Kapitalmarkt-Dialog Februar 2026: Rückblick 2025, Ausblick 2026 – DAX, Gold, Zinsen, KI

Kapitalmarkt-Dialog – das neue Format der NDOZ und der Bethmann Bank

Zwei Personen im Gespräch am Tisch, eine Person macht Notizen.
Kapitalmarkt-Dialog Februar 2026 (Bethmann Bank) – Symbolbild

Kapitalmarkt-Dialog: Einordnung und Austausch für Anleger. (Symbolbild) / Foto: Bethmann Bank / ABN AMRO

Kapitalmarkt-Dialog Februar 2026: Bethmann Bank ordnet den Jahresstart ein, Interview mit Patric Wilhelm und Ausblick fürs Depot.

2025 war ein herausragendes Jahr für Anlegerinnen und Anleger. Der Deutsche Aktienindex (DAX) markierte Höchststände. Aber was passiert im Jahr 2026 an den Finanzmärkten? Zeigt die Kurve an den Börsen weiter nach oben? Oder läuten jüngste Turbulenzen – wie zuletzt bei Gold und Silber – eine Trendumkehr ein? Angesichts von Krisen, Umbrüchen und Handelskonflikten in der Welt sind viele Menschen unsicher, ob und wie sie ihr Kapital in Aktien, Fonds oder Edelmetalle anlegen sollen.

Das neue Format gibt künftig wertvolle Orientierung: der „Kapitalmarkt-Dialog“ von NDOZ und Bethmann Bank.

Im „Kapitalmarkt-Dialog“ nehmen wir einmal im Monat gemeinsam mit der Bethmann Bank die Lage auf den internationalen Kapitalmärkten in den Fokus. Wir analysieren die aktuelle Situation und blicken voraus auf die weitere Entwicklung. Dafür steht das Team der Bethmann Bank in Düsseldorf mit seiner Expertise bereit. Zudem geben kurze Interviews und Kernbotschaften aus den Banken- und Börsenplätzen in Düsseldorf und Frankfurt Raum für persönliche Bewertungen und individuelle Einschätzungen.

 

Den Auftakt für den „Kapitalmarkt-Dialog“ macht Patric Wilhelm, Geschäftsbereichsleiter der Bethmann Bank. Hier seine Zusammenfassung:

Der Rückblick

Wer den richtigen Weg einschlagen will, muss wissen, woher er kommt. Deshalb lohnt sich ein Blick zurück. 2025 war ein bewegtes Börsenjahr: Der Ukraine-Krieg, die Zollpolitik der US-Regierung und eine schwache Konjunktur in Deutschland sorgten für Unsicherheiten. Und dennoch legten die führenden Bösen kräftig zu. Gold und Silber erklommen neue Höhen. Technologie-Aktien profitierten von vielversprechenden Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI).

  • Beispiel DAX: Der wichtigste deutsche Leitindex, der die 40 größten und umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland umfasst, verzeichnete 2025 ein Plus von 23 Prozent auf 24.490 Punkte. Jahresgewinner im DAX waren die Aktien des Düsseldorfer Unternehmens Rheinmetall mit einem Plus von rund 154 Prozent.
  • Beispiel Gold: Das Edelmetall verteuerte sich im vergangenen Jahr um etwa zwei Drittel; der Preis für die Feinunze (etwa 31,1 Gramm) sprang im Oktober erstmals über die 4.000-Dollar-Marke.
  • Beispiel KI: Diese Schlüsseltechnologie war 2025 ein Treiber an den Kapitalmärkten. Großer Gewinner des KI-Booms war Nvidia. Der US-Chiphersteller lief Apple den Rang als wertvollstes Unternehmen der Welt ab.

Die aktuelle Lage

Der Jahresauftakt 2026 war geprägt von anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. Die Märkte reagierten mit Schwankungen auf den US-Angriff in Venezuela und die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Grönland. Eine Kurskorrektur Washingtons im Fall Grönlands beruhigte die Lage wieder. Zudem blieb die globale Konjunktur überraschend robust. In den USA tragen Investitionen – etwa in KI – zum Wachstum bei. In der Eurozone gewinnen Konsum und Industrie leicht an Dynamik. Deutschland profitiert von höheren Staatsausgaben, leidet jedoch unter schwachen Exporten und einer getrübten Stimmung in den Unternehmen.

Der Ausblick

Die Investoren behalten die geo- und finanzpolitischen Risiken im Blick. So beobachten sie genau, wie weit der Einfluss Trumps auf die Unabhängigkeit der US-Zentralbank Fed reicht. Noch-Notenbankchef Jerome Powell hat sich hartleibig gegenüber dem Drängen des US-Präsidenten gezeigt, die Zinsen zu senken. Wie wird sich der designierte Nachfolger Kevin Warsh verhalten? Warsh äußerte zwar Kritik an der Fed, gilt aber nicht als uneingeschränkter Trump-Anhänger. Auf seine Nominierung reagierten die Märkte zwischenzeitlich mit Erleichterung und Vorsicht: Der Dollar stieg, Gold und Silber korrigierten.

Die Wirtschaft in den USA befindet sich in einer Phase der zyklischen Erholung. Sie wird gestützt durch ein reales Wirtschaftswachstum, das deutlich stärker ausfällt als erwartet. Ein Stichwort bleibt Künstliche Intelligenz. Technologie-Riesen wie die Google-Mutter Alphabet, Apple, Microsoft oder Meta (Facebook, Instagram) haben angekündigt, massiv zum Beispiel in Rechenzentren zu investieren.

Neben China dürfte sich auch in Europa das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr beschleunigen. In Europa können Programme den Markt antreiben, die Investitionen sowie andere finanzpolitische Erleichterungen und Anreize versprechen. So will Deutschland in Infrastruktur und Rüstung investieren. Das kann dazu beitragen, dass die Wirtschaft wächst, Unternehmen rentabler arbeiten – und Börsenwerte zulegen. Jetzt steht die Berichtssaison an, in der die Unternehmen Bilanz ziehen. Sie dürfte zusätzliche Klarheit darüber bringen, ob sich das positive Gesamtumfeld bei den Unternehmen auch in Gewinnen widerspiegelt. Insgesamt dürfte die Wirtschaft 2026 in allen Hauptregionen wie den USA und Europa wachsen.

Die Strategie

  • Die Finanzmärkte sind gut in das Jahr gestartet, trotz geopolitischer Belastungsfaktoren. Gold hat nach einer starken Rallye indes eine kräftige Bremsspur hingelegt.
  • Aktien profitieren von einem günstigen Umfeld. US-Papiere haben weiterhin größeres Potenzial als europäische Titel.
  • Anleihen sind neutral zu bewerten. Vorsicht ist gegenüber Staatsanleihen, besonders von hoch verschuldeten Ländern, geboten. Unternehmensanleihen sind da attraktiver. Besonders positiv sind Pfandbriefe zu bewerten. Sie sind im Vergleich risikoärmer.
  • Rohstoffe haben zuletzt stark von geopolitischen Spannungen profitiert. Doch die jüngste Abwärtsreaktion beim Gold war heftig. Auf einem reduzierten Niveau eignet sich Gold auch weiterhin als Beimischung. Es lohnt sich aber zudem ein Blick auf Industriemetalle: Wenn 2026 verstärkt in Infrastruktur, Bau und Technologie investiert wird, steigt die Nachfrage nach Aluminium, Kupfer und Nickel.

Fazit: Insgesamt bleibt eine taktische Ausrichtung auf Qualität, moderatem Risiko und Diversifizierung, also eine breitere Streuung im Depot, geboten.

Das Interview

Frage: Kurz und knapp: Was ist Ihr Rat für das Anlagejahr 2026?

Patric Wilhelm: „Um es in zwei Worten zu sagen: Stay Invested! Bleiben Sie durchgehend investiert. Und das auch bei Hochständen. Denn der lange Zeithorizont ist entscheidend: Schon wer nur die zehn besten Börsentage im Jahr verpasst, erwirtschaftet bis zu 60 Prozent weniger Rendite.“

Frage: Auf welche Märkte sollten Anlegerinnen und Anleger ihr besonderes Augenmerk legen?

Patric Wilhelm: „Wer global investiert, reduziert die Konzentration auf einzelne Märkte und verbessert seine Chancen. 2026 sollten staatliche Impulse in der Eurozone zunehmend wirksam werden. So werden die Ausgaben für Verteidigung steigen. In Deutschland kommen die öffentlichen Investitionen in Straßen, Schienen und Brücken hinzu. In den USA sind Investitionen in Künstliche Intelligenz ein Wachstumstreiber.“

Zwei Kernbotschaften aus Düsseldorf und Frankfurt:

Patric Wilhelm, Geschäftsbereichsleiter der Bethmann Bank: „Die Unabhängigkeit der US-Zentralbank ist der Eckpfeiler einer glaubwürdigen Geldpolitik. Es geht um die Balance politischer Einflussnahme, um die künftige Rolle der Zentralbank im Spannungsfeld von Wachstum, Preisstabilität und Finanzmarktregulierung. Das wird im Anlagejahr 2026 ein zentrales Thema mit globaler Relevanz sein.“

Johanna Handte, Chief Investment Officer (CIO) der Bethmann Bank:  „In einer Zeit rasanten Wandels, politisch wie technologisch, werden Investitionen in Zukunftstechnologien zum Motor für Wachstum. Ein weltweiter Wettbewerb um diese Chancen treibt die Börsen voran.“

Über die Bethmann Bank

Gegründet 1712, ist die Bethmann Bank, eine Marke der ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch, heute einer der führenden Anbieter von Wealth Management in Deutschland und betreut vornehmlich vermögende Privatkunden, Familienunternehmen und Vermögensverwalter. Der Name Bethmann steht, wie alle Mitglieder von ABN AMRO Wealth Management in Europa, für individuelle Beratung ohne Fokus auf eigene Produkte. Kundinnen und Kunden erhalten klare, verständliche Lösungen mit einem besonderen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit.

Nach der Ende Juni 2025 vollzogenen Übernahme der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG (HAL AG) durch die ABN AMRO Bank N.V. ist geplant, bis voraussichtlich Ende 2026 das Wealth Management der Bethmann Bank und von HAL unter der Marke „Bethmann HAL“ zusammenzuführen. Mit gemeinsamen Assets under Management (AuM) von derzeit mehr als 70 Mrd. Euro und 17 Standorten in Deutschland wird Bethmann HAL die drittgrößte Privatbank in Deutschland sein, mit vollem Zugriff auf die internationalen Ressourcen der ABN AMRO.

Bei dieser Ausarbeitung handelt es sich um eine unverbindliche Einschätzung, deren Inhalte sich auf die Zukunft beziehen und sich als unzutreffend herausstellen können.

Diese Ausarbeitung wurde von uns sorgfältig zusammengestellt und beruht auf Quellen, die wir für zuverlässig erachten. Zu einer Mitteilung von künftigen Änderungen unserer Einschätzungen ist die Bethmann Bank nicht verpflichtet. Diese Ausarbeitung ist keine Finanzanalyse im Sinne des WpHG und unterliegt daher weder den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen noch dem Verbot des Handelns vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

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Die vorgenannten Einschätzungen des globalen Anlagekomitees der ABN AMRO und Bethmann Bank (Global Investment Committee) spiegeln die Kapitalmarktmeinung des Anlagekomitees wider und sind richtungsgebend für die Wertpapierdienstleistungen unseres Hauses. Form und Zeitpunkt einer möglichen Umsetzung der Meinung kann sich in Abhängigkeit der von Kunden gewählten Wertpapierdienstleistung unterscheiden. In diesem Kontext weisen wir darauf hin, dass die mögliche Nutzung der Begriffe „Portfolio“ bzw. „Depot“ in dieser Publikation keinen direkten Bezug zu Ihrem Depot und den darin verwahrten Vermögenswerten aufweisen. Vielmehr beziehen sich die Ausführungen auf fiktive Portfolien, welche die Einschätzungen des Anlagekomitees repräsentieren und als Grundlage für die Wertpapierdienstleistungen herangezogen werden.

Einschätzungen zur Über- bzw. Untergewichtung einer Anlageklasse beziehen sich stets auf die langfristige (strategische) Anlageklassengewichtung im jeweiligen Risikoprofil des fiktiven Portfolios. Die tatsächliche Gewichtung der Anlageklassen in den Kundendepots kann, abhängig von den Vereinbarungen des Kunden mit der Bank, davon abweichen.

Im Kontext der Darstellung von Anlagechancen verweist die Bethmann Bank ausdrücklich auf die mit einer Kapitalanlage verbundenen Risiken. Die Anlage in Finanzinstrumente ist mit einer Vielzahl von Risiken verbunden, die dazu führen können, dass die beabsichtigten Anlageziele nicht erreicht werden. Neben Kursänderungs-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken können Anlagen in internationalen Märkten weiteren Risiken, insbesondere Fremdwährungs- und politischen Risiken, bis hin zum Totalverlust der Anlage unterliegen. Bei der besonderen Akzentuierung einzelner Branchen, Regionen oder Subanlageklassen im Portfolio können Konzentrationsrisiken entstehen, die Anlagern bewusst sein sollten.

Die in dieser Publikation geäußerten Einschätzungen des globalen Anlagekomitees können einer Fehleinschätzung unterliegen, deren Umsetzung zu Vermögensverlusten führen können. Die genannten Chancen unterliegen immer dem Risiko, dass das chancenbegründende Ereignis gar nicht eintritt.

Für eine vollständige Risikoaufklärung sollten Anleger auch die Broschüre „Basisinformationen über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“ beachten, die durch die Bethmann Bank erhältlich ist.

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Stand: Februar 2026