Hines und Vastint übernehmen das frühere Glashüttengelände in Gerresheim. Die Pläne sind konkret, ein Termin für den Baustart fehlt weiterhin.

Glasmacherviertel: Hines und Vastint planen 1.700 Wohnungen

Visualisierung des geplanten Glasmacherviertels in Düsseldorf-Gerresheim mit Wohngebäuden, Grünflächen und erhaltenen historischen Industriebauten
Glasmacherviertel Düsseldorf-Gerresheim – Visualisierung

So könnte das Glasmacherviertel in Düsseldorf-Gerresheim künftig aussehen. Geplant sind derzeit rund 1.600 bis 1.800 Wohnungen. Visualisierung: © Glasmacher S.à r.l.

Glasmacherviertel. 2015 sollten 2019 die ersten Bewohner einziehen. Elf Jahre später gibt es neue Eigentümer. Wird diesmal wirklich gebaut?

1.700 Wohnungen sollen auf dem ehemaligen Gelände der Gerresheimer Glashütte entstehen. Die Immobilienunternehmen Vastint und Hines haben das rund 193.000 Quadratmeter große Glasmacherviertel von der LEG Immobilien SE erworben und wollen die seit Jahren brachliegende Fläche zu einem überwiegend durch Wohnen geprägten Stadtquartier entwickeln.

Nach aktuellem Planungsstand sind zwischen 1.600 und 1.800 Wohnungen vorgesehen. Das Konzept umfasst rund 210.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, mindestens 80 Prozent davon sollen auf Wohnnutzung entfallen. Ergänzt werden soll das Quartier durch Nahversorgung, Gastronomie, soziale Infrastruktur und öffentliche Grünflächen. Drei historische Gebäude auf dem ehemaligen Industriegelände sollen nach Angaben der Unternehmen erhalten bleiben.

Neuer Eigentümer, neuer Anlauf

Das Projekt soll in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden. Einen konkreten Termin für den Baustart nennen Vastint und Hines bislang nicht. Auch die endgültige Gestaltung des Quartiers steht noch nicht fest, sie ist Teil des laufenden Planungs- und Genehmigungsverfahrens.

Hines und LEG hatten bereits Anfang März 2026 eine Kaufoption für das Areal vereinbart. Der Kaufpreis bleibt vertraulich; gezahlt werden soll in mehreren Teilbeträgen, die an den Fortschritt der Planung gekoppelt sind.

Die Käufer: Vastint gehört zur Schweizer Interogo Holding AG und hat historische Wurzeln im IKEA-Umfeld; seit 2016 werden Vastint und das IKEA-Geschäft als getrennte Unternehmensgruppen geführt. Hines ist ein 1957 in Houston gegründetes, privat gehaltenes Immobilienunternehmen und verwaltet nach eigenen Angaben Vermögenswerte von rund 90,9 Milliarden US-Dollar.

Der Eigentümerwechsel ist dennoch mehr als eine weitere Absichtserklärung. Vastint und Hines treten gemeinsam als neue Entwickler des Areals auf. Für Gerresheim ist das relevant, denn kaum eine größere Düsseldorfer Entwicklungsfläche ist über einen so langen Zeitraum geplant, verkauft und neu geplant worden wie das Glasmacherviertel.

2015 sollten 2019 die ersten Bewohner einziehen

Bereits 2015 berichtete NDOZ über damals rund 1.400 geplante Wohnungen auf dem Gelände. Vorgesehen waren außerdem rund 40.000 Quadratmeter Grünflächen, zwei Kitas und Einzelhandel. Nach dem damaligen Zeitplan sollten im Frühjahr 2018 die ersten Baugenehmigungen erteilt werden, Mitte 2019 sollten die ersten Mieter und Eigentümer einziehen.

Dazu kam es nicht. 2017 wollte der damalige Investor Patrizia das Gelände verkaufen. Auch die Frage nach bezahlbarem Wohnraum wurde schon damals diskutiert. In den folgenden Jahren wechselten Eigentümer und Planungen, ohne dass auf dem Areal Wohnungen entstanden.

Zuletzt beschäftigte sich auch die Stadt Düsseldorf mit einem möglichen Ankauf. 2025 wurde geprüft, das Glasmacherviertel selbst zu übernehmen und die Entwicklung des Geländes stärker in kommunale Hand zu bringen. Nun geht die Fläche stattdessen an Hines und Vastint.

Viel geplant, vieles noch offen

Mit bis zu 1.800 Wohnungen würde auf dem Gelände ein neuer Teil Gerresheims entstehen. Entsprechend wichtig sind nicht nur die Zahl der Wohnungen, sondern auch deren Preise, der Anteil geförderten oder preisgedämpften Wohnraums sowie die notwendige soziale und verkehrliche Infrastruktur.

Zu diesen Punkten enthält die aktuelle Mitteilung der Investoren noch keine konkreten Angaben. Auch ein Termin für den ersten Spatenstich oder die Fertigstellung wird nicht genannt.

Offen bleiben damit zentrale Fragen für Gerresheim: Wann beginnen die Bauarbeiten tatsächlich? Wie viele der rund 1.700 Wohnungen werden öffentlich gefördert oder preisgedämpft sein? Und welche zusätzliche Verkehrs- und soziale Infrastruktur wird für das neue Quartier benötigt?

Nach mehr als 20 Jahren Planung wird sich der Unterschied zu früheren Anläufen letztlich an einem einfachen Punkt messen lassen: wann aus den Plänen tatsächlich gebauter Wohnraum wird.

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