05.03.2015
IHK Konjunkturbarometer Rheinland

Rheinländische Wirtschaft: Ungebrochener Optimismus

Frau an der Bohrmaschine /Foto Archiv NDOZ

Während am Rhein laut IHK vor allem die exportorientierten Unternehmen (wie berichtet) nur wenige Investitionen planen, sehen andere Betriebe die Lage optimistischer. Gemeinsam stellten die IHK Düsseldorf und IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid jetzt ihr neues „Konjunkturbarometer Rheinland“ vor. Danach halten 38 Prozent der Unternehmen ihre Lage für gut, 50 Prozent für befriedigend und nur 12 Prozent für schlecht.

„Der Geschäftslageindex, der die Differenz der positiven und negativen Lageeinschätzungen wiedergibt, bleibt seit Anfang 2014 mit einem Wert von plus 26 Punkten auf einem relativ hohen Niveau“, unterstrich Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid.

Basis für diese Zahlen sind Umfragen der sechs IHKs im Rheinland (Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal-Solingen-Remscheid) an denen sich mehr als 2.500 Betriebe beteiligt hatten.


Die Unternehmen bewerten auch die konjunkturellen Aussichten überwiegend positiv. Die gesunkenen Energie- und Rohstoffpreise und der schwache Euro geben insbesondere der Industrie konjunkturellen Rückenwind. „Getrübt werden die Geschäftserwartungen durch die geopolitischen Krisen, insbesondere den Ukraine-Konflikt, aber auch durch die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung“, so die beiden IHK-Chefs Wenige Dr. Udo Siepmann für die IHK Düsseldorf.
Die Investitionsneigung der Unternehmen bleibt verhalten, ist aber seit Herbst 2014 gestiegen. Als Gründe hierfür können das sehr niedrige Zinsniveau, aber auch die vergleichsweise stabilen konjunkturellen Perspektiven genannt werden.

Die Personalpläne der Unternehmen für 2015 sind vorsichtig und wenig expansiv ausgerichtet. „Hierfür dürfte der gesetzliche Mindestlohn mitverantwortlich sein“, vermuten Wenge und Dr. Udo Siepmann.


Die exportorientierten Unternehmen sind zwar überwiegend optimistisch, ihre Prognosen fallen aber etwas vorsichtiger aus als im Herbst 2014. Positive Impulse gehen vom schwachen Euro aus. Er stärkt die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure außerhalb des Euroraums. Immerhin 39 Prozent der Unternehmen sehen die steigenden Arbeitskosten mit Sorge. Nach der Verabschiedung des Mindestlohngesetzes stieg dieser Wert im Gastgewerbe sogar auf 63 Prozent an. Zugleich sieht mehr als jeder vierte rheinische Betrieb den Mangel an Fachkräften als Bedrohung an. Angesichts des stark gesunkenen Ölpreises verwundert es nicht, dass die Energie- und Rohstoffpreise im Vergleich zum Herbst 2014 als konjunkturelles Risiko an Bedeutung verloren haben.


„Branchen mit einem besonders günstigen Geschäftsklima sind die IT-Branche, die Chemische Industrie, die Beratung und Wirtschaftsprüfung, die Medien- und Kommunikationswirtschaft, das Ernährungsgewerbe sowie das Gastgewerbe“, so Siepmann abschließend.