Exil-Iraner:innen ziehen am Sonntag durch die Innenstadt – die Nachricht vom Tod Ajatollah Ali Chameneis ist hier ganz klar - kein Anlass zur Trauer.

Freiheit für den Iran. Demonstration in Düsseldorf, Flaggenmeer am Schlossturm: Rund 5.000 Menschen geben ihrer Hoffnung Ausdruck.

Menschenmenge mit iranischen Fahnen am Burgplatz in Düsseldorf vor dem Schlossturm.
Iran-Demo am Burgplatz: Fahnen vor dem Schlossturm

Teilnehmende der Demonstration „Freiheit für den Iran“ am Düsseldorfer Burgplatz – im Hintergrund der Schlossturm. / Foto: Isabelle Siemes/NDOZ

Flaggenmeer, Sprechchöre, Hoffnung: Unter dem Motto „Freiheit für den Iran“ zogen am Sonntag rund 5.000 Menschen durch Düsseldorfs Innenstadt bis zum Burgplatz. Viele reagierten erleichtert auf die Nachricht vom Tod des iranischen Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei. Laut Polizei blieb die Demonstration friedlich – bis zum Sonnenuntergang wurde am Schlossturm getanzt.

Fahnen in Grün-Weiß-Rot, ein Meer aus Stimmen – und über dem Burgplatz ein Himmel, der nach Frühling und Aufbruch aussieht. Am Sonntagnachmittag wurde die Düsseldorfer Innenstadt erneut zum Treffpunkt für Exil-Iraner:innen und Unterstützer:innen: Unter dem Motto „Freiheit für den Iran“ zogen nach Polizeiangaben rund 5.000 Menschen durch die City.

Viele in der Menge reagierten sichtbar emotional auf die Nachricht, die seit dem frühen Morgen die internationale Politik bestimmt: Iranische Staatsmedien bestätigten den Tod des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei – angeblich nach Raketenangriffen der USA und Israels.

Stimmung, Symbole, Botschaften: „USA!“-Rufe und Reza-Pahlavi-Plakate

Auffällig waren an diesem Tag nicht nur die vielen iranischen Fahnen – teils auch die Variante mit Löwe-und-Sonne-Symbol –, sondern auch Plakate mit dem Porträt von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs. Genau diese Bildsprache taucht seit Wochen immer wieder bei Kundgebungen in Düsseldorf auf.

Begleitet wurde die Demonstration von offenen „USA!“-Rufen und vereinzelten Sektflaschen in der Menge – eine starke und hoffnungsvolle Reaktion auf die Nachrichten aus Teheran.

Auf Fotos aus Düsseldorf sind neben iranischen Fahnen auch israelische und US-Flaggen zu sehen – ein Hinweis darauf, wie eng viele Teilnehmende das erhoffte Ende der Islamischen Republik mit den aktuellen militärischen Entwicklungen und den beiden Hauptakteuren verknüpfen. Es ist bemerkenswert und wichtig für den Diskurs, dass Israel und die USA hier und heute für den Angriffskrieg nicht geächtet und kritisiert, sondern vielmehr als Befreier gefeiert werden.

Warum Düsseldorf immer wieder?

Düsseldorf ist seit Jahren ein wichtiger Ort für iranische Diaspora-Proteste in NRW. Allein im Januar gab es mehrere große Demonstrationen, darunter eine Kundgebung mit rund 18.000 Teilnehmenden, über die auch NDOZ berichtet hat.

Zum Artikel (25.1.2026):  „Weg weg weg, die Mullahs müssen weg!“

Auch die Stadtspitze hat das Thema zuletzt öffentlich aufgegriffen: Oberbürgermeister Stephan Keller lud Ende Januar zu einer Gedenkveranstaltung für Opfer des Iran-Regimes auf den Marktplatz ein – inklusive Schweigeminute vor dem Rathaus.

Kontext: Machtvakuum in Teheran – Proteste in vielen deutschen Städten

Der Tod Chameneis markiert eine Zäsur – und schafft zugleich Unsicherheit: Wie es innenpolitisch im Iran weitergeht, ist offen. Bestätigt ist bisher vor allem eines: Staatsmedien im Iran meldeten seinen Tod, während gleichzeitig Vergeltung angekündigt wurde.

In Deutschland blieb Düsseldorf dabei nicht allein. Bereits am Samstag gab es laut Deutschlandfunk Demonstrationen in mehreren Städten – unter anderem in Berlin, Frankfurt und Hamburg.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Anlass: Demo „Freiheit für den Iran“ in Düsseldorf
  • Teilnehmende: ca. 5.000 (Polizeiangaben)
  • Route: Friedrich-Ebert-Straße → Steinstraße → Königsallee → Burgplatz (Beobachtung vor Ort)
  • Verlauf: friedlich (Polizei)
  • Hintergrund: Chameneis Tod laut iranischen Staatsmedien bestätigt