19.03.2015
Equal Pay Day

Guerilla-Stricken für gleiche Löhne

Frau an der Bohrmaschine / Foto Archiv NDOZ.de

Anlässlich des „Equal Pay Day“ fordert der DGB, dass die Differenz von rund 22 Prozent zwischen Gehältern von Männern und Frauen aufgehoben wird. Der internationale Aktionstag "Equal Pay Day" macht auf diese bestehende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam und wird am 20. März in der Zeit von 15 bis 17 Uhr auf dem Schadowplatz begangen. Mit dabei : Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD) und NRW-Ministerin Barbara Steffens (Grüne) sowie Akteurinnen der örtlichen Frauenverbände und –organisationen, die mit einem "Guerilla-Knitting" auf die ungleiche Bezahlung aufmerksam machen.

Angeleitet wird die Aktion vom Künstlerduo "Kommando Agnes Richter", das mit der Verbindung traditioneller Handarbeiten in soziokulturellen Kontexten des öffentlichen Raums schon mehrfach auf sich aufmerksam gemacht hat. Sie werden mit PassantInnen beim "Guerilla-Knitting" aus Absperrband eine überdimensionale Equal-Pay-Day-Tasche produzieren. Die rote Tasche symbolisiert beim "Equal Pay Day" die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

„Nachweislich verdienen Männer in Deutschland immer noch fast ein Viertel mehr als Frauen. Oder anders gesagt: Frauen müssen für dasselbe Jahresgehalt wie Männer fast ein Vierteljahr länger arbeiten. Die Entgeltdifferenz liegt bei 22 %,“ so Sigrid Wolf, Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Düsseldorf. Die Differenz ist so hoch wie im Vorjahr. Das sei der eigentliche Skandal: Die Entgeltlücke sei nicht nur groß- es werde auch nichts dafür getan, damit sie sich endlich schließt. „Wir brauchen gesellschaftliches Umdenken: Unbezahlte Familienarbeit und bezahlte Erwerbsarbeit müssen zwischen den Geschlechtern umverteilt werden,“ so Wolf weiter. Der Anteil an sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen bzw. Männern ist in allen Altersstufen ungefähr gleich. Doch die Arbeitsumfänge klaffen weit auseinander. Während nur 55 % der Frauen in Vollzeit arbeiten und 45 % in häufig geringer Teilzeit, arbeiten 91 % der Männer Vollzeit und nur 9 % in Teilzeit.

Auch die Zukunftswerkstatt Düsseldorf (ZWD) macht mit beim Guerilla-Knitting. Das kommunale Unternehmen setzt sich seit seiner Gründung vor 25 Jahren  aktiv für die Chancengleichheit von Frauen ein und lebt Gleichberechtigung vor: Die Geschäftsführung ist seit 1991 weiblich besetzt und auch im Kreis der Führungskräfte ist das Verhältnis von Frauen und Männern ausgewogen. „Umso bedauerlicher, dass im Jahr 2015 die gesellschaftliche und wirtschaftliche Realität einen Equal Pay Day überhaupt nötig macht“, betont Geschäftsführerin Claudia Diederich. „Wir erfahren in den verschiedensten Zusammenhängen immer wieder, wie wichtig Erfolg im Beruf gerade für Frauen ist, aber auch mit welchen Hemmnissen sie zu kämpfen haben.“

Unter dem Motto "Spiel mit offenen Karten" fordern die Veranstalterinnen Transparenz bei den Entgeltstrukturen in den Betrieben, denn nur so können gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit erreicht werden. Deutlich sichtbar, in den Farben des "Equal Pay Day" gekleidet, treten die Mitwirkenden für die Forderung nach gleichem Lohn ein. Unterstützerinnen und Unterstützer sind dabei herzlich willkommen. Für den musikalischen Auftakt sorgt bei der Aktionsveranstaltung die Düsseldorfer Trommelgruppe "Sapali and Friends".