Zum Internationalen Tag des Baumes am 25. April setzt die Stadt ein sichtbares Zeichen für Biodiversität – mit dem Baum des Jahres 2026 im Stadtteilpark Diepenstraße.

Tag des Baumes 2026: Düsseldorf pflanzt Zitterpappel im Nachbarschaftspark Diepenstraße

Frisch gepflanzte Zitterpappel im Nachbarschaftspark Diepenstraße, Düsseldorf, April 2026
Zitterpappel Nachbarschaftspark Diepenstraße Düsseldorf 2026

Diese Zitterpappel wurde vom Gartenamt anlässlich der Aktion "Baum des Jahres" in den Nachbarschaftspark Diepenstraße gepflanzt. / Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young

Düsseldorf pflanzt zum Tag des Baumes 2026 eine Zitterpappel im Nachbarschaftspark Diepenstraße. Warum die Espe ökologisch wichtig ist – und was sie von anderen Stadtbäumen unterscheidet.

Schon bei leichtem Wind geraten ihre Blätter in Bewegung. Der seitlich abgeflachte Blattstiel macht es möglich: Die Zitterpappel zittert, weil sie so gebaut ist. Zum Internationalen Tag des Baumes am 25. April hat die Stadt Düsseldorf genau diese Art im Nachbarschaftspark Diepenstraße gepflanzt – als diesjährigen Beitrag zur städtischen Tradition, jährlich den Baum des Jahres im Stadtgebiet zu setzen.

Die Wahl fällt 2026 auf Populus tremula, auch Espe oder Aspe genannt. Die Dr. Silvius Wodarz Stiftung hat sie zum 38. Baum des Jahres in Deutschland gekürt – eine Auszeichnung, die ihre ökologische Bedeutung würdigt. Denn die Zitterpappel ist weit mehr als ein schöner Parkbaum.

Pionier mit Programm

Die Zitterpappel gehört zu den schnell wachsenden Pioniergehölzen. Sie besiedelt offene Flächen, Waldränder und Brachland – und kehrt nach Störungen als eine der ersten Baumarten zurück. Damit spielt sie eine aktive Rolle bei der natürlichen Wiederbewaldung. Unter günstigen Bedingungen wächst sie auf 20 bis 30 Meter Höhe und kann über 100 Jahre alt werden.

Im Düsseldorfer Stadtgebiet ist die Art bereits präsent: 122 Exemplare sind im städtischen Baumkataster erfasst. Besonders häufig findet man sie in Gewässernähe – entlang des Pillebachs, des Brückerbachs oder an der nördlichen Düssel.

Lebensraum für Hunderte Arten

Was die Zitterpappel von vielen anderen Gehölzen unterscheidet, ist ihre ökologische Dichte. Ihre Blätter, Knospen und Rinde sind Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten – darunter spezialisierte Schmetterlingsraupen und Käfer, die auf diese Baumart angewiesen sind. Spechte nutzen ihr vergleichsweise weiches Holz für ihre Bruthöhlen; die entstehenden Hohlräume werden anschließend von Meisen und Fledermäusen bewohnt.

Hinzu kommt eine besondere Fortpflanzungsstrategie: Die Zitterpappel vermehrt sich nicht nur über Samen, sondern auch über Wurzelausläufer. Aus einem einzigen Wurzelsystem entstehen immer wieder neue Triebe – ganze Bestände können so aus genetisch identischen Individuen bestehen, sogenannten Klonkolonien.

Zukunftsbaum für Düsseldorf

Wegen ihrer Robustheit und ökologischen Leistung steht die Zitterpappel auf der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste. Als Straßenbaum ist sie weniger geeignet – dafür umso wertvoller in Parks, an Gewässerrändern und in naturnahen Grünflächen.

Der Nachbarschaftspark Diepenstraße bekommt damit nicht nur einen neuen Baum. Er bekommt einen, der arbeitet.

 

Der Nachbarschaftspark Diepenstraße hat sich in dieser Woche gleich zweifach verändert: Seit dem 20. April steht dort auch eine neue multifunktionale Sportanlage mit Basketball, Beachvolleyball und Ninja-Parcours – eröffnet von OB Dr. Stephan Keller.