13.11.2014
Kulturförderung 2015

Fast eine Million für die freie Szene

Schaupielhaus Foto Jo Geschke

Das Schauspielhaus muss wegen dringendst nötiger Sanierungsarbeiten ab 2016 für rund 6 Monate geschlossen werden. Auch für die anderen Kulturinstitute gibt es bekannter Weise erheblichen Sanierungsstau, machten am Donnerstag vor dem Kulturausschuss die Sprecher der Ampel klar. Die will aber neben den großen Häusern auch die freie und junge Szene der Stadt im nächsten Jahr erheblich fördern. Rund 950.000 Euro legt die Ampel für die junge Szene aus Tanz und Musik und Kunst und andere Kulturinstitute wie etwa das Zakk für das nächste Jahr insgesamt drauf.

Die Anträge der Ampel für den Kulturbereich, erläutert Manfred Neuenhaus (FDP), „beziehen sich vor allem auf die freie Szene, die nach dem Stillstand in den vergangenen Jahren nicht länger hingehalten werden kann.“  Die Stadt sei gewachsen,  wenn die Kultur nicht mit wachse, sei das fatal für eine Stadt.

Schwerpunkt der Förderung ist Tanz- und Theater: Allein 145.000 Euro sollen in die Spitzenförderung von freien Gruppen aus Tanz und Theater fließen, und so die Landeszuschüsse ergänzen. Im Etat für das Forum Freies Theater (FFT) werden die von der Verwaltung angesetzten 109.000 Euro um 70.000 auf 179.000 € erhöht. Damit können etwa Proberäume für die freien Gruppen angemietet werden.

 

Das Puppentheater Helmholtzsstraße (plus 8500 €), Theater Flin ( von 2500 auf 20.000 €), das „Half past selber Schuld“ (6616 €) erhalten mehr Geld. Das Opensource Festival bekommt 110.000 €, das „new fall“ 75.000 €. Und nicht zuletzt das Zakk bekommt statt vorgesehener 754.000 im nächsten Jahr 954.000 €. Und auch der Traditionsverein Malkasten erhält mit 72.000 € mehr als zuvor.

Das Tanzhaus soll seinen Anbau verwirklichen können, betonen Neuenhaus und Clara Deilmann (Grüne), schließlich sei Düsseldorf zur „Tanzhauptstadt“ geworden, der excellente Ruf gehe über Deutschland hinaus.  

Der Etat der Mahn- und Gedenkstätte wird, so Cornelia Mohrs (SPD), um 23.000 auf 145.000 € erhöht, damit dort mehr Honorarkräfte für die Arbeit mit Schulen und Besuchergruppen bezahlt werden können. Für die Kunsthalle wird die Kürzung von 32.000 € zurück genommen.  Und der Verein „kom’ma erhält endlich Planungssicherheit und bekommt eine Förderung von 60.000 €.

Die bisherigen Beiräte für Kunst, Theater, Musik und Literatur, bei denen  die Gruppen beispielsweise ihre Anträge jährlich einreichten, sollen umstrukturiert werden, kündigte die Grüne Kultursprecherin Deilmann an. So soll es eine feste Stelle geben, damit die Gruppen der freien Szene einen Ansprechpartner bekommen. Außerdem wird ein Beirat für Neue Medien, wie Film, Video und Digitales, eingerichtet.

Korrektur: Die Grafitti- und Street-Art-Gruppen erhalten an der Vennhauser Allee, an der Unterführung, eine feste Wand für ihre Kunst, die sie schon lange gefordert haben, freut sich Deilmann.

Instandhaltung forcieren, Schauspielhaus sanieren

„Die Institute arbeiten bereits am Limit, wir werden daher die Ankaufsetats auf die alte Höhe setzen“, kündigte Deilmann für die Ampel weiter an. Zudem soll eine Bestandsaufnahme gemacht werden, denn nach den aufgeschobenen Maßnahmen müsse jetzt der Sanierungsstau abgebaut werden. Allein die Sanierung des Schauspielhauses, das aus den 60er Jahren stammt, werde rund 14 Millionen € kosten. Aber auch Kunsthalle und FFT müssen aufgearbeitet werden. Alles in allem werde das um die 10 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren kosten.

Kulturentwicklungsplan

Es soll eine Agentur gefunden werden, die eine Bestandsaufnahme von allen Kulturinstituten realisiert und mit Kulturamt und im Bürgerdialog eine Vernetzung schafft. Das werde zu einem Kulturentwicklungsplan führen, den andere Städte wie Köln bereits nutzen, so Deilmann.

Finanzierung – Kritik der CDU

Die CDU-Opposition  kritisiert mit harschen Worten die Vorschläge der Ampel-Kooperation. Friedrich Conzen (CDU), wie zuvor Vorsitzender im Kulturausschuss: „Alles in allem hat die Ampel den Haushalt um mehr als zwei Millionen Euro gesprengt. Das halten wir wegen der wirtschaftlichen Entwicklung für unverantwortlich.“  Die CDU-Ratsfraktion habe von der Ampel konsequent Deckungsvorschläge eingefordert. Die Ampel „kann die Katze nicht erst in der Dezember-Ratssitzung aus dem Geldsack lassen“, so Conzen.

Neuenhaus (FDP) und die Vertreterinnen der Ampel verweisen allerdings darauf, dass die Ampel nach ihrer Gründung erst seit wenigen Wochen an den Haushaltsanträgen habe arbeiten können. „Wir werden in der Ratssitzung am 4. Dezember die Finanzierung klar darlegen“, versichert Neuenhaus (FDP). Schließlich habe gerade die FDP immer darauf gedrungen, das keine neuen Schulden gemacht würden. Die Ampel hat festgeschrieben, dass keine neuen Schulden gemacht werden. Am 4. Dezember in der Etatsitzung  wird es also schon wegen des Kulturetats spannend werden.