27.02.2015
IHKs zu Investitionen im Ausland

IHK: Krisen und Kriege behindern Unternehmen

Exporte über den Rhein auf Containerschiffen / Foto NDOZ

Auch viele Düsseldorfer Unternehmen sind vom Export abhängig. Die Sanktionen beispielsweise gegenüber Russland, der Krieg in der Ukraine und das sinkende Wachstum in der Türkei und China lassen die Planung der Unternehmen für Auslandsinvestitionen aber auf einen so niedrigen Stand wie zuletzt 2009/ 2010 sinken. Während zurzeit rund ein Drittel der Unternehmen Investionen in China plant – das sind 50 % weniger als vor vier Jahren – planen 77 % der Unternehmen, in EU Ländern zu investieren. Das geht aus einer Umfrage der IHK Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein bei knapp 300 im Ausland aktiven Unternehmen hervor.

Während die Industrieunternehmen ihre Auslandsinvestitionen wieder etwas steigern werden, streichen die Dienstleister ihre Investitionsbudgets zusammen.
37 Prozent der zu Jahresbeginn befragten Unternehmen aus Industrie, Großhandel und Dienstleistung planen Investitionen im Ausland, darunter allein 46 Prozent in der Industrie. Allerdings werden die Budgets in den kommenden Monaten nicht erhöht. Knapp zwei Drittel der Betriebe werden die für ausländische Standorte vorgesehenen Investitionssummen konstant halten. Jeweils 17 Prozent der Unternehmen planen eine Erhöhung beziehungsweise eine Senkung der Investments. „Zum zweiten Mal hintereinander melden die Unternehmen lediglich konstante Planungen bei den Auslandsinvestitionen. So verhalten waren die Betriebe seit Ende der Wirtschaftskrise 2009/10 nicht mehr“, erklärt dazu IHK-Konjunkturexperte Gerd Helmut Diestler.

Ein Blick auf die verschiedenen Branchen zeige, dass die Investitionsbereitschaft der Industrie im Ausland wieder etwas ausgeprägter sei. 23 Prozent der im Ausland aktiven Industriebetriebe wollten ihre Auslandsinvestitionen ausdehnen, 16 Prozent planten eine Reduzierung. Dagegen befürchten die Dienstleistungsbranche per saldo eine Verringerung der Investitionsbudgets. Sieben Prozent der Dienstleister mit Auslandsinvestitionen würden die Aktivitäten an ihren ausländischen Standorten erhöhen, 19 Prozent investierten dagegen weniger.

„Grund dafür sind die geopolitischen Krisen, die im letzten Jahr eskaliert sind. Auch die Unternehmen vor Ort sind davon betroffen“, erklärt Diestler. Insbesondere Russland und Südosteuropa hätten an Bedeutung als Zielregion für Auslandsinvestitionen verloren. „Noch vor drei Jahren wollten 27 Prozent der im Ausland aktiven Unternehmen in diesen Regionen investieren. Heute liegt der Anteil bei gerade einmal zehn Prozent“, sagt der IHK-Experte. Neben dem Russland-Ukraine-Konflikt sei auch der Krieg in Syrien von Bedeutung, denn dieser habe zu einer deutlichen Verringerung der Wachstumsraten im Nachbarland Türkei geführt.

77 Prozent aller auslandsaktiven Betriebe wollen in anderen EU-Ländern investieren, 21 Prozent der Unternehmen haben China bei ihren ausländischen Engagements im Blick. „Jedes dritte im Ausland aktive Industrieunternehmen plant Direktinvestitionen in China. Vor vier Jahren lag der Anteil noch bei mehr als 50 Prozent. Die verringerten Wachstumsraten in China führen zu einer etwas verhalteneren Investitionsbereitschaft“, erläutert Diestler. Dafür würden andere asiatische Länder wie Indien oder Vietnam als Investitionsziele an Bedeutung zunehmen. Aktuell wollen in dieser Region 27 Prozent der Industriebetriebe investieren, vor vier Jahren waren es noch 21 Prozent.