Premieren und Veranstaltungen im Schauspielhaus im Februar

Fünf Stunden „Krieg und Frieden“ mit Essen und Getränken

Von Jo Achim Geschke |

Krieg und Frieden D Haus

Krieg und Frieden, Jonas Friedrich Leonhardi / Foto (C)Thomas Rabsch, D Haus

Ab Februar erweitert das Junge Schauspiel im Central sein Angebot und lädt regelmäßig zu Theatervorstellungen am Sonntagvormittag ein. Das neue Format verbindet Bühnenkunst mit Begegnung und gemütlichem Wochenendtag – ein Angebot für alle Altersgruppen. Im Großen Haus kommt es zu einem Mammut-Theaterabend mit „Krieg und Frieden“ am Samstag, 21. Februar: Bei den fünf Stunden mit Pausen gibt es auch Snacks und Getränke.

Sonntags ins Central: Bereits ab 10 Uhr öffnet die Cafébar auf der Brücke an der Worringer Straße 140   mit kalten und warmen Getränken und schafft Raum für ein ruhiges Ankommen. Um 11 Uhr startet die jeweilige Vorstellung. Im Anschluss häufig ergänzt durch ein zusätzliches Rahmenprogramm. Die Vormittagsreihe zeigt unterschiedliche Inszenierungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und setzt auf abwechslungsreiche Stoffe und Formate. Den Start machte am 1. Februar um 11 Uhr im Central 1 das musikalische Stück »The Drop – Beat. Break. Believe.« von Lutz Hübner und Sarah Nemitz.

Am 26. April folgt um 11 Uhr im Central 1 mit »Das NEINhorn« nach dem Buch von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn ein schillerndes Theatererlebnis für ein jüngeres Publikum. Im Herzwald sind eigentlich alle gliglaglücklich – nur das jüngste Einhorn sagt zu allem »NEIN!« und bricht aus der Zuckerwattewelt aus: Mit WASbär, NAhUND, KönigsDOCHter und SchLANGEWEILE kann es einfach sein, wie es ist. Mit viel Glamrock erleben sie Freundschaft, Glück und Abenteuer. Adresse: Junges Schauspiel im Central, Worringer Straße 140 (nahe Hausptbahnhof und Zentralbibliothek).

Krieg und Frieden Premiere im Central 4 am 21. Februar

In der Mitte dieser Spielzeit steht mit Lew Tolstois »Krieg und Frieden« eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur, das als große Ensembleproduktion im Central zur Aufführung kommt. Unter Verwendung des Originaltextes hat Armin Petras für das Düsseldorfer Schauspielhaus ein Stück geschrieben, das die überbordende Vorlage zu einem intensiven fünfstündigen Theatererlebnis verdichtet. Auf einer von Bühnenbildner Karoly Risz für das Central entworfenen Raumbühne verkörpern 13 Schauspieler:innen mehr als 35 Figuren des eindrücklichen Gesellschaftspanoramas in der Zeit der Napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Die gegensätzlichen Begriffe Krieg und Frieden markieren zwei Enden einer Skala, auf der sich das Leben der Menschen seit jeher abspielt, so das Schauspielhaus. Der Text spürt der Frage nach, wie sich Krieg im Politischen und Privaten äußert, und ragt damit weit in unsere konfliktreiche Gegenwart hinein.

Russische Fürsten

Im Zentrum der Handlung stehen die drei Familien des intriganten Fürsten Kuragin, des altväterlichen Adelsmarschalls Rostow und des preußisch strengen Fürsten Balkonsky. Pierre Besuchow, der illegitime Sohn eines reichen Würdenträgers und Salonhelden der alten Zeit, stellt im Laufe der Handlung die Verbindung zwischen diesen drei Familien her: Er ist Freund des jungen Fürsten Andrej Balkonsky, wird von Fürst Kuragin als Ehemann für seine Tochter Hélène gewonnen und heiratet schließlich Natalija Rostowa. Auch zwischen den Kriegsparteien wirkt er als Bindeglied: Anfänglich glühender Napoleon-Verehrer, dann als Beobachter auf dem Schlachtfeld bei Borodino, gerät er in französische Gefangenschaft, begleitet den Rückzug der Grande Armée und wird erst durch einen Partisanenüberfall befreit. »Pierre Besuchow verkörpert für Tolstoi das Suchen nach der Wahrheit des Lebens; weil er sich nicht entschließen kann, welchen Weg er gehen soll, experimentiert er mit dem Leben, um immer wieder zu scheitern«, schreibt die bekannte Tolstoi-Übersetzerin Barbara Conrad.

Regie führt Tilmann Köhler, dessen Arbeiten sich durch große Erzähllust und ein hohes politisches Bewusstsein auszeichnen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus inszenierte er u. a. Shakespeare und Fallada.

Mit Sonja Beißwenger, Judith Bohle, Michael Fünfschilling, Glenn Goltz, Claudia Hübbecker, Florian Lange, Jonas Friedrich Leonhardi, Mila Moinzadeh, Matthias Reichwald, Yohanna Schwertfeger, Sophie Stockinger, Blanka Winkler, Thomas Wittmann; Matthias Krieg (Live-Musik) — Regie:  Tilmann Köhler — Choreografie: Gal Fefferman — Bühne: Karoly Risz — Kostüm: Susanne Uhl — Musik: Matthias Krieg — Dramaturgie: David Benjamin Brückel

Premiere  „Tyll“  im Kleinen Haus

Am 22. Februar ist Premiere  von Daniel Kehlmanns „Tyll“  im Klienen Haus. Als fahrende Gauklertruppe spielen die sieben Studierenden des Düsseldorfer Schauspielstudios der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig in der Regie von André Kaczmarczyk »Tyll« von Bestsellerautor Daniel Kehlmann. Der Roman erzählt voll Humor und Hoffnung davon, was uns in dunklen Zeiten überleben lässt.

Tyll ist ein Gaukler, ein Provokateur und ein Narr. Daniel Kehlmanns brillante Bearbeitung des Eulenspiegel-Mythos entführt uns in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Tyll Ulenspiegel, legendärer Schelm und Volksheld, zieht gemeinsam mit der Bäckerstochter
Nele kreuz und quer durch Europa. Auf ihrem Weg begegnen sie vielen kleinen Leuten und auch den sogenannten Großen: dem Jongleur Pirmin, der Tyll ein brutaler Lehrmeister wird, wie dem exilierten Königspaar von Böhmen, dessen kurze Regentschaft das ganz Land in eine Katastrophe stürzte. Aber auch dem jungen Graf Wolkenstein, der sein Lebtag  noch kein Schlachtfeld sah, und dem Weltweisen Athanasius Kircher, der Tylls Vater als Hexer ermorden ließ – und dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine wissenschaftlichen Lehren frei erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zum Panorama einer aus den Fugen geratenen Welt.

Mit: Flavia Berner, Jonas Hanke, Ludowika Held, Alisa Lien Hrudnik, Maurice Schnieper, Anastasia Schöpa, Vincent Wiemer  —  Regie: André Kacz­marc­zyk  —  Bühne: Ansgar Prüwer  —  Kostüm: Martina Lebert  —  Musik: Matts Johan Leenders  —  Dramaturgie: Stijn Reinhold

Das grüne Königreich

„Das grüne Königreich“ von Bestsellerautorin Cornelia Funke und Pflanzenexpertin Tammi Hartung (ab 8 Junges Schauspiel) hat am Samstag, 28. Februar Im Central Worringer Straße 140 Premiere. Die künstlerisch integrierte Audiodeskription macht die Inszenierung blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen gleichermaßen zugänglich.

Mit Eva Maria Schindele — Regie: Leonie Rohlfing — Bühne und Kostüm: Inés Díaz Naufal — Sounddesign: Joy Bausch — Dramaturgie und Theaterpädagogik: Ilka Zänger

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms Publikum.Personal.Programm.

 „Der Vogel hat kein Recht, so zu singen, wie er singt.“ 

Am Dienstag, 24. Februar, erinnert eine Konzertlesung im Central an verfolgte Komponist:innen und Dichter:innen der Ukraine 

Die Unterdrückung ukrainischer Kultur durch Russland und die Sowjetunion umfasst alle Künste und ist ein Verbrechen. Viele großartige Schätze sind für immer vernichtet, verbrannt, vergessen. Die Künstler:innen eingesperrt, verboten, ermordet. Einige Kunstwerke aber haben die 350-jährige Unterdrückungsgeschichte wie durch ein Wunder überlebt. Diese Zeugnisse des blühenden Kultur-lebens in der Ukraine werden zu hören und zu sehen sein. Der Pianist Yaromyr Bozhenko, die Geigerin Olga Glibovych und der Cellist Emanuel Matz begleiten den Abend musikalisch mit Werken von u. a. Maksym Beresowskyj, Wassyl Barwinskyj, Viktor Kosenko, Mykola Lysenko, und Lewko Rewuzkyi. Schauspieler:innen des Düsseldorfer Schauspielhauses lesen Texte. Moderation: Stefan Fischer-Fels, Leiter des Jungen Schauspiels.  —  Eine Koproduktion des Jungen Schauspiels mit Ridne Slowo e. V. und dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Düsseldorf-Czernowitz, im Rahmen von »Soundtrack zur Freiheit«. — Schirmherr: ­Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Dr. Stephan Keller

Bunker  —  Eine Theaterclub-Premiere über Ausstieg und was wir zum Leben brauchen  im Unterhaus

Am Samstag 28.Februar heißt es vom  Stadt:Kollektiv : Was braucht es zum Überleben? Gaskocher, Dosenravioli und ausreichend Trinkwasser? Oder Kuscheltiere, Tarotkarten und den Plattenspieler? Musik, Empathie, Erinnerungen? Zwölf Menschen in einem Bunker. Tief unter der Erde, an einem unbekannten Ort. Sie warten – lange … Inmitten von Schicksalsgemeinschaft und Lagerkoller wird verhandelt, ob man den Weltuntergang aussitzen kann. Was muss zurückgelassen werden, und was bleibt unverzichtbar? Zwischen Langeweile und Ausbruch, Neuanfang und Beharren, spielt die Club-Inszenierung mit sozialen Dynamiken vom Festhalten und Loslassen. Denn ein Leben unter der Erde muss nicht trist sein, oder? —  Leitung: Finn Dittmer, Lou Magnus Heckhausen, Lasse Scheiba

 Saba-Nur Cheema und Meron Mendel im Gespräch mit der Politikjournalistin Melanie Amann

In der Reihe „Positionen und Perspektiven 11“ sprechen  Saba-Nur Cheema und Meron Mendel mit der renommierten Journalistin Melanie Amann  am Freitag, 6.März, im Kleinen Haus.

Melanie Amann ist eine der bedeutendsten Politikjournalistinnen Deutschlands und häufig in Fernseh-Talkshows eingeladen. Von 2013 bis Ende 2025 war sie nach Stationen als Redakteurin u. a. bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung  auch für den Spiegel tätig. Auf Basis ihrer Recherchen und Enthüllungen über die AfD veröffentlichte sie 2017 das Buch »Angst für Deutschland – Die Wahrheit über die AfD«. Ab Februar 2019 war sie Co-Leiterin des Hauptstadtbüros des Spiegels, 2021 wurde sie Mitglied der Spiegel-Chefredaktion, 2023 stellvertretende Chefredakteurin. Zum 1. Januar 2026 übernimmt Melanie Amann die Position der Chefredakteurin Digital in der Zentralredaktion der Funke Mediengruppe (WAZ).

Weitere Termine und Karten-Bestellungen unter

www.dhaus.de