Verkehr | Der VCD Düsseldorf fordert Nachbesserungen bei der Planung für den Konrad-Adenauer-Platz, beim Wetterschutz am Hauptbahnhof und beim barrierefreien Ausbau wichtiger Haltestellen.
Konrad-Adenauer-Platz Düsseldorf: VCD kritisiert Planung am Hauptbahnhof
Freianlagenplan Konrad-Adenauer-Platz
So soll der Konrad-Adenauer-Platz künftig geordnet werden. Der VCD Düsseldorf fragt, ob die Planung auch im Alltag mit Regen, Wind, vollen Bahnsteigen und Ersatzverkehr funktioniert. / Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Amt für Verkehrsmanagement
Der Bahnhofsvorplatz soll schöner und barrierefrei werden. Der VCD fragt: Reicht die Planung für Regen, volle Bahnsteige und Ersatzverkehr?
Der Konrad-Adenauer-Platz vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof soll neu gestaltet werden. Die Stadt Düsseldorf spricht von einem attraktiveren Eingang zur Stadt, mehr Übersicht, barrierefreien Haltestellen und mehr Aufenthaltsqualität. Die Vorplanung ist abgeschlossen, im Juli soll der Rat darüber beraten. Die Kosten werden derzeit auf rund 86,52 Millionen Euro geschätzt. Mit den Arbeiten könnte nach aktuellem Stand nach Abschluss der weiteren Planung und Vergabe ab 2031 begonnen werden.
Doch genau an der Alltagstauglichkeit der Planung setzt jetzt die Kritik des Verkehrsclubs Deutschland an. Der VCD Düsseldorf hat zur Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses am 24. Juni 2026 eine Stellungnahme vorgelegt. Darin geht es nicht um die Frage, ob der Platz schöner werden soll. Sondern darum, ob er als einer der wichtigsten Verkehrsknoten Düsseldorfs wirklich fahrgastfreundlich geplant ist.
Freianlagenplan Konrad-Adenauer-Platz
Der Freianlagenplan zeigt die künftige Ordnung des Konrad-Adenauer-Platzes. Genau hier setzt die Kritik des VCD an: Wetterschutz, Wegeführung und Kapazitäten müssten aus Fahrgastsicht genauer geprüft werden. / Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf / Amt für Verkehrsmanagement
Der Testfall: Januar, Regen, volle Bahnsteige
Ein zentraler Punkt ist der Wetterschutz. Der VCD erkennt zwar an, dass durchgehende Dächer gegenüber den heutigen Unterständen grundsätzlich ein Fortschritt wären. Die veröffentlichten Visualisierungen zeigten aber eine idealisierte Situation: gutes Wetter, wenige Menschen, wenig Betrieb.
Der Alltag am Hauptbahnhof sieht oft anders aus. Morgens, im Berufsverkehr, bei Regen, Wind und Kälte, mit vielen wartenden Fahrgästen und zusätzlichem Schienenersatzverkehr, muss die Infrastruktur funktionieren. Aus Sicht des VCD reichen die dargestellten schmalen und hohen Dächer dafür nicht aus.
Der Verband schlägt unter anderem breitere Dächer, niedrigere Dachhöhen, heruntergezogene Dachschürzen, transparente Zwischendächer zwischen parallelen Bahnsteigen und zusätzliche Windschutzelemente vor. Auch ein besser geschützter Weg zwischen Hauptbahnhof und Haltestellen wäre aus Sicht des VCD sinnvoll.
Reichen die Bahnsteige für die Fahrgastströme?
Die Stadt plant am KAP Straßenbahn-Bahnsteige mit 80 Metern nutzbarer Länge. Dort sollen künftig zwei Straßenbahnen hintereinander halten können. Die Bussteige sollen 60 Meter lang werden, sodass zwei Busse gleichzeitig abgefertigt werden können.
Der VCD stellt trotzdem die Frage, ob Breite, Wegeführung und Kapazität ausreichen. Gerade am Hauptbahnhof kommen Fahrgäste nicht gleichmäßig an, sondern oft in Wellen, etwa nach S-Bahn-Ankünften. Dazu kommen Situationen mit Schienenersatzverkehr, Sperrungen oder Störungen.
Sitzgelegenheiten, Wartezonen, Wegeführung und Haltestellenkapazitäten müssten deshalb so geplant werden, dass sie den Betrieb nicht behindern. Der VCD vermisst an dieser Stelle eine nachvollziehbare Darstellung der künftigen Fahrgastströme und der Buskapazitäten.
Streitpunkt Kurzzeitparken
Kritisch sieht der VCD auch die geplanten Kurzzeitparkplätze vor dem Hauptbahnhof. Der Verband hält sie an dieser Stelle für überflüssig. Der Autoverkehr sei auf der Rückseite des Hauptbahnhofs besser aufgehoben, wo es bereits Parkmöglichkeiten gebe.
Der Raum vor dem Bahnhof werde aus Sicht des VCD stärker für den ÖPNV gebraucht, insbesondere für kurze Wege, barrierefreie Umstiege und Ersatzhaltestellen. Auch die geplante Tiefgarage beziehungsweise deren Zufahrt sieht der Verband kritisch, weil dadurch zusätzliche Engstellen entstehen könnten.
Barrierefreiheit: nicht erst nach 2030
Neben dem Konrad-Adenauer-Platz kritisiert der VCD auch den langsamen Ausbau barrierefreier Haltestellen im Düsseldorfer Stadtbahnnetz. Besonders wichtige Knotenpunkte im Hochflurnetz sollten aus Sicht des Verbands vorrangig angepasst werden. Genannt werden unter anderem Belsenplatz, Vennhauser Allee, Holthausen und Uni Ost.
Der VCD hält es für problematisch, wenn wichtige Stationen erst nach 2030 barrierefrei ausgebaut werden sollen. Gerade an Knotenpunkten betreffe das viele Fahrgäste: Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen, Gepäck oder eingeschränkter Mobilität.
Mehr als eine Gestaltungsfrage
Die Debatte um den Konrad-Adenauer-Platz ist damit mehr als eine Frage von Pflaster, Bäumen und neuen Visualisierungen. Der Platz ist einer der wichtigsten Umsteigepunkte Düsseldorfs. Wer hier plant, plant für Pendlerinnen, Reisende, Rheinbahn-Fahrgäste, Menschen mit Koffer, Kinderwagen oder Rollstuhl.
Genau daran will der VCD die Vorplanung messen lassen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, ob der neue Bahnhofsvorplatz schöner wird. Sondern ob er im Alltag funktioniert.
Denn eine Planung am Hauptbahnhof wirkt nicht für ein paar Monate. Sie prägt den Verkehr in Düsseldorf über Jahrzehnte.
Quellen: Landeshauptstadt Düsseldorf, Verkehrsclub Deutschland (VCD) Düsseldorf. Die Stellungnahme des VCD wurde zur Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses am 24. Juni 2026 veröffentlicht.