22.12.2014
Weihnachtsgeschenke für Flüchtlinge

Große Solidarität mit den Flüchtlingen

Flüchtlings-Kinder aus Togo bekommen in Rath Geschenke, Foto Jo Geschke NDOZ

Die Augen der Kinder strahlen, auch Vater Abdulkarim Rananou lacht. Die Kleinste kann ihr Geschenkpaket kaum heben, es ist ein ehemaliger Schuhkarton. Familie Rananou stammt aus dem Kongo, ist seit 17 Jahren in Deutschland. Wie sie bekamen am Montag, 22. Dezember, mehr als 70 Flüchtlinge in Rath hübsch verpackte Weihnachtsgeschenke. Gesammelt und verpackt wurden sie in der evangelischen Osterkirchen-Gemeinde – nur ein Beispiel, wie viele Düsseldorfer den Flüchtlingen helfen , und auch weiter beistehen wollen.

In der Flüchtlingsunterkunft in Rath leben in zwei Häusern 78 Erwachsene und Kinder. Sie kommen aus Serbien, China, aus dem Kongo oder aus Togo in Afrika. Wie die Familie Schunza, seit 2004 in Rath. Mit den fünf Kinder, sagt Vater Madimba Tschunza, „ist es sehr schwer eine Wohnung zu bekommen, wir brauchten eigentlich nur drei Zimmer, also zwei Schlafzimmer und ein Wohnzimmer, aber in Düsseldorf ist das sehr schwer zu finden.“

 In dem kleinen Raum in Rath haben die Helferinnen die Geschenkkartons auf Tischen gestapelt und  mit selbst gebackenen Keksen, Weihnachtssternen und Lichtern ein wenig Weihnachtsstimmung aufgebaut. Ulla Banse und Gabriele Grego von der Oster-Kirchengemeinde an der Graf-Recke-Straße  haben Listen erstellt, in denen die Empfänger genau verzeichnet sind: Name, Alter, ob Kind oder Erwachsener, Frau oder Mann, das alles muss vorher aufgezeichnet werden und die Päckchen nach den jeweiligen Bedürfnissen gepackt werden. Die Kartons mit Duschgel, oder Mützen und Schals, mit Süßigkeiten, die auch Muslime essen können (also keine Gummibärchen), das alles tragen  die HelferInnen  aus den Autos in die Flüchtlingsunterkunft, und die beiden Helferinnen der Oster-Kirchengemeinde verteilen die Geschenke Stück für Stück an die Familien.

 Viele Hilfsaktionen in Düsseldorf

 Es ist nicht die einzige Hilfsaktion für Flüchtlinge in Düsseldorf . SchülerInnen des Luisengymnasiums haben Päckchen gepackt, Grundschulkinder aus der Helmholtzstraße Geschenke für  Gleichaltrige bei der Flüchtlingshilfe „Stay!“ abgegeben, die Tersteegengemeinde in Golzheim hat mit einem Basar viele Hilfsgüter für Flüchtlinge gesammelt und an die Bedürftigen  abgegeben.

Weitere Hilfsaktionen sind geplant: so soll ein Kochkurs bei der Awo und den Falken in Gerresheim starten, und weitere Sammelaktionen sind in Vorbereitung, damit nicht nur zur Weihnachtszeit die Unterstützung läuft.

Flüchtlingsfamilie mit Weihnachtsgeschenken in Rath, Foto Jo Geschke NDOZ

 Dank der Diakonie

„Wir sind geradezu überwältigt“, sagt Diakoniepfarrer Thorsten Nolting angesichts der vielen warmen Jacken, Mützen, Handschuhe, der Babyausstattungen, Kinderwagen und Schultornister, die in den vergangenen Wochen für Flüchtlingsfamilien gespendet worden sind. „In Düsseldorf ist die Hilfsbereitschaft riesig“, so Nolting. Sowohl Geschäftsleute und Firmen als auch Schulklassen, Vereine und viele Privatpersonen setzten sich engagiert dafür ein, dass Flüchtlinge, die nach großem Leid und Strapazen in Düsseldorf ankommen, mit dem versorgt werden können, was sie dringend brauchen.

Die Flüchtlingshelfer der Diakonie organisieren gemeinsam mit dem Diakonie-Tochterunternehmen fairhaus die anspruchsvolle Logistik, damit alle rund 1.850 Flüchtlinge in den Düsseldorfer Unterkünften die Sachspenden erhalten, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Dabei werden sie von vielen Ehrenamtlichen unterstützt. Über 80 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer haben allein in den letzten Monaten ein dauerhaftes Engagement für Flüchtlinge übernommen. „Solch eine Tätigkeit verlangt den Ehrenamtlichen viel ab“, sagt Thorsten Nolting, „denn sie werden oft mit großem Leid konfrontiert.“ Umso dankbarer sei die Diakonie für dieses bürgerschaftliche Engagement. Sehr viel Einsatz komme aus den Kirchengemeinden, sagt der Diakoniepfarrer. Dort seien hunderte von Weihnachtspäckchen für Flüchtlinge gepackt und verteilt worden, es gebe neben Gottesdiensten auch Feiern und Kleiderbasare. „Die Menschen fühlen sich dadurch sehr willkommen.“