Polizeidirektor Jürgen Bielor zuständig. Das Sicherheits-Konzept für Karneval wurde mit dem Comitee Carneval (CC), der Rheinbahn, der Stadt und auch der Bundespolizei (zuständig am Bahnhof) abgesprochen.

Allein an Altweiber (Donnerstag) sind 600 Beamtinnen unterwegs, früher waren es rund 270. Waren am Rosenmontag früher 900, sind jetzt insgesamt 1453 BeamtInnen im Einsatz.  Und das nicht nur bis 2 Uhr nachts, sondern bis 6 Uhr morgens, betont Schulz. Allein am Karnevalssonntag zum bunten Treiben auf der Kö werden mit 500 Polizisten doppelt so viele im Einsatz sein wie in früheren Jahren. Zur Verstärkung kommt, so Schulz, auch eine Hundertschaft aus Bayern nach Düsseldorf. Polizisten in der Ausbildung, „die meisten sind im dritten Ausbildungsjahr, das ist keine Laienschar“, meint Schulz, werden von erfahrenen Kollegen in Sechserteams begleitet, „die werden nicht allein losgeschickt.“

Zusätzliche Videoüberwachung

Allein 41 der Polizei bekannte Personen haben eine Art „Platzverweis“ für Altstadt und Kö, so Schulz weiter. Um Straftäter abzuschrecken oder auch schneller aufzuspüren wird es eine erweiterte Videoüberwachung geben: Am Schloßturm sind zwei zusätzliche Kameras installiert, die in verschiedene Richtungen aufnehmen. An der Ecke Mertensgasse/ Andreasstraße Richtung Burgplatz ist (am Weinhaus Tante Anna) auch eine feste Kamera installiert.

Außerdem werden mobile Kamerawagen der Polizei mit ihren teleskopartig ausfahrbaren Kameras eingesetzt, so Polizeidirektor Jürgen Bielor. Während des Rosenmontagszugs steht einer an der Ecke Kö / Steinstraße.  

Neue Videokamera in der Altstadt / / Foto Jo Achim Geschke NDOZ.de

Warnung wegen „kleinem Waffenschein“

Wer einen sogenannten „kleinenWaffenschien“ besitzt für eine Gas- oder Schreckschuss-pistole / -Revolver, darf diese zu Karneval keineswegs mitnehmen. „Es ist hoffentlich allen klar, dass es bei öffentlichen Veranstaltungen nicht erlaubt ist, diese Waffen mitzuführen“, mahnt der leitende Polizeidirektor.

Wer zudem als Teil der Verkleidung „sturmgewehr-ähnliche Attrappen bei sich hat, wird uns sehr schnell kennenlernen“, warnt Schulz davor, Pistolen, Gewehre oder ähnliches mitzunehmen, die echten Waffen ähnlich sehen.  Cowboys und ähnlich kostümierte müssen also den 44er-Peacemaker zu Hause lassen.

Anlaufstelle für Frauen

Das Gleichstellungsbüro und Frauenberatungsstelle Düsseldorf bieten gemeinsam eine Anlaufstelle für Frauen an Karneval in der Altstadt, an der Mertensgasse 1, an. Die Anlaufstelle für Mädchen und Frauen an der Mertensgasse 1 ist an Altweiber, 4. Februar, und Rosenmontag, 8. Februar, jeweils von 10 bis 2 Uhr am darauffolgenden Tag geöffnet. Die Polizei Düsseldorf unterstützt die Aktion und ist mit Kolleginnen und Kollegen vom Opferschutz vor Ort. Darüber hinaus wird an den Öffnungstagen, ebenfalls von 10 bis 2 Uhr, die Notrufnummer 01577.0075415 für den direkten Kontakt mit einer Fachberaterin geschaltet sein.

Stadt und Feuerwehr, Erste-Hilfe-Plätze

Das Ordnungsamt setzt erneut die Aktion scherbenfreie Altstadt um. Die im Durchschnitt 220 Mitarbeiter pro Tag an den Kontrollpunkten sind in diesem Jahr zusätzlich sensibilisiert bei außergewöhnlichen Ereignissen die Polizei hinzuzuziehen. Darüber hinaus sorgen Feuerwehr und Rettungsdienst für schnelle Hilfe bei Notfällen. Täglich sind 153 Kräfte im Einsatz und es werden zusätzlich zwei Unfallhilfestellen, ein Erster-Hilfe-Platz und eine Sanitätsanlaufstelle vorgehalten.

Den Besuchern der Altstadt wird untersagt, Glasbehältnisse mitzuführen. Die dort ansässigen Händler und Außengastronomien dürfen während der "tollen Tage" keine Waren in Glasbehältnissen verkaufen. Die Besucher werden mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne informiert. Das Glasverbot in Düsseldorf gilt für den Kern der Düsseldorfer Altstadt zu Altweiber, Donnerstag, 4. Februar, 8 Uhr, bis zum nächsten Morgen, Freitag, 5. Februar, 5 Uhr, und
am Karnevalssonntag, 7. Februar, 12 Uhr, über den gesamten Rosenmontag, 8. Februar, bis Veilchendienstag, 9. Februar, 5 Uhr.

Die Feuerwehr hat an den tollen Tagen täglich 153 Kräfte im Dienst. Es werden nur speziell ausgebildete Feuerwehrführungskräfte und Einsatzleiter mit mehrjähriger Veranstaltungserfahrung für die Karnevalsaktionen eingesetzt. Altweiber sind zusätzlich 115 Leute, darunter 113 Sanitäter und zwei Ärzte einsatzbereit. Rosenmontag werden rund 300 Einsatzkräfte, darunter rund 240 Rettungsdienstmitarbeiter der Hilfsorganisationen und acht Ärzte zusätzlich vorgehalten.

Anlaufstellen für Hilfesuchende im Überblick:
Altweiber, 4. Februar- Unfallhilfsstellen:

1. Neanderkirche, Zugang Andreasstraße 15 - 2. Burgplatz (Rathausinnenhof) - Erste-Hilfe-Platz: Rheinuferpromenade Höhe "Alter Hafen" - Sanitätsanlaufstelle: Rathausturm, Marktplatz
Sonntag, 7. Februar, Familienkarneval, Unfallhilfsstellen:
1. Königsallee (West) - 2. Neanderkirche, Zugang Andreasstraße 15 - 3. Burgplatz (Rathausinnenhof) - Erste-Hilfe-Platz: Rheinuferpromenade Höhe "Alter Hafen"

Rosenmontag, 8. Februar
Mobile zusätzliche Rettungswachen: am Stiftplatz und Stadtbrückchen
Unfallhilfsstellen:
1. Burgplatz (Rathausinnenhof) - 2. Kay-und-Lore-Lorentz-Platz - 3. am Stadtbrückchen -
4. an der Steinstraße.

v.l. Georg Schulz, Leiter Gefahrenabwehr, Polizeipräsident Norbert Wesseler, Jürgen Bielor Einsatz Karneval, in der Anlaufstelle Altstadt, mit Max Stahl am PC. / Foto Jo Achim Geschke NDOZ.de

(Text Jo Achim Geschke mit Material der Stadt)