Start der Impfung der über-80-jährigen Düsseldorfer*innen

Impfstart der über 80-Jährigen und Rettungsdienste – Infos über Ablauf des Impfens im Impfzentrum Arena

Von Jo Achim Geschke

Georg Klingebiel (95) wird von Dr. Yvonne Jap geimpft, © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young
Impfstart Impfzentrum mit Senioren

Georg Klingebiel (95) wird von Dr. Yvonne Jap geimpft, © Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

Seit gestern Morgen werden Düsseldorfer*innen im Impfzentrum an der Arena geimpft. Wenn Sie denn einen Termin schon bekommen hatten. Da die Impfung freiwillig ist, ruft die Stadtspitze dringend zur Impfung auf. Allerdings dauert das Impfen viel zu lange und ist – durch Fehler bei der EU und im Bund – und viele Senioren haben sich wegen der schleppenden terminvergabe beschwert. Zu Beginn wird das Impfzentrum montags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 20 Uhr geöffnet sein und bis zu 480 Menschen pro Tag impfen - die Mitglieder der zur Gruppe 1 gehörenden Rettungskräfte vormittags, die Über-80-jährigen nachmittags. Die Kapazität kann aber, sobald das Land NRW nach ausreichender Belieferung des Herstellers an den Bund, mehr Impfstoff zur Verfügung stellen kann, auf bis zu 2.400 an sieben Tagen pro Woche erhöht werden. Dann würde das Impfzentrum an sieben Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Neben den Impfärzten der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein sind im Impfzentrum bis zu 150 nicht-medizinische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Wir freuen uns, dass heute hier im Impfzentrum Düsseldorf endlich die Impfungen für die rund 38.000 Bürgerinnen und Bürger über 80 Jahre beginnen, und ich möchte alle bitten, von dieser freiwilligen und kostenlosen Impfung Gebrauch zu machen. Gleichzeitig möchte ich allen danken, die dieses Impfzentrum bereits im Dezember unter enormen Zeitdruck aufgebaut haben, darunter insbesondere der Feuerwehr Düsseldorf und unserem Arena-Partner D.LIVE. Den Impfärztinnen und -ärzten, die hier die Impfungen vornehmen. Den Sanitäterinnen und Sanitätern des DRK. Und allen Helferinnen und Helfern. Nun hoffen wir darauf, dass uns bald soviel Impfstoff zur Verfügung gestellt werden kann, dass wir an sieben Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr täglich 2.400 Impfungen vornehmen können."

Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender KV Nordrhein: "…Die Terminvereinbarungen waren ein nicht immer geräuschlos verlaufener Kraftakt, aber ein erfolgreicher: Wir hatten bis zum Wochenende schon über 720.000 Termine für Erst- und Zweitimpfungen vergeben - für 360.000 Personen. Aufgrund der begrenzten Impfstoffmengen können wir in NRW jede Woche nur etwa 75.000 Menschen in NRW impfen, sodass sich bei etwa 850.000 Berechtigten die Terminplanung bis in den Mai hinein zieht. Die jüngsten Lieferzusagen machen uns aber vorsichtig optimistisch, dass wir bei den Impfungen schneller vorankommen als derzeit geplant oder vielleicht parallel mit den Impfungen der nächsten Priorisierungsgruppe anfangen können. Wir können den Betrieb der Impfzentren mit einigen Tagen Vorlauf jederzeit hochfahren. Dafür stehen uns allein bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein rund 3.000 Impfärzte zur Verfügung.“

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche: "Die Impfung möglichst vieler Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ist ein ganz wichtiger Schritt zurück zu mehr Freiheit und Normalität. Es ist wichtig, zunächst gerade die vulnerablen Personengruppen zu schützen. Ich bitte möglichst alle angeschriebenen Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, von diesem kostenlosen Impfangebot Gebrauch zu machen. Sie schützen sich und andere!"

Die Reihenfolge der Personengruppen, die geimpft werden, legt die Impfverordnung des Bundes fest. Begonnen wurde am 27. Dezember 2020 mit den Impfungen in Alten- und Pflegeheimen. Ebenfalls zur Gruppe 1 gehören Beschäftigte der stationären Pflegeeinrichtungen, der ambulanten Pflegedienste und der medizinischen Einrichtungen mit hohem Infektionsrisiko (zum Beispiel Intensivstationen, Notaufnahmen, Onkologie, Transplantationsmedizin, Impfzentren und Rettungsdienste). Die Coronaschutzimpfung ist freiwillig und kostenlos.

Das Impfzentrum (8.000 Quadratmeter) ist komplett barrierefrei, dies hat auch der Behindertenrat nach einem Besuch vor Ort bestätigt. Der Zugang erfolgt wahlweise über einen Fahrstuhl, einer Rollstuhlrampe (hier helfen Bedienstete der Firma Klüh Wheelchair-Services) oder über einer Treppe (auch hier stehen Helferinnen und Helfer bereit).

Das Impfzentrum ist mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln (Endhaltestelle Merkur Spiel-Arena) und mit dem Auto gut zu erreichen und ausgeschildert. Direkt vor dem Eingang sind Parkplätze vorhanden. Taxen können bis zum Eingang vorfahren. Wenn medizinische Gründe für eine Taxifahrt zum Impfzentrum vorliegen, können die kompletten Kosten durch die jeweilige Krankenversicherung übernommen werden. Hierzu ist eine Bescheinigung durch den Hausarzt nötig. Wer nicht selbstständig - oder mit Unterstützung von Dritten - in das Impfzentrum kommen kann, aber auch keine Bescheinigung vom Hausarzt zur vollständigen Erstattung der Beförderungskosten durch die Krankenversicherung erhält, kann einen Gutschein für einen Taxikostenzuschuss pro Impfung für die Fahrten zum Impfzentrum bei der Stadt Düsseldorf bekommen. Ein Formular zur Beantragung lag einem von der Stadt Düsseldorf versandten Informationsschreiben bei. Das Angebot haben bislang zirka 3.000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer angefordert.

Und so läuft dann der Impftermin ab

  1. Zugang nur nach kontaktloser Temperaturmessung. Wer aufgrund von Erkrankungen, des Alters oder einer Behinderung nicht allein kommen kann, darf eine Begleitperson mit in das Impfzentrum bringen.
  2. Check-In an einem der Check-In-Counter. Mitzubringen sind Terminbestätigung und Anamnesebogen, Krankenversicherungskarte und Ausweis. Wer seinen Aufklärungsbogen vergessen hat, bekommt hier einen neuen.
  3. Aufklärung per Video, das die Feuerwehr Düsseldorf erstellt hat und eine Gebärdendolmetschung enthält. Der Videoraum ist zudem mit einer induktiven Höranlage ausgestattet.
  4. Dann begibt sich der Patient in die nächste Ebene. Sollten Impfberechtigte nach dem Aufklärungsvideo noch eine individuelle persönliche Beratung wünschen, stehen dazu Ärzte bereit.
  5. Zehn Logen sind als Impfräume umfunktioniert. In den Logen stehen insgesamt 30 Impfboxen zur Verfügung, so dass jeweils ein Arzt mehrere Impfberechtigte in möglichst kurzen Zeitabständen impfen kann. Die Impfung erfolgt intramuskulär in den Oberarm und wird danach im Impfpass dokumentiert. Wer den Weg in die nächste Ebene nicht machen möchte, kann auch eine der 16 Impfkabinen in der unteren Ebene nutzen.
  6. Nach der Impfung wird den Patienten empfohlen, sich für 30 Minuten in den Ruhebereich im Erdgeschoss zu begeben. Hier stehen auch Sanitäter des DRK bereit.

Für einen ausreichenden Impfschutz muss der derzeit verfügbare Impfstoff zweimal verabreicht werden. Der Schutz setzt nicht sofort nach der Impfung ein. In klinischen Prüfungen wird der Impfschutz je nach Impfstoff ab dem 7. oder 14. Tag nach der zweiten Impfung berechnet.

Ob die Impfung auch vor einer Besiedlung mit dem Erreger SARS-CoV-2 sowie vor einer Übertragung des Erregers auf andere Personen schützt, ist noch unbekannt. Daher ist es trotz Impfung wichtig, sich und seine Umgebung weiterhin zu schützen und die AHA+A+L-Formel (Abstand, Händehygiene, Alltagsmaske, App und Lüften) zu beachten.

Weitere Informationen zum Thema "Coronaschutzimpfung" sind auf der Webseite des RKI unter zu finden.

Zur Erinnerung: Das Land NRW ist für die Lagerung des Impfstoffes, die Zuteilung an die Kommunen und die Lieferung an die Impfstellen zuständig. Für die Verimpfungen und die Terminvergabe in den Impfzentren ist die Kassenärztliche Vereinigung zuständig. Die Stadt Düsseldorf ist für die Einrichtung und den Betrieb des Impfzentrums und die Stellung des nichtmedizinischen Personals zuständig und hält derzeit acht Impfmobile bereit. Zudem kann sie bei Bedarf die KV bei den mobilen Impfungen logistisch unterstützen. In NRW gibt es in jedem der 53 Kreise und kreisfreien Städte ein Impfzentrum, dass jeweils die dort gemeldeten Personen aus der jeweiligen Impfgruppe impft, die gerade priorisiert sind.