Die Innenstadt war auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet, auf der Straße ging es um Schulen und Zukunft
Gen-Z-Demo in Düsseldorf: verrammelte Kö, friedlicher Protest
Gen-Z-Demo Düsseldorf, „1 € in die Bildung“
Bildung war das beherrschende Thema: Rund 2.500 Menschen zogen am 31. Oktober durch die Düsseldorfer Innenstadt. / Foto: Jo Achim Geschke, NDOZ
Die Innenstadt war auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet, auf der Straße ging es um Schulen und Zukunft
Samstagnachmittag auf der Königsallee. Vor fast allen Schaufenstern stehen Spanplatten. Am Straßenrand warten ein Wasserwerfer und ein gepanzerter Sonderwagen mit Räumschild. Dann kommt der Zug. Die Menschen darin lachen, rufen Parolen, halten Pappschilder hoch. Auf einem steht „Unsere Zukunft ist gruseliger als jedes Halloween“, über den Köpfen schwankt eine Euromünze aus Karton mit der Aufschrift „1 € in die Bildung“.
2.500 statt 500
Rund 2.500 Menschen zogen nach Angaben der Polizei am 31. Oktober in der Spitze durch die Innenstadt. Angemeldet war die Demonstration für 500. Aufgerufen hatte die bundesweite Initiative „Gen Z regelt“.
Demonstrationszug „Gen Z regelt“ in Düsseldorf
Vom Hauptbahnhof bis zum Johannes-Rau-Platz: der Zug von „Gen Z regelt“ in der Innenstadt. / Foto: Jo Achim Geschke, NDOZ
Ab 15.45 Uhr sammelten sich die ersten Teilnehmenden am Konrad-Adenauer-Platz vor dem Hauptbahnhof. Um 16 Uhr begannen die Reden, eine halbe Stunde später setzte sich der Zug in Bewegung. Über die Kö ging es bis zum Johannes-Rau-Platz, wo die Versammlung gegen 18.10 Uhr endete.
Ein Wurf, ein paar Böller, keine Verletzten
Ganz ruhig blieb es nicht. Während des Aufzugs warf jemand Pyrotechnik auf einen Polizeibeamten. Nach dem Ende flogen Böller von der Rheinkniebrücke auf Menschen, die gerade die Kundgebung verließen. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand, zwei Tatverdächtige sind identifiziert. Die Polizei spricht in ihrer Bilanz von einem „grundsätzlich friedlichen Verlauf“.
Wasserwerfer der Polizei in Düsseldorf
Ein Wasserwerfer der Polizei stand während der Demonstration in Bereitschaft. / Foto: Jo Achim Geschke, NDOZ
Polizei-Sonderwagen mit Räumschild in Düsseldorf
Auch ein gepanzerter Sonderwagen mit Räumschild stand während der Demonstration bereit. / Foto: Jo Achim Geschke, NDOZ
In Köln lief es anders. Dort untersagte die Polizei die Fortsetzung des Aufzugs wegen Vermummung und Pyrotechnik. Nach dem Ende der Versammlung setzte sie Wasserwerfer gegen Angreifer ein.
Bildung auf vielen Schildern
Viele Botschaften drehten sich um Schule und Ausbildung: „Schulen statt Kasernen“, „Bildung statt Krieg“, „20 Jahre zu spät“. Andere richteten sich gegen Friedrich Merz. Daneben waren im Zug auch deutlich weiter links positionierte Botschaften und rote Fahnen zu sehen.
Halloween-Schild bei der Gen-Z-Demo
Die politischen Botschaften im Zug gingen über Bildungsfragen hinaus. / Foto: Jo Achim Geschke, NDOZ
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„Klasse gegen Klasse“: eine von unterschiedlichen politischen Botschaften im Demonstrationszug. / Foto: Jo Achim Geschke, NDOZ
Der Protest blieb nicht auf die Gen Z beschränkt. Auch Eltern, Großeltern und Lehrkräfte liefen mit und unterstützten die Forderungen der Jüngeren.
Unterstützung kam bereits vor der Demonstration von der Landesschüler*innenvertretung NRW. Sie hatte sich am 23. Oktober hinter zentrale Forderungen von „Gen Z regelt“ gestellt und auf schlecht ausgestattete Schulgebäude, überfüllte Klassen, Unterrichtsausfall und fehlende Lehrkräfte hingewiesen. Zugleich rief sie Schülerinnen und Schüler dazu auf, sich friedlich an den Protesten zu beteiligen.
Auch die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Lisa „Lizzy“ Schubert (Die Linke) hatte im Vorfeld zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen.
Teilnehmende verschiedener Generationen
Nicht nur die Gen Z: Auch Eltern, Großeltern und Lehrkräfte unterstützten den Protest. / Foto: Jo Achim Geschke, NDOZ
„Gen Z regelt“ ist erst wenige Wochen alt. Die Initiative nennt sechs Schwerpunkte: Bildung und Gesundheit, steigende Lebenshaltungskosten, eine gerechtere Verteilung der Lasten, die Ablehnung der Wehrpflicht, den Schutz von Grundrechten und Klimaschutz. Düsseldorf gehörte zum bundesweiten Aktionstag, wurde aber nicht vom zentralen Organisationsteam von „Gen Z regelt“ verantwortet. Nach eigenen Angaben beteiligten sich bundesweit rund 120.000 Menschen in 34 Städten an den Protesten.
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Demonstrationen gehören auch in Düsseldorf zum politischen Alltag. NDOZ berichtet über Proteste, ihre Themen und das Geschehen auf den Straßen der Stadt.