10 Jahre Feuerwehrleitstelle

Die Feuerwehr hat jetzt eine App

Von Jo Achim Geschke |

Die Leitstelle 1968 - Foto Stadt

Jetzt wird in einer Pilotphase eine Notfall-App für Smartphones bei der Feuerwehr getestet. Zwei Wochen lang probieren 120 Düsseldorfer die Software für Smartphones aus, die demnächst in ganz Deutschland Menschen auf schnellem Wege vor Großbränden, giftigen Rauchwolken, Hochwassern oder Bombenentschärfungen warnen und damit irgendwann die Sirenentöne ersetzen soll. Sie wurde gestern beim Jubiläum der Leitstelle vorgestellt, die vor zehn Jahren in Betrieb ging.

Neun Millionen Euro hatte die Stadt in das Projekt im Hof der Wache Hüttenstraße investiert, das Ende Januar 2005 startete.  "Mehr als eine Million Einsätze wurden binnen der vergangenen zehn Jahre von den Mitarbeitern der Feuerwehrleitstelle bearbeitet. Tausenden Menschen in Düsseldorf konnte dadurch geholfen werden, vielen davon wurde sogar das Leben gerettet", erklärte Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies.

Rund 1000 Anrufe pro Tag

Die Einsatzstatistik der Feuerwehr weist in den letzten Jahren eine stete Steigerung auf. Mit dem Anstieg der Zahl der in Düsseldorf lebenden Einwohner und der wirtschaftlichen Expansion nahm die Zahl der Einsätze, die von der Leitstelle aus koordiniert werden, zu. 2014 hat die Gesamteinsatzzahl erstmals seit Bestehen der Feuerwehr die 130.000er-Marke überschritten. 134.409 Einsätze zählte der Einsatzleitrechner. Davon gingen mehr als 7.000 Einsatzmeldungen auf Konto des Sturms "Ela". Die Disponenten nahmen im vergangenen Jahr 341.102 Anrufe entgegen – rund 1000 Anrufe je Tag. Mehr als 200.000 Anrufe gingen über die Notrufnummer 112 ein. Zwischen 2005 und 2014 zählte die Wehr 435.045 Krankentransporte, und 612.507 Notfalleinsätze, davon 137.186 Notarzteinsätze.

 

Indes geht die technische Weiterentwicklung in der Leitstelle mit großen Schritten voran. Der Digitalfunk wurde integriert. Dazu mussten alle Einsatzleitplätze umgerüstet werden. Noch im Verlaufe dieses Jahres erhält der Leitrechner eine neue Software für die Einsatzabwicklung. Die Vorbereitungen dazu laufen auf vollen Touren.

Gegenwärtig arbeiten in der Leitstelle 55 Feuerwehrleute im Schichtdienst. Sogenannte Flächenlagen, wie zum Beispiel das Orkantief "Ela" vom Juni 2014, fordern von den Mitarbeitern der Feuerwehrleistelle tagelange Ausdauer. Während des Unwettereinsatzes waren für rund zehn Tage personelle Verstärkung für Leitstelle und Feuerwehreinsatzleitung notwendig, um die Gefahrenabwehr im Stadtgebiet zu organisieren und die Einsatzeinheiten zu koordinieren.

 

Seit kurzem hat die Leitstelle einen neuen Leiter. Guido Bürschgens übernimmt die Aufgabe, die bisher Franz Hitz innehatte. Hitz hatte jahrelang die Geschicke und die Entwicklung der Feuerwehrleitstelle mit geprägt. Der 47-jährige Guido Bürschgens trat 1993 in den Dienst der Berufsfeuerwehr. Bevor er das Amt des Leiters der Leitstelle übernommen hat, war er stellvertretender Sachgebietsleiter der Stabstelle für Personaleinsatz der Feuer- und Rettungswachen. Ulrich Koenen steht ihm in der Leitstellenführung als Stellvertreter zur Seite. Der heute 55-jährige kam 1981 zur Düsseldorfer Feuerwehr. Seit 1987 ist er in der Leitstelle tätig.

Ein  Leitstellenmitarbeiter hat  eine komplette Feuerwehrausbildung, Rettungsassistentenausbildung und mehrjährige Einsatzerfahrung auf einer Feuer- und Rettungswache bereits absolviert, um als Disponent arbeiten zu können. In einer eigenen Schulungsleitstelle werden sie im Umgang mit dem gesamten Leitstellen-Computersystem vertraut gemacht. Auch neue Softwarefunktionen für den Einsatzleitrechner vom Hersteller werden dort getestet und für die eigenen Bedürfnisse entsprechend angepasst. Darüber hinaus findet für die "alten Hasen" eine jährliche Fortbildung statt. Die Feuerwehrleitstelle Düsseldorf wurde in den letzten Jahren technisch so ausgestattet, dass inzwischen von jedem Einsatzleitplatz "digital" gefunkt werden kann.

Der Dienstplan für die Disponenten wird von den Führungsmitarbeitern erarbeitet. Von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends sind sechs Disponenten (von acht) im zweistündigen Wechsel an den Einsatzleitplätzen tätig, ab 19 bis 7 Uhr wechseln sich die Feuerwehrleute im Vier-Stunden-Rhythmus ab. Die Disponenten stehen aber auch zu jeder Tages- und Nachtzeit für Sonderlagen zur Verfügung.

OB besuchte die Leitstelle am 6. Februar /Foto Lammert, Stadt