Der Wald-Klima-Pfad verbindet eine schattige Sommerrunde mit Baumrätseln, Klanghölzern und Wissen über den Düsseldorfer Stadtwald.

Wie klingt der Wald? Unterwegs auf dem Wald-Klima-Pfad im Aaper Wald

Von Alexandra Scholz-Marcovich |

Alexandra Scholz-Marcovich probiert die Klanghölzer auf dem Wald-Klima-Pfad im Aaper Wald aus.
Wie klingt der Wald?

Wie klingt Robinie, Douglasie, Birke, Kiefer oder Eiche? Alexandra Scholz-Marcovich probiert die Klanghölzer auf dem Wald-Klima-Pfad im Aaper Wald aus. / Foto: Stefan Scholz, NDOZ

Raus aus der aufgeheizten Stadt, hinein in den Aaper Wald: Auf 3,8 Kilometern warten schattige Wege, Baumrätsel und Holzarten, die überraschend unterschiedlich klingen. Eine kostenlose Sommerrunde für Familien, Spaziergänger und alle, die Düsseldorf einmal leiser erleben möchten.

Besonders musikalisch fällt mein Versuch nicht aus. Trotzdem höre ich sofort: Robinie, Douglasie, Birke, Kiefer und Eiche klingen nicht gleich. Mal ist der Ton heller, mal dumpfer, manchmal überraschend hohl. Auf Papier lässt sich das nur unvollkommen wiedergeben. Man muss den Holzhammer wohl selbst in die Hand nehmen.

Die Klanghölzer gehören zu den interaktiven Stationen des Wald-Klima-Pfades im Aaper Wald. Bei seiner Eröffnung im Mai 2025 waren diese Spielelemente noch angekündigt. Bei unserem Spaziergang am Samstag, 25. Juli 2026, stehen sie am Wegesrand und laden zum Ausprobieren ein.

In den Wald, wenn die Stadt zu warm wird

Wir kommen regelmäßig hierher. Im Sommer ziehen uns vor allem der Schatten, die kühlere Luft und die Ruhe in den Aaper Wald. Diesmal beginnt die Runde allerdings weniger idyllisch als erwartet. Kurz hinter dem Parkplatz schlägt uns ein unangenehmer Geruch entgegen. Nicht der herbe Geruch eines Fuchses, den wir aus dem Wald kennen, sondern eine von der Sommerhitze verstärkte Mischung aus Hundekot und Plastik.

Die Abfalltonne ist mit Beuteln voller Hinterlassenschaften gut gefüllt; möglicherweise ist einer davon beschädigt. Besonders lange möchten wir der Ursache nicht nachgehen. Zum Glück bleibt der Geruch auf den Eingangsbereich beschränkt. Nach wenigen Minuten riecht der Wald wieder nach Wald, die Geräusche der Stadt werden leiser und unsere Schritte langsamer.

Im Herbst verändert sich der Grund, aus dem wir wiederkommen. Dann steigt zwischen feuchtem Laub, dunkler Erde und den ersten Pilzen dieser unverwechselbare Duft aus dem Unterholz auf. Im Winter kann der Aaper Wald, wenn Düsseldorf selten genug unter einer Schneedecke verschwindet, beinahe wie ein anderer Ort wirken. Bei einer früheren Winterrunde haben wir erlebt, wie aus den vertrauten Wegen für wenige Stunden eine kleine Düsseldorfer Schneelandschaft wurde.

Doch an diesem Julisamstag suchen wir keine große Verwandlung. Wir wollen nur ein wenig Abstand von der aufgeheizten Stadt. Dann entdecken wir die Stationen am Weg, und aus dem vertrauten Spaziergang wird unvermittelt ein kleines Spiel.

Raten, aufklappen und hinhören

Der Wald-Klima-Pfad führt über rund 3,8 Kilometer entlang der ausgeschilderten Route A2. Er beginnt an einer Schutzhütte neben dem Hauptparkplatz am Bauenhäuser Weg, Ecke Fahneburgstraße. Der Rundweg ist öffentlich und kostenlos zugänglich.

An 13 Stationen vermitteln 15 Informationstafeln Wissen über den Stadtwald, seine Artenvielfalt, den Waldboden und die Folgen zunehmender Trockenheit und Hitze. Das klingt zunächst ein wenig nach Unterricht. Vor Ort fühlt es sich jedoch weniger nach einer Lehrstunde als nach einer Einladung an, genauer hinzusehen.

Was zunächst wie ein Kinderspiel aussieht, ist keineswegs nur eines. Wie heißt dieser Baum? Die Abbildungen von Blüte, Blatt, Früchten und Knospen geben Hinweise, die Lösung verbirgt sich unter der Klappe. Als Französin fehlen mir bei manchen deutschen Baumnamen schon die sprachlichen Anhaltspunkte. Aber auch mein Mann Stefan, der diesen Wald seit Jahren kennt, liegt nicht immer richtig.

Also raten wir, diskutieren und schauen schließlich unter den Klappen nach. Einige Antworten überraschen uns, über andere müssen wir lachen. Und dann sind da noch die Klanghölzer: Wie unterschiedlich klingen Robinie, Douglasie, Birke, Kiefer und Eiche, wenn man sie mit dem kleinen Hammer anschlägt? Ganz nebenbei lernen wir mehr über die Bäume, an denen wir bei früheren Spaziergängen vermutlich vorbeigegangen sind, ohne sie genauer anzusehen.

Ein vertrauter Wald zeigt neue Seiten

Der Aaper Wald ist kein Geheimtipp. Familien sind hier ebenso unterwegs wie Spaziergänger, Läuferinnen, Läufer und Menschen mit ihren Hunden. Gerade darin liegt der Reiz des Wald-Klima-Pfades: Er erfindet den Wald nicht neu. Er sorgt nur dafür, dass man an Stellen stehen bleibt, an denen man sonst vielleicht vorbeigegangen wäre.

Wer danach noch genauer auf die Bäume in seiner Umgebung schauen möchte, findet auch in unserem Beitrag über die mächtigen und bedeutenden Bäume Nordrhein-Westfalens Düsseldorfer Entdeckungen, darunter die alte Kastanienallee am Rand der Galopprennbahn.

Am Wegesrand leuchtet eine beinahe mannshohe Pflanze rosa aus dem Grün. Eine Bildersuche deutet auf Drüsiges Springkraut hin. Sollte es sich tatsächlich darum handeln, wäre es eine aus dem Himalaya stammende und bei uns als invasiv geltende Art. Die genaue Bestimmung überlassen wir diesmal lieber den Pflanzenkundigen. Auch das gehört zu dieser Runde: genauer hinsehen und feststellen, dass der Wald mehr Fragen stellt, als sich bei einem Spaziergang beantworten lassen.

Die Informationstafeln greifen unterdessen weniger dekorative Veränderungen auf. Sie zeigen, wie Trockenheit, steigende Temperaturen und andere Folgen des Klimawandels den Stadtwald belasten. Der Rundweg erklärt jedoch nicht nur, was dem Wald fehlt. Er lenkt den Blick auch auf das, was unmittelbar vorhanden ist: verschiedene Baumarten, den Waldboden, Geräusche und kleine Unterschiede, die im Vorbeigehen leicht verschwinden.

Eine Runde für Familien und neugierige Erwachsene

Mit seinen interaktiven Elementen eignet sich der Weg besonders für Familien. Kinder, die bereits lesen können, können viele der Aufgaben selbst erkunden. Jüngere brauchen etwas Unterstützung, können aber genauso mitraten und die Klanghölzer ausprobieren.

Für eine entspannte Runde sollte man etwa 60 bis 90 Minuten einplanen. Wer an jeder Station stehen bleibt, mit Kindern unterwegs ist oder zwischendurch eine Pause macht, braucht entsprechend länger.

Auch viele Hunde sind im Aaper Wald unterwegs. Auf den Waldwegen außerhalb von Naturschutzgebieten dürfen sie frei laufen, wenn sie unter Kontrolle bleiben und zuverlässig gehorchen. Hunde, die nicht abrufbar sind oder ihrem Jagdtrieb folgen, müssen angeleint bleiben. Rücksicht ist besonders wichtig, denn nicht alle Menschen fühlen sich in der Nähe freilaufender Hunde wohl. Die genauen Regeln erläutert die Stadt Düsseldorf auf ihrer Informationsseite für Hundebesitzer.

Wie klingt der Wald?

Nicht jeder Ton lässt sich in Worte übersetzen. Das gilt für die Klanghölzer ebenso wie für das Rascheln am Wegesrand oder die plötzliche Stille unter dem Blätterdach.

Vielleicht liegt genau darin die Stärke dieser Runde. Der Wald-Klima-Pfad vermittelt nicht nur Wissen über Bäume, Böden und Klima. Er bringt uns auch dazu, für einen Moment langsamer zu werden, einen Holzhammer in die Hand zu nehmen und tatsächlich zuzuhören.

Welche Holzart am schönsten klingt, haben wir am Ende ebenso wenig entschieden wie die Frage, wer beim Baumrätsel besser abgeschnitten hat. Sicher ist nur: Wir haben viel gelacht, einiges gelernt und einen Wald, den wir längst zu kennen glaubten, aufmerksamer verlassen, als wir ihn betreten hatten.

Wer wissen möchte, wie der Wald klingt, muss deshalb selbst losgehen. Und ja: Auf dem Rückweg riecht er glücklicherweise auch wieder nach Wald.

Kurz & knapp: Wald-Klima-Pfad im Aaper Wald

Start: Schutzhütte neben dem Hauptparkplatz am Bauenhäuser Weg, Ecke Fahneburgstraße
Route: ausgeschilderter Rundweg A2
Länge: rund 3,8 Kilometer
Dauer: etwa 60 bis 90 Minuten, mit Kindern und längeren Stopps entsprechend mehr
Stationen: 13 Stationen mit 15 Informationstafeln und interaktiven Elementen
Kosten: öffentlich und kostenlos zugänglich
Geeignet für: Familien, Spaziergänger und neugierige Erwachsene
Parken: am Bauenhäuser Weg
Wichtig: Die Wege sind nicht beleuchtet. Nach Regen ist festes Schuhwerk sinnvoll.

Noch mehr Natur entdecken: Teichsafari an der Waldschule

Am Montag, 31. August 2026, lädt die Waldschule Familien mit Kindern von acht bis zwölf Jahren zu einer Teichsafari im Wildpark Grafenberg ein. Gemeinsam mit Umweltpädagogin Sandra Sevim gehen die Teilnehmenden mit Keschern und Becherlupen auf die Suche nach Kaulquappen, Wasserschnecken, Wasserläufern und anderen Teichbewohnern.

Die Gruppen beginnen um 9.30, 11.30 und 13.45 Uhr. Jede Einheit dauert 90 Minuten und ist auf 20 Personen begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Treffpunkt: Vor der neuen Waldschule im Wildpark, Rennbahnstraße 62, 40629 Düsseldorf
Kontakt:waldschule@duesseldorf.de, Telefon 0211 58393588
Weitere Informationen:Teichsafari der Waldschule Düsseldorf

Wichtig für Hundebesitzer: Hunde dürfen nicht in den Wildpark mitgenommen werden, auch nicht angeleint.

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