Am Rhein beobachteten Menschen die Sonnenfinsternis mit Schutzbrillen, Kameras und selbst gebauten Hilfsmitteln.
Düsseldorf blickte nach oben – jeder auf seine Weise
Von
Alexandra Scholz-Marcovich
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Sonnenfinsternis in Düsseldorf: Ein Paar blickt zur Sonne
Gut vorbereitet auf den seltenen Moment: Mit speziellen Schutzbrillen beobachtet ein Paar die Sonnenfinsternis am Düsseldorfer Rheinufer. / Foto: Klaus von Jackelmann, NDOZ
Mit Schutzbrille am Rhein, beim Grillen im Garten oder vor dem Livestream: Die Sonnenfinsternis wurde in Düsseldorf auf sehr unterschiedliche Weise erlebt. Die Bilder von Klaus von Jackelmann zeigen, was von diesem Abend bleibt, wenn nicht die Sonne, sondern die Menschen im Mittelpunkt stehen.
Manche Menschen bereiten sich auf eine Sonnenfinsternis mit Schutzbrille, Kamera und selbst gebauten Hilfsmitteln vor. Wir hatten Würstchen gekauft.
Am Abend des 12. August schob sich der Mond über Düsseldorf vor die Sonne und verdeckte bis zu 88,14 Prozent ihrer sichtbaren Fläche. Das seltene Ereignis brachte die Stadt nicht zum Stillstand. Aber es brachte Menschen dazu, für einige Minuten nach oben zu schauen – jeder auf seine Weise.
Wer vorbereitet war, fuhr an den Rhein
Klaus von Jackelmann war mit dem Fahrrad aufgebrochen, um die Sonnenfinsternis zu fotografieren. In der Abendhitze fuhr er der tief stehenden Sonne entgegen. Sie erschien ihm intensiver als sonst.
Ohne geeigneten Filter wollte er jedoch weder sein Augenlicht noch den Sensor seiner Kamera riskieren. Also tat er das, was er besonders gern macht: Er dokumentierte das Geschehen drumherum – die Menschen, die diesem seltenen Moment entgegenfieberten.
Im Hafen begegnete er zunächst zwei jungen Frauen, die es sich bei geöffneter Heckklappe in ihrem Fahrzeug gemütlich gemacht hatten. Danach führte ihn sein Weg vom Paradiesstrand weiter in Richtung Düsseldorf-Hamm.
Sonnenfinsternis am Düsseldorfer Rheinufer
Zwischen Lausward, Paradieshafen und Düsseldorf-Hamm ließen sich Menschen am Rhein nieder, um die Sonnenfinsternis zu erleben. / Foto: Klaus von Jackelmann, NDOZ
Überall entlang der Strecke saßen oder standen Menschen – allein, zu zweit oder in kleinen Gruppen. Die meisten, denen Klaus von Jackelmann begegnete, waren offen und freundlich.
Besonders stolz war eine Frau auf ihre selbst gebaute Kamera obscura. Aus einem alten DHL-Paket hatte sie eine einfache Beobachtungshilfe konstruiert. Auch Kinder waren von dieser Idee begeistert. Manchmal braucht ein großes Himmelsereignis offenbar nicht mehr als einen Karton, etwas Einfallsreichtum und freie Sicht nach Westen.
Mit selbst gebauter Kamera obscura am Rhein
Aus einem alten DHL-Paket entstand eine Kamera obscura: Am Düsseldorfer Rheinufer wurde die selbst gebaute Beobachtungshilfe zur Sonne ausgerichtet. / Foto: Klaus von Jackelmann, NDOZ
Weiter in Richtung Hamm traf von Jackelmann auf Fotografiebegeisterte, die mit Kameras und größerer Ausrüstung am Weg standen. Besonders viel Freude hatte eine junge Gruppe, die gemeinsam Einstellungen prüfte und versuchte, diesen seltenen Moment festzuhalten.
Während ihre Kameras zur Sonne gerichtet waren, fotografierte von Jackelmann vor allem die Menschen davor: konzentrierte Gesichter, gemeinsames Ausprobieren und die Vorfreude auf einen Moment, der sich nicht wiederholen ließ.
Gemeinsam die Sonnenfinsternis beobachten
Mit großem fotografischem Equipment war diese junge Gruppe auf den Abend vorbereitet. Das gemeinsame Ausprobieren gehörte sichtbar zum Erlebnis. / Foto: Klaus von Jackelmann, NDOZ
Fotografische Ausrüstung zur Sonnenfinsternis
Ausrichten, prüfen, nachjustieren: Die junge Gruppe versuchte, die Sonnenfinsternis mit ihrer fotografischen Ausrüstung festzuhalten. / Foto: Klaus von Jackelmann, NDOZ
Sonnenfinsternis aus dem Auto beobachten
Auch aus dem geöffneten Autofenster ging der geschützte Blick nach oben: Eine Frau beobachtet die Sonnenfinsternis in Düsseldorf. / Foto: Klaus von Jackelmann, NDOZ
Sonnensichel über Düsseldorf
Die schmale Sonnensichel am Abend des 12. August 2026 in Düsseldorf. / Foto: Klaus von Jackelmann, NDOZ
Zum Abschluss seiner Fahrt begegnete von Jackelmann dem freundlichen Paar an der Hammer Eisenbahnbrücke, das mit Sonnenfinsternisbrillen auf die tief stehende Sonne blickte.
Was ihm von diesem Weg besonders blieb, waren die Begeisterung und die offene Stimmung am Rhein.
„Kostenlos und draußen – Düsseldorf kann auch anders. Es muss nicht immer Fischmarkt sein“, sagt Klaus von Jackelmann.
Wir hatten keine Brille, aber einen Grill
Wir hatten keine Sonnenfinsternisbrillen. Und ehrlich gesagt hatte ich wenig Lust, mich eine Stunde vor einen Optiker zu stellen, um vielleicht noch eine zu bekommen. Also saßen wir mit Familie und Freunden im Garten und grillten.
Gegen 20 Uhr veränderte sich das Licht. Es wurde matter, fast bläulich, als hätte jemand einen kühlen Filter über den Garten gelegt. Dunkel wurde es nicht. Niemand unterbrach das Essen. Der Himmel veranstaltete ein seltenes Schauspiel, aber die Würstchen mussten trotzdem vom Grill.
Um nicht direkt zur Sonne zu schauen, drehte ich ihr den Rücken zu und versuchte, sie im Selfie-Modus über das Display meines Smartphones einzufangen. So vermied ich zumindest, selbst direkt in die Sonne zu schauen. Zum Fotografieren einer partiellen Sonnenfinsternis wird dennoch ein geeigneter Sonnenfilter vor dem Kameraobjektiv empfohlen.
Das Ergebnis war wenig astronomisch: Auf dem Foto erschien die Sonne als überbelichtete weiße Kugel. Nur ein kleiner grüner Lichtreflex zwischen den Ästen erinnerte entfernt an die Sichel, die ich eigentlich festhalten wollte.
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Mein Handy hatte offenbar beschlossen, dass an diesem Abend keine Sonnenfinsternis stattfand.
Alexandra Scholz-Marcovich, NDOZ
Foto: Alexandra Scholz-Marcovich, NDOZ
Andere sahen auf dem Bildschirm mehr
Unsere Nachbarin war besser vorbereitet – zumindest digital. Sie verfolgte die Sonnenfinsternis im Livestream des WDR. Der Sender übertrug das Ereignis mit Spezialkameras von einem Dach in der Kölner Innenstadt.
Wer keine Schutzbrille hatte, sah auf dem Bildschirm mitunter mehr als wir unter freiem Himmel. Eine passende Beobachtung für unsere Zeit: Alle schauen nach oben, aber einige tun es auf einem Display.
An unserem Tisch saß außerdem eine Freundin aus Valencia. Etwas später schickte ihre Mutter ihr ein Foto aus Spanien. Dort war die Sonne vollständig hinter dem Mond verschwunden. Auf ihrem Display wurde es Nacht. Bei uns wurde lediglich das Licht ein wenig seltsam – und das Abendessen ging weiter.
Dasselbe Ereignis, am selben Abend. Aber nicht dieselbe Erfahrung.
Die einen fuhren ausgerüstet an den Rhein. Andere blieben beim Spaziergang stehen. Manche beobachteten Köln auf dem Smartphone. In einem Garten wurde weitergegessen, während aus Valencia die Aufnahme einer total verdunkelten Sonne eintraf.
Vielleicht erinnern wir uns später nicht mehr daran, wie viel Prozent der Sonne verdeckt waren. Aber wir wissen noch, wo wir standen, wer neben uns saß und womit wir versuchten, den Moment festzuhalten.
Klaus von Jackelmann fotografierte nicht nur die schmale Sonnensichel. Er hielt vor allem diejenigen fest, die für dieses seltene Schauspiel stehen blieben.
Und manchmal erzählen die Menschen unter dem Himmel mehr als das perfekte Bild der Sonne.
Wo waren Sie – mit Schutzbrille, Smartphone oder einfach mitten im Alltag?
Die Sonnenfinsternis noch einmal sehen
Während dieser Artikel die Menschen unter dem Himmel zeigt, lässt sich die Finsternis selbst im Livestream und Bilderrückblick des WDR noch einmal ansehen.