Nach acht Wochen Bauzeit können Fahrgäste der U71 und U83 wieder an der Suitbertusstraße einsteigen – jetzt stufenlos und mit neuer Radwegführung.
Suitbertusstraße in Bilk: Barrierefrei mit dem ersten Rheinbahn-Radkap
Rund 4.000 Menschen nutzen die Haltestelle täglich. Zwei neue Bahnsteige erleichtern nun den Einstieg. Beobachtet wird vor allem eine Premiere im Rheinbahn-Netz: Der Radweg führt über den angehobenen Haltestellenbereich.
An der Suitbertusstraße trifft jetzt vieles auf wenigen Metern zusammen: warten, einsteigen, zu Fuß gehen und mit dem Rad durchfahren. Nach rund acht Wochen Bauzeit hat die Rheinbahn die Haltestelle an der Aachener Straße am Mittwoch, 2. September, wieder in Betrieb genommen. Fahrgäste der Linien U71 und U83 können nun ohne Stufe in die Niederflurbahnen ein- und aussteigen.
Neu ist vor allem die Führung des Radverkehrs. Erstmals hat die Rheinbahn in ihrem Netz ein sogenanntes Radkap gebaut. Dabei wird der Radweg im Bereich der Haltestelle auf das Niveau des Bahnsteigs angehoben und baulich mit ihm verbunden.
Was ein Radkap leisten soll
Der Begriff klingt zunächst ein wenig nach Fahrradzubehör. Gemeint ist eine Lösung für eine ziemlich konkrete Konfliktstelle: Dort, wo Fahrgäste warten oder zur Bahn gehen, fährt zugleich der Radverkehr vorbei. Durch das angehobene Niveau soll für Radfahrerinnen und Radfahrer erkennbar werden, dass hier besondere Aufmerksamkeit gefragt ist.
Ob das im Alltag wie geplant funktioniert, wird wissenschaftlich begleitet. Die Rheinbahn hat das Wuppertaler Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation „bueffee“ beauftragt, die Nutzung des Radkaps bis zum Sommer 2027 zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen in weitere Planungen dieser Haltestellenform einfließen.
Zwei neue Bahnsteige und ein umgebauter Kreuzungsbereich
Die beiden Bahnsteige sind jeweils 60 Meter lang. Taktile Leitsysteme führen nach Angaben der Stadt bis zu den Häuserkanten. Hinzu kommen gesicherte Überwege, transparente Wartehallen und digitale Anzeigen mit Vorlesefunktion.
Eröffnung der Haltestelle Suitbertusstraße
Eröffneten die Haltestelle Suitbertusstraße offiziell (von links): Christian Finke (Rheinbahn), Dr. Thorsten Graeßner (Stadtbezirk 3), Cornelia Zuschke (Stadt Düsseldorf) und Marc Nüßen (VRR). / Foto: Rheinbahn AG
Der Umbau beschränkte sich nicht auf die Haltestelle. Rund 450 Meter Gleise wurden modernisiert, Geh- und Radwege neu gestaltet sowie Pegel- und Rohrleitungen erneuert. Die beiden freien Rechtsabbieger im Kreuzungsbereich wurden zurückgebaut. Damit soll der Knotenpunkt übersichtlicher und sicherer werden.
Die Rheinbahn beziffert die Gesamtausgaben auf rund 5,3 Millionen Euro. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr fördert den barrierefreien Ausbau mit rund 3,9 Millionen Euro.
Weitere Haltestellen folgen
Nach Angaben der Rheinbahn ist als Nächstes der Umbau von „Flingern S“ bis Ende 2026 vorgesehen. Es folgen die „Heinrichstraße“ Anfang 2027, der „Mintropplatz“ Anfang 2028 und die „Merziger Straße“ Mitte 2028.
An der Suitbertusstraße beginnt unterdessen der Alltagstest: immer dann, wenn eine Bahn hält und zugleich ein Fahrrad über das neue Kap fährt.
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