Unter dem Motto „Freiheit für den Iran“ zogen Demonstrierende bis vor den Landtag – Reza Pahlavi für viele ein Symbol der Hoffnung

Iran-Demo in Düsseldorf: Rund 18.000 Menschen fordern Regimewechsel

Von Jo Achim Geschke |

Menschenmenge mit iranischen Fahnen bei der Demonstration „Freiheit für den Iran“ in Düsseldorf am 24. Januar 2026.
Iran-Demo in Düsseldorf: Rund 18.000 fordern Regimewechsel

Rund 18.000 Menschen demonstrierten am 24. Januar 2026 in Düsseldorf unter dem Motto „Freiheit für den Iran“ und zogen bis vor den Landtag NRW. / Foto: Jo Achim Geschke / NDOZ

Mit Sprechchören wie „Weg weg weg, die Mullahs müssen weg!“ und vielen Transparenten haben rund 18.000 Menschen für einen Regimewechsel im Iran demonstriert. Es war die größte Demo in Düsseldorf seit Jahren. Am Samstag gegen 14 Uhr vor allem Iraner:innen, die den Sohn des früheren Schahs Reza Pahlavi an der Spitze einer iranischen Regierung sehen wollen. Die Teilnehmer:innen, die meist seit Jahren in Deutschland leben und arbeiten und oft Verwandte im Iran haben, zogen unter dem Motto „Freiheit für den Iran“ bis vor den Landtag, wo auch NRW-Minister Nathanael Liminski (CDU) eine kurze Rede hielt.

Laut mehreren seriösen Quellen sollen rund 12.000 Menschen im Iran in den vergangenen Tagen von den sogenannten „Revolutionswächtern“ erschossen worden sein. Wegen der zeitweisen Abschaltung des Internets im Iran lassen sich die Zahlen nur schwer verifizieren. Allerdings tauchen jetzt immer mehr Kurzvideos auf, die die Brutalität der sogenannten „Revolutionswächter“ aufzeigen.

Die demonstrierenden Iraner:innen wollen den Sohn des früheren Schahs (der 1979 starb) an der Macht, der in den USA lebt. Er ist zwar durchaus umstritten, aber zurzeit gibt es keinen wirklichen Gesprächspartner in der iranischen Opposition. Pahlavi hat allerdings in Aufrufen und Reden versprochen, einen demokratischen und freiheitlichen Iran zu etablieren.

Im Iran herrschen vor allem die sogenannten „Revolutionswächter“, die fast alle Wirtschaftszweige dominieren. Der Beginn der Proteste im Iran wurde Ende Dezember 2025 durch die Wirtschaftskrise und eine galoppierende Inflation ausgelöst, vor allem die Händler des riesigen Basars in Teheran protestierten, dem sich Studierende anschlossen. Es gibt laut der Fernsehjournalistin Natalie Amiri einen Spruch im Iran: Wenn die Basarhändler streiken, dann ist das Regime gefährdet. Die erbosten Händler gingen in diesem Januar auf die Straße, weil die Inflation gigantische Höhen erreichte (über 45 % im vorigen Jahr) und viele ihre Lebensmittel nicht mehr bezahlen können. Die Währung befindet sich im freien Fall.

Wir empfehlen zu den Hintergründen im Iran und im Nahen Osten das gerade erschienene, sehr aktuelle Buch von Nahost-Expertin und Fernsehjournalistin Natalie Amiri „Der Nahost-Komplex“, Penguin Verlag.

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