Leider nützt sie gar nichts, stellt jetzt eine Untersuchung für den Mieterverein Düsseldorf fest. Der Mieterverein fordert von der Stadtspitze und der Politik, dass jetzt aktiv gegen Mietwucher und überzahlte Mieten vorgegangen wird. „Allerdings müssen Vermieter*innen, die gegen diese Regeln verstoßen, bis zu 30 Monate zu viel gezahlte Miete zurück erstatten. Wenn das verlangt wird …
„Manche Vermieter halte sich nicht an Recht und Gesetz“, sagt auch Geschäftsführer Claus Nasemann, „es geht oft nur noch um Gewinnmaximierung“. In Freiburg, so Nasemann, geht die Verwaltung präventiv gegen die Überschreitung der Mietpreisbremse vor, schreibt die Vermieter*innen an.“
Viele Mieter wehren sich nicht
Dazu kommt, so die Mietspezialisten, dass viele Mieter*innen sich gar nicht trauen, gegen die überhöhten Mieten zu protestieren – aus Angst vor Kündigungen etwa, macht Hans-Jochem Witzke, Chef des Düsseldorfer Mietervereins, klar.
Die Untersuchung wurde von „Mieten Monitor“ in Freiburg im Breisgau durchgeführt. Sie bezieht sich nur auf Onlineangebote – die machen allerdings wohl den größten Teil des Angebots an Wohnungen aus. Mietpreisbremse besagt, dass bei Neuvermietung die Kaltmiete nicht mehr als 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Vergleichsmieten erstellt der Mieterverein mit dem Lobbyverband Haus und Grund in Düsseldorf im Mietspiegel.
Mietpreisüberhöhung nach § 5 Wirtschaftsstrafgesetz ist, wenn die geforderte Kaltmiete die Vergleichsmiete um 20 % überschreitet, und kann als Ornungswirdrigkeit mit Geldbuße bis zu 50.000 Euro bestraft werden.
Mietwucher kann nach § 291 Strafgesetzbuch mit maximal drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.
Mieten in ausgewählten Stadtteilen
Laut Untersuchung verstießen beispielsweise in Bilk 61 der Mieten in den Angeboten gegen die Mietpreisbremse. Im dicht besiedelten Friedrichstadt 54 % und in Unterbilk 74 % der Angebote gegen die Auflagen der Mietpreisbremse.
Die Untersuchung zeigt auf, wie die Mieten in den Stadtteilen liegen. Dabei wird der „Median“ angegeben, heißt: 50 % der Angebotsmieten liegen über dem Wert, 50 % drunter, so die Untersuchung. Das verhindert, dass ein Mittelwert durch Ausreißer (zu hoch, zu niedrig) verzerrt wird. Untersucht wurden Angebote bis März 2026.
Beispiele für Angebotsmieten (jeweils Kaltmiete / m² )
In Niederkassel bei 16,79 €, in Oberkassel bei 17,75 €, in Bilk bei 14,41 €, in Flingern Nord bei 14,23 €, in Flingern Süd bei 12,96, in Friedrichstadt bei 13,89 €, in Carlstadt bei 18 €.
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