Es gibt Kochbücher, die mehr sind als nur Rezeptsammlungen. Sie erzählen Geschichten, wecken Erinnerungen und schicken uns auf eine kleine Reise – ohne dass wir dafür die eigene Küche verlassen müssen. Genau so ging es mir mit „Tradition trifft Moderne“ von Sascha Stemberg.
Als das Buch in der Redaktion ankam, blätterte ich neugierig hinein und blieb gleich auf Seite 18 hängen: „Bretonische Sardinen mit Knoblauch und Sauerteigbrot“. Eine schlichte Vorspeise mit Tiefe, Schärfe, Salz und Sonne. Und mit einem Hauch Frankreich, meiner Heimat. Dazu der Duft von Knoblauch und frischen Kräutern. Ich wusste sofort: Diese Sardinen sind für mich.
Sternekoch mit lokalen Wurzeln und Weitblick
Sascha Stemberg ist kein Unbekannter. Der Mitinhaber und Küchenchef des Haus Stemberg in Velbert führt den Familienbetrieb bereits in fünfter Generation. Sein Restaurant wurde mit einem Michelinstern ausgezeichnet und mehrfach als eines der besten Gasthäuser Nordrhein-Westfalens gefeiert. In seiner Küche treffen bodenständige Gerichte auf raffinierte Aromen, wie er selbst sagt:
"Mein Geheimnis ist, der Blutwurst bei der Zubereitung die gleiche Liebe zu schenken wie dem Hummer."
Bekannt ist Stemberg auch aus dem Fernsehen, unter anderem aus Kitchen Impossible oder Grill den Henssler. Und: Er kennt Düsseldorf. Hier kochte er früher im Victorian, sowie im 2-Sterne-Restaurant Hummerstübchen unter Peter Nöthel (beide inzwischen geschlossen). Heute bringt er seine kulinarische Handschrift ins Haus Stemberg in Velbert ein – nur rund 45 Minuten von Düsseldorf entfernt. Auch deshalb passt dieses Buch so gut zu uns.
Frühling auf dem Teller: Meine Variante der bretonischen Sardinen
Nachdem ich das Buch von Sascha Stemberg durchgeblättert hatte, wusste ich sofort: Ich muss eines der Rezepte ausprobieren. Und als Französin mit einer Leidenschaft für gutes Essen blieb ich direkt bei den Bretonischen Sardinen mit Knoblauch und Sauerteigbrot hängen.
Der Sternekoch empfiehlt sardines millésimées – mindestens zwei Jahre gereift, am besten von Bosfood. Das passte perfekt, denn ich hatte noch ein paar Dosen sardines millésimées von 2018 aus der Bretagne – zart und aromatisch.
Für das Brot kam nur das Sauerteigbrot von der Bäckerei Bulle in Flingern in Frage, denn dort kaufen wir ohnehin fast jede Woche frische Backwaren. Kurz geröstet mit einem Hauch Rosmarinöl, bietet es die ideale Basis für die zarten Sardinen. Natürlich kann man auch ein Sauerteigbrot von einem anderen guten Bäcker verwenden – zum Glück haben wir in Düsseldorf ja ein paar davon.








