Alex & Stefan on tour: Straßburg – Sehenswürdigkeiten und Tipps für Anreise, Übernachtung und Genuss

Düsseldorf–Straßburg: Ein Wochenendtrip mit viel Kultur, Geschichte und elsässischer Küche

Von Alexandra Scholz-Marcovich, Stefan Scholz |

Kathedrale Notre-Dame (Straßburger Münster)
Kathedrale Notre-Dame (Straßburger Münster)

Kathedrale Notre-Dame (Straßburger Münster) in Straßburg, Fassade mit Rosette bei Tageslicht. / Foto: Stefan Scholz / NDOZ

Vier Stunden nach Düsseldorf wird Sandstein plötzlich rosé: Wir stehen vor der Kathedrale Notre-Dame und merken sofort – Straßburg kann Wochenende. Die Stadt ist überschaubarer als Düsseldorf, nah am Wasser, voller Radwege und extrem gut zu Fuß zu erkunden. Wir haben zentral geschlafen, viel gelaufen, an Kanälen gesessen und uns einmal quer durch die elsässische Küche gegessen. Hier kommt unser kompakter Guide – ohne Schnickschnack, dafür mit Adressen, Preisen und ehrlichen Hinweisen.

Kurz & praktisch:
Anreise: Auto ~4 Std. | Bahn 3:10–3:40 Std. | Bus 6:25–7:00 Std.
Parken: Sébastopol/Halles 21 €/Tag (eng)
Schlafen: sehr zentral, ruhig, kein Luxus
Essen: 4 Adressen getestet (1 Geheimtipp)
Route: 2 Tage zu Fuß

Anreise, Parken, Schlafen

Mit dem Auto

Von Düsseldorf aus ist Straßburg bequem per Auto erreichbar (je nach Verkehr ca. 4 Std.). In der City sind Parkplätze knapp und eng – wir raten zu Parkhäusern.

Tipp Parken:
Parking Sébastopol (Halles) – 21 € pro Tag, kameraüberwacht, aber sehr schmale Plätze. Für große Autos: Spiegel einklappen, Geduld beim Einparken.

Weitere Optionen: Bahn & Bus

Bahn: Ab Düsseldorf Hbf mit ICE via Frankfurt in ca. 3:10–3:40 Std. (1× umsteigen); One-way ab ca. 100 €.
Fernbus: Mit FlixBus ca. 6:25–7:00 Std., direkt, ab ca. 32 €.

Hotel (zentral & zu Fuß)

Wir haben zweimal im Hôtel Couvent du Franciscain  geschlafen: kein Luxus, aber sehr zentral und ein topp Frühstück – genau das war für dieses Wochenende Gold wert. Gerade an Wochenenden/Feiertagen ist Straßburg schnell ausgebucht (wir waren am 1. Mai vor Ort) – hier war überhaupt noch etwas frei. Ein Glücksgriff.

Der Standort ist ideal: 10 Min. zur Kathedrale, 15 Min. nach La Petite France, 20 Min. zur Médiathèque Malraux (Neudorf) und 30 Min. zu EU-Institutionen (Europarat/Parlament) und Arte.

  • Lage: ca. 10 Min. zur Kathedrale, 15 Min. nach La Petite France, 20 Min. zur Médiathèque Malraux (Richtung Neudorf), ca. 30 Min. ins Europaviertel (Parlament) und zu ARTE.
  • Zimmer: ruhig (innenhofseitig), bequeme Betten.
  • Essen: keine Restaurantküche – nur Frühstück (kleines Buffet; Eier auf Wunsch).
  • Parken: Hotel-Parkkontingent ca. 3 Min. zu Fuß, aber schnell belegt (14 € pro Tag). Alternativ: Parkhaus Sébastopol/Halles (21 € pro Tag).
  • Preisbeispiel: 2 Nächte im Doppelzimmer inkl. Frühstück: ca. 300 € (inkl. Kurtaxe).

Erste Orientierung: Kompakt, wasserreich, viel Radverkehr

Straßburg ist eine Stadt der Brücken und Kanäle. Fahrräder haben Vorrang – die Radwege sind dicht und gut genutzt. Für ein Wochenende empfehlen wir: alles zu Fuß, Rad nur, wenn man Lust auf längere Schleifen hat.

Pflichtprogramm: Kathedrale, Petite France, Europaparlament

Kathedrale Notre-Dame (auch: Straßburger Münster)

Sandstein, Rosette, filigrane Fassade – und im Sommer abends oft Licht-Projektionen am Portal. Auch wenn’s touristisch ist: hingehen, anschauen, staunen.

Unser Alex-&-Stefan-Moment: Setzt euch in eine der Terrassen rund um den Platz, bestellt ein kleines Bier oder einen Crémant – und schaut einfach hoch. In dieser mittelalterlichen Kulisse meint man fast, Hufgeklapper oder Kutschen zu hören.

Zwei Fakten für's Reisetagebuch:

Rekordhöhe: Über 200 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt (142 m).
Rosette mit Botschaft:Statt Figuren zeigen die Glasbahnen Ähren – ein Verweis auf Straßburgs historische Handelskraft.

Petite France

Fachwerk, Wasser, Kopfsteinpflaster. Abends voll, morgens ruhig und fotogen. Wir mögen den „Slow-Modus“: an die Kaimauer setzen, atmen, Boote beobachten. Wer mehr Bewegung will, dreht eine Runde über die Brücken – jede Ecke ist ein neues Postkartenmotiv.

Europäisches Parlament

Glas, Stahl, Europa-Feeling. Der Louise-Weiss-Bau markiert das politische Gegenstück zur Historienkulisse der Altstadt. Führungen geben Einblicke in den EU-Alltag; davor ein kurzer Spaziergang an der Ill – schöner Kontrast von Wasser, Weite und Architektur.

Essen & Trinken: vier Adressen, vier Stimmungen

Chez Yvonne – Straßburg pur

Historisch, eng und herzlich, dunkles Holz, Wände voller Fotos. Elsässische Klassiker (Choucroute, Baeckeoffe, Foie gras). Geschichte inklusive – hier saßen schon Jacques Chirac und Helmut Kohl. Service direkt, Küche ehrlich.

Maison Kammerzell – Ikone am Kathedralplatz

Berühmtes Fachwerkhaus direkt an der Kathedrale. Innen bemalte Decken, knarzige Treppen, historische Stuben. Karte mit Klassikern (verschiedene Choucroute-Varianten, Fisch, saisonale Menüs). Ja, touristisch – aber professionell geführt und verlässlich, wenn man „Atmosphäre + Küche“ in einem möchte.

Brasserie Au Gutenberg – Blick auf die Kathedrale

Direkt neben der Kathedrale, mitten im Herzen des Stadtlebens, ist dies der ideale Ort, um ein typisches Gericht zu genießen, ohne zu lange warten zu müssen. Die Speisekarte bietet Brasserie-Klassiker wie Zwiebelkuchen, und die Terrasse ist perfekt für eine kleine Pause zwischen der Altstadt und der Kathedrale.

La Rivière (Petite France) – unser Geheimtipp

Schon mal Seeigel oder Abalone in Straßburg probiert – und zwar so, dass es nicht nach „Mutprobe“, sondern nach präziser Genussreise schmeckt? La Rivière spielt in einer anderen Liga: Keine Online-Reservierung, der Patron schreibt den Termin noch ins Notizbuch (und ruft morgens zur Bestätigung an). Dann kommt ein Menü, das Vietnam, Japan, Iran, Frankreich und Deutschland auf einen Tisch bringt – ruhig, konzentriert, perfekt serviert. Und zwischen den Gängen: Infusionen zum „Reset“ des Gaumens – mal Ingwer, mal überraschend Hortensie. Ergebnis: Jeder neue Teller trifft klarer, intensiver, sauberer. Erzählküche ohne Show, aber mit seltenen Produkten und einem Rhythmus, der mitnimmt – wir würden sofort wieder hingehen.

Unsere Strecke (2 Tage, zu Fuß)

Tag 1 – Altstadt-Runde

  • KathedraleNotre-Dame – Fassade schauen; abends, wenn angeboten, Lichtprojektionen/son et lumière.
  • Maison Kammerzell – kurz hinein (bemalte Decken ansehen) oder Kaffee am Platz.
  • Rue Mercière – die „Money-Shot“-Achse auf die Kathedrale (Fotostopp).
  • Place Gutenberg / Petite France – über Stege & Brücken bummeln; am Wasser sitzen, durchatmen, schauen.
  • Place Kléber – zentraler Platz, oft mit Marktständen/Bücherständen (am Samstag); gute Pause-Option.

Tag 2 – Moderne Kontraste & Europa

  • Presqu’île André-Malraux / Médiathèque Malraux (Richtung Neudorf) – moderner Wasser-Kontrast zur Altstadt, tolle Fotoachsen.
  • Uferweg zurück Richtung Zentrum (Promenade an der Ill) – entspanntes Flanieren.
  • Europaviertel: kurzer Stopp am Europäischen Parlament.
  • ARTE (Sitz in Straßburg, außen) – für Medienfans ein netter Fotostopp.
  • Sundowner am Kai – Tagesabschluss mit Blick aufs Wasser. Entspannter Walk zurück Richtung Zentrum, Abschluss auf einer Terrasse.

Praktisch & ehrlich

  • Beste Zeit: Frühjahr/Herbst. Im Hochsommer abends voll; morgens 8–10 Uhr ist die Altstadt am schönsten.
  • Budget grob: Brasserie-Menü am Platz ab ca. 30–40 € mit Getränken; in Petite France variieren die Preise – Qualität schwankt, bei La Rivière gehoben, aber fair.
  • Rad/ÖPNV: Wer nicht alles laufen will, nimmt Leih-Rad; die Tram ist dicht getaktet.
  • Sprache: Französisch hilft, mit Deutsch kommt man touristisch gut durch.

Extra-Tipp (fürs nächste Mal): Unter der Stadt – Hospices, Keller & Wein

Unter den Hospices civils de Strasbourg gibt es historische Kelleranlagen – und dort wird ein echter Straßburg-Mythos gepflegt: der älteste Wein im Fass (Jahrgang 1472) Video France 3. Das ist genau die Art „Wow-Fact“, die man nicht überall findet. Und für diejenigen, die Französisch verstehen, ein Video von France 3: Insolite : le tunnel mystérieux des Hospices civils de Strasbourg

Wichtig: Wir waren diesmal nicht dort. Wer das einbauen will, sollte Termine/Öffnungszeiten vorher prüfen, weil Zugänge teils nur im Rahmen von Führungen oder zu bestimmten Zeiten möglich sind.

FAQ 

Wie komme ich von Düsseldorf am schnellsten nach Straßburg?
Am schnellsten meist mit der Bahn: ICE via Frankfurt in ca. 3:10–3:40 Std. (1× umsteigen). Mit dem Auto je nach Verkehr ca. 4 Std.

Wo kann man in Straßburg zentral parken?
Parkhäuser sind am entspanntesten. Unser Test: Sébastopol/Halles (21 €/Tag) – aber eng.

Lohnt sich Petite France am Wochenende?
Ja – aber zeitlich klug: morgens ist es ruhig und schön, abends sehr voll.

Fazit

Straßburg funktioniert für uns als Wochenendtrip ohne Stress: kurze Wege, viel Wasser, starke Kulisse – und eine Gastronomie, die vom Klassiker bis zur Überraschung reicht. Wer zentral schläft, braucht das Auto nur fürs Parkhaus und erledigt den Rest zu Fuß. Genau dafür ist dieser Guide gedacht: ankommen, abstellen, loslaufen.

Für uns bleibt: Straßburg ist nah genug für spontan – und groß genug für zwei Tage, die sich wie Urlaub anfühlen.

 

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Kurznotiz: Öffnungszeiten & Preise können sich ändern – im Zweifel kurz vorab checken.