Eine Masterarbeit der HHU zeigt am Beispiel von Zucchini, was Pflanzenkohle im Gemüsebeet leisten kann – und wo ihre Wirkung Grenzen hat.

Zucchini, Pflanzenkohle und Düsseldorf-Hamm: Elena Peeters erhält Förderpreis

Biologin Elena Peeters mit dem Förderpreis für wissenschaftliche Studien 2026 der Düsseldorfer Jonges
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Biologin Elena Peeters mit dem Förderpreis für wissenschaftliche Studien 2026 der Düsseldorfer Jonges. / Foto: Düsseldorfer Jonges / Wolfgang Harste

Pflanzenkohle soll Wasser und Nährstoffe im Boden speichern. Ein Versuch der HHU in Düsseldorf-Hamm zeigt: Ganz so einfach ist die Sache nicht.

Was bringt Pflanzenkohle im Gemüsebeet? Sie soll Wasser und Nährstoffe speichern, den Boden verbessern und wird deshalb zunehmend im nachhaltigen Gartenbau eingesetzt. Die Biologin Elena Peeters hat genau das unter realen Bedingungen in Düsseldorf-Hamm untersucht. Für ihre Masterarbeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erhält sie nun den mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis für wissenschaftliche Studien der Düsseldorfer Jonges.

Was Pflanzenkohle im Boden machen soll

Pflanzenkohle entsteht aus pflanzlichem Material, das unter weitgehendem Sauerstoffabschluss verkohlt wird. Durch ihre poröse Struktur kann sie Wasser und Nährstoffe speichern. Das Umweltbundesamt sieht darin grundsätzlich Vorteile für den Garten und die Bodenqualität, weist aber auch darauf hin, dass die Qualität der verwendeten Pflanzenkohle entscheidend ist.

Peeters wollte wissen, wie sich aktivierte Pflanzenkohle konkret auf Zucchini auswirkt.Für den Versuch in Düsseldorf-Hamm wurden zwei alte Sorten angebaut: Tondo di Piacenza und Costata Romanesco. Die Pflanzen wuchsen in Düsseldorf-Hamm unter vier verschiedenen Bedingungen: ohne Zusatz, mit nicht aktivierter Pflanzenkohle, mit Pflanzenkohle, die zuvor mit Vinasse angereichert worden war, sowie ausschließlich mit Vinasse.

Das Ergebnis: Vinasse allein reichte 2024 aus

Die Erwartung war, dass die aktivierte Pflanzenkohle das Wachstum deutlich verbessert. Tatsächlich entwickelten sich sowohl die Pflanzen mit aktivierter Pflanzenkohle und Vinasse als auch jene, die nur Vinasse erhielten, deutlich besser als die beiden anderen Gruppen. Nur diese beiden Gruppen bildeten schließlich Früchte.

Der überraschende Teil: Einen zusätzlichen Vorteil der Pflanzenkohle gegenüber der alleinigen Vinasse-Behandlung konnten die Forschenden 2024 nicht feststellen.

Bei Tondo di Piacenza wurden 25 Früchte aus der Gruppe mit aktivierter Pflanzenkohle und Vinasse geerntet, gegenüber 41 Früchten mit Vinasse allein. Bei Costata Romanesco waren es 23 beziehungsweise 31 Früchte. Die HHU verweist allerdings auf den feuchten und eher kühlen Sommer. Pflanzenkohle könnte ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, insbesondere bei Trockenheit stärker ausspielen. Weitere Versuche sollen diese Frage klären.

Forschung trifft Start-up und urbanen Gartenbau

Interessant ist auch, wo die Forschung stattfindet. Die Beete stellte Hammer Ernte in Düsseldorf-Hamm zur Verfügung. Das Start-up keep it grün, das sich mit Pflanzenkohle und nachhaltigem Gartenbau beschäftigt, lieferte Pflanzenkohle und Vinasse. Die HHU beschreibt das Projekt ausdrücklich als Zusammenarbeit von Wissenschaft, Start-ups und Hobbygärtnern.

Damit wird aus einer Masterarbeit ein kleines Beispiel für Wissenstransfer: Eine Idee aus dem nachhaltigen Gartenbau wird nicht nur im Labor untersucht, sondern unter realen Bedingungen getestet. Und das Ergebnis fällt differenzierter aus als das einfache Versprechen, Pflanzenkohle verbessere automatisch jede Ernte.

Genau diese Verbindung zwischen Forschung und Düsseldorf würdigten die Düsseldorfer Jonges mit ihrem Förderpreis. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre für wissenschaftliche Arbeiten mit starkem Bezug zur Stadt vergeben und ist mit 3.000 Euro dotiert.

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