Das Streetwear-Label aus Flingern wird ausgezeichnet – und zeigt, wie Community, Preislogik und Expansion heute funktionieren.

Modebusiness Award Düsseldorf 2026: LFDY – vom Streetwear-Hype zum Wirtschaftspreis

Von Alexandra Scholz-Marcovich |

Lorenz Amend und Alexander Pablo Steingass erhalten den Modebusiness Award Düsseldorf 2026.
Modebusiness Award Düsseldorf 2026: LFDY erhält Auszeichnung

Lorenz Amend (r.), Gründer und CEO von LFDY, und Alexander Pablo Steingass (l.),

CFO und COO bei LFDY, erhielten den Modebusiness Award Düsseldorf 2026. / Foto: Anne Orthen

Ein Markenname aus der Streetwear steht plötzlich auf einer Preisurkunde: LFDY erhält den Modebusiness Award Düsseldorf 2026 – verliehen im Rahmen der Düsseldorf Fashion Days vor Branchenpublikum (am 25. Januar). Die Marke steht für einen wiedererkennbaren Look und einen Schriftzug als Erkennungszeichen. LFDY ist die Abkürzung für „Live Fast Die Young“ – eine Popkultur-Formel, die seit Jahrzehnten durch Musik und Subkulturen wandert; in Düsseldorf wird daraus 2013 ein Unternehmensname.

Der Modebusiness Award 2026 zeichnet LFDY aus – und macht zugleich sichtbar, wie Düsseldorf Mode als Wirtschaft, als Erzählung und als Standortkommunikation zusammendenkt. Ausgezeichnet wurden Lorenz Amend (Gründer und CEO) und Alexander Pablo Steingass (CFO/COO).

Alexander Pablo Steingass, CFO/COO bei LFDY sagte: „Dieser Award führt uns zurück zu unseren Wurzeln in Düsseldorf.“

Von Flingern nach Europa – und zurück ins Standort-Narrativ

Die Story, die Düsseldorf mit diesem Preis erzählt, beginnt bewusst lokal: LFDY startete „in einem Hinterhof in Düsseldorf-Flingern“ und betreibt laut Mitteilung heute acht Stores in europäischen Metropolen. Der Markenname passt in dieses Prinzip der schnellen Wiedererkennbarkeit: „Live Fast Die Young“ ist eine Popkultur-Formel, kurz genug, um als Code zu funktionieren – in Subkulturen wie im Handel.

Für Düsseldorf ist das anschlussfähig: Mode wird hier nicht nur als Lifestyle erzählt, sondern als Wirtschaftsfaktor und sichtbare Wachstumsmarken werden zum Beleg. Wer Düsseldorf in den letzten Monaten beobachtet, sieht: Die Stadt inszeniert Mode längst auch als Erlebnis- und Standortthema. Das war bereits bei den Düsseldorf Fashion Days 2025sichtbar.

Düsseldorf spielt dabei nicht nur über Marken und Events, sondern auch über das Ordergeschäft: In aktuellen Beiträgen betont Fashion Net, warum Formate wie Supreme Women&Men für den Modehandel ein Schlüsselfaktor bleiben – ein Thema, das wir schon zur DFD 2025 im Blick hatten.

Was wird hier eigentlich ausgezeichnet – ein Look oder ein Geschäftsmodell? Beim Modebusiness Award geht es weniger um einzelne Teile als um das Zusammenspiel aus Marke, Community und Wachstum – und darum, was das für den Standort Düsseldorf erzählt.

Community, Preislogik, Expansion: das Modell hinter dem Look

Streetwear verkauft nicht nur Ware, sondern Wiedererkennung. Das ist der Kern. Man muss LFDY nicht lieben, um zu sehen: Dieses Modell funktioniert. Bei LFDY wird daraus ein System: klare Signaturen, Oversize-Ästhetik, starke Bildsprache – getragen von digitaler Markenführung, eigenen Stores und Expansion in mehrere Metropolen. Zum Sortiment gehören längst nicht nur Hoodies, sondern auch Denim, Outerwear, Pants und Accessoires; der Hoodie steht hier vor allem als Symbol für das Prinzip Wiedererkennbarkeit.

Parallel dazu zeigt sich in Düsseldorf, wie stark Retail und Markeninszenierung inzwischen zusammenspielen – vom Deutschland-Start internationaler Labels wie Rag & Bone bis zu großen Flagship-Bühnen etablierter Player wie GUESS .

Im Kern geht es um die Frage, wie sich Marken heute zwischen Direct-to-Consumer, Retail und Ordergeschäft positionieren – und welche Logik am Ende skaliert.

Entscheidend ist das Prinzip: Wiedererkennbarkeit wird zur Struktur – und Struktur wird zur Skalierung. Genau diese Logik hebt Fashion Net mit dem Award hervor.

 

Fashion-Net-Geschäftsführerin Andrea Greuner formulierte es so: „… zeigt, wie aus Vision, unternehmerischem Mut und Verständnis für Community und Marke ein international erfolgreiches Fashionlabel entstehen kann.“

Fashion Net ordnet sich neu – und nennt Namen

Wichtig für die Düsseldorfer Wirtschaftsperspektive: Der Award fällt in eine Phase, in der sich auch das Netzwerk selbst neu aufstellt. Seit Anfang 2026 hat Fashion Net Düsseldorf e.V. einen neuen Vorstand. Den Vorsitz übernimmt Ulrike Kähler (Igedo Exhibitions). Neu ins Gremium berufen wurden Bernadette Bitterroff (Agenturen Bitterroff), Manuel Farrokh (Horn & Company) und Mirjam Dietz (mirjam dietz business development & communications). Theresa Winkels (Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Düsseldorf) und Marc Freyberg (Brax) sind weiterhin im Vorstand; die Geschäftsführung liegt bei Andrea Greuner. Ausgeschieden sind zum Ende des Geschäftsjahres 2025 Aline Müller-Schade, Luca Bazzanella und Michael Schulz; neuer Rechnungsprüfer ist Andreas Schneider (Global Textile Scheme GmbH).

Am selben Wochenende: „Green Fashion“ als zweites Signal der Stadt

Dass dieses Düsseldorf-Narrativ nicht nur auf Bühnen stattfindet, zeigt auch ein lokaler Anker: LFDY sponsorte ein 3x3-Basketballfeld im Stadt-Natur-Park Flingern als kostenlosen Sportort für Jugendliche. Und am selben Wochenende setzte die Stadt noch ein zweites Zeichen – mit „Green Fashion“ und SUSTAIN! im Theatermuseum (Pop-up-Markt, rund 25 lokale und nachhaltige Marken).

Das ergibt ein stimmiges Doppelbild: Düsseldorf zeigt sich gleichzeitig als Stadt für skalierbare Markenmodelle und als Stadt, die Nachhaltigkeit im Modekontext sichtbar machen will. Auch LFDY verortet sich inzwischen in dieser Debatte: Das Unternehmen verweist auf Social-Compliance über amfori BSCI, ein System, das mit Audit-Logik und Verbesserungsprozessen arbeitet (keine Zertifizierung). Zu Umsatz, Mitarbeitenden und Produktionsstandorten liegen in den vorliegenden Mitteilungen keine detaillierten, öffentlich belastbaren Angaben vor.

Der Award ist weniger ein Fashion-Moment als ein Standort-Signal.

Modebusiness Award – Preisträger:innen der vergangenen Jahre

  • 2025: C. Wirschke
  • 2024: Igedo Exhibitions
  • 2023: Annette Görtz
  • 2021: Heiko Wunder (Geschäftsführer Wunderwerk)
  • 2020: Thomas Rath
  • 2019: Marc Cain
  • 2018: Breuninger
  • 2017: Steffen Schraut
  • 2016: Evelyn Hammerström (Geschäftsführerin Jades)
  • 2015: Gerry Weber

Fazit

LFDY ist in diesem Moment weniger „ein Label“ als ein Fallbeispiel dafür, wie Streetwear heute als Geschäftsmodell funktioniert: Wiedererkennbarkeit, Community-Mechanik, Retail als Bühne, Expansion als Strategie. Düsseldorf setzt mit dem Award ein klares Zeichen, welche Art Modebusiness die Stadt derzeit nach vorn stellt und wie eng Marke, Netzwerk und Standortbild inzwischen zusammenspielen.

Der Modebusiness Award 2026 zeichnet LFDY aus und macht zugleich sichtbar, wie Düsseldorf Mode als Wirtschaft, als Erzählung und als Standortkommunikation zusammendenkt.

 

Die nächsten DFD Düsseldorf Fashion Days mit der großen Branchenparty im Sommer finden vom 22. bis 29. Juli in Düsseldorf statt.