2.633 Namen. Das ist keine abstrakte Zahl. Es sind 2.633 Menschen, die in Düsseldorf zu Hause waren, die hier lebten, arbeiteten, ihre Kinder großzogen – und die die Nationalsozialisten deportierten und ermordeten.
Am Dienstag, 14. April 2026, ab 15 Uhr, wurden auf dem Marktplatz vor dem Rathaus die 2.633 Namen der Düsseldorfer Holocaust-Opfer öffentlich vorgelesen – von Bürgerinnen und Bürgern, Politikerinnen und Politikern gemeinsam.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller eröffnete das Gedenken mit einem Grußwort und las selbst einen Teil der Namen vor. In seiner Ansprache erinnerte er daran, wer diese Menschen waren: „Es waren Düsseldorferinnen und Düsseldorfer. Es waren Menschen wie Sie und ich, wie Du und ich. Es waren Menschen, die hier in Düsseldorf zu Hause waren. Die Spuren in Düsseldorf hinterließen. Die sich für die Stadtgesellschaft einsetzten. Die ihre Heimatstadt Düsseldorf liebten."
Organisiert wurde das Gedenken, wie in jedem Jahr, von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt. Der Leitsatz lautet seit Jahren gleichbleibend: „Jeder Mensch hat einen Namen."
Jom HaShoah ist in Israel ein nationaler Gedenktag, an dem öffentlich der sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden der Shoah gedacht wird. In Düsseldorf hat die Namensverlesung Tradition – seit einigen Jahren findet sie bewusst auf dem Marktplatz statt, im Freien, mitten in der Stadt, sichtbar für alle, die vorbeigehen.
Die Namensliste mit 2.633 Einträgen basiert auf den historischen Forschungen der Mahn- und Gedenkstätte. Die Zahl ist nicht abgeschlossen: Durch neue Forschungsergebnisse wächst sie weiter — Name für Name.




