Die Otto Beisheim School of Management plant einen neuen Campus auf der Halbinsel Kesselstraße. Das Projekt soll Wirtschaft, Forschung und Unternehmertum stärker miteinander verbinden. Noch steht die Planung allerdings am Anfang.

WHU plant neuen Campus im Düsseldorfer Medienhafen

Visualisierung des geplanten WHU-Campus auf der Halbinsel Kesselstraße im Düsseldorfer Medienhafen.
Geplanter WHU-Campus im Düsseldorfer Medienhafen

So könnte der geplante WHU-Campus auf der Halbinsel Kesselstraße im Düsseldorfer Medienhafen aussehen. Die Darstellung ist eine Projektskizze. Visualisierung: Manuel Herz Architekten / Landeshauptstadt Düsseldorf

Die WHU will ihre Aktivitäten künftig auf einem neuen Campus im Düsseldorfer Medienhafen bündeln. Stadt und Stiftung WHU wollen exklusiv über ein Areal an der Kesselstraße verhandeln, der Bezug ist für 2034 vorgesehen.

Im Düsseldorfer Medienhafen könnte in den kommenden Jahren ein neuer Hochschulcampus entstehen. Die WHU – Otto Beisheim School of Management will ihre Aktivitäten künftig an einem neuen Standort auf der Halbinsel Kesselstraße bündeln. Die Stiftung WHU und die Landeshauptstadt Düsseldorf wollen dafür in exklusive Verhandlungen über ein Areal eintreten.

Der Zeitplan ist langfristig angelegt: Bis 2034, wenn die WHU ihr 50-jähriges Bestehen feiert, soll der neue Campus nach den derzeitigen Vorstellungen realisiert sein. Die bestehenden Standorte in Vallendar und Düsseldorf bleiben zunächst bestehen. Wie der Übergang im Einzelnen aussehen wird, soll sich erst im weiteren Planungsverlauf konkretisieren.  

Neuer Hochschulstandort auf der Kesselstraße

Der geplante Campus soll auf der Halbinsel entlang der Kesselstraße im Medienhafen entstehen. Noch handelt es sich nicht um ein abgeschlossenes Grundstücksgeschäft: Stadt und Stiftung WHU haben angekündigt, exklusive Verhandlungen über das Areal aufzunehmen.

Auch die jetzt vorgestellten Architekturzeichnungen sind als Projektskizze gekennzeichnet. Sie zeigen eine mögliche Entwicklung des Standortes, nicht den bereits beschlossenen endgültigen Bau.

Die Visualisierungen von Manuel Herz Architekten zeigen einen groß dimensionierten Gebäudekomplex unmittelbar am Hafenbecken. Im Inneren wird ein offener Campus mit großen Gemeinschaftsflächen, Lern- und Forschungsbereichen dargestellt. Themen wie „AI and Finance“, „Circular Economy“, „Robotics & Space“ oder „The Future of Leadership“ tauchen in der Projektskizze als mögliche Arbeitsfelder auf.

WHU will Aktivitäten in Düsseldorf bündeln

Die WHU unterhält bereits heute Standorte in Vallendar und Düsseldorf. Der Düsseldorfer Campus befindet sich in den Schwanenhöfen an der Erkrather Straße.

Weitere Informationen zur Hochschule: WHU – Otto Beisheim School of Management ↗

Mit dem neuen Campus soll Düsseldorf künftig eine deutlich größere Rolle innerhalb der Hochschule spielen. In ihrer Pressemitteilung spricht die WHU ausdrücklich davon, ihre Aktivitäten dort zu bündeln. Gleichzeitig betont sie, dass die bestehenden Campus in Vallendar und Düsseldorf „bis auf weiteres“ erhalten bleiben.

Damit ist auch klar: Von einem kurzfristigen vollständigen Umzug der Hochschule nach Düsseldorf kann derzeit noch keine Rede sein.

Die WHU beschreibt den geplanten Campus vielmehr als einen Ort, an dem Studierende, Unternehmen, Forschung und öffentliche Institutionen enger zusammenarbeiten sollen. Rektor Christian Andres spricht in diesem Zusammenhang von Hochschulen als „Knotenpunkten“, an denen unterschiedliche Akteure zusammenkommen.  

Thematisch soll dabei auch die Veränderung von Wirtschaft und Führung durch Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle spielen.

Düsseldorf setzt auf Wissenschaft und Unternehmertum

Für Düsseldorf wäre der Campus nicht nur ein Hochschulprojekt, sondern auch ein Baustein der Wirtschafts- und Standortentwicklung.

Oberbürgermeister Stephan Keller verbindet mit der Ansiedlung internationale Studierende, Talente, Unternehmen und zusätzliche Impulse für Unternehmertum. In seiner Bewertung geht er weit: Der Campus könne für Düsseldorf langfristig eine Bedeutung entwickeln, die mit großen Stadtentwicklungsprojekten wie dem Rheinufertunnel oder der Wehrhahnlinie vergleichbar sei.

Ob diese Dimension erreicht wird, lässt sich heute allerdings noch nicht beurteilen. Das Vorhaben befindet sich zunächst in einer frühen Planungs- und Verhandlungsphase.

Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst und NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes stellen in ihren Stellungnahmen vor allem die Verbindung zwischen Hochschulen, Unternehmensgründungen und wirtschaftlicher Entwicklung heraus.

Die WHU gehört nach eigenen Angaben zu den international ausgerichteten Wirtschaftshochschulen im Universitätsrang. Mehr als 60 Fakultätsmitglieder forschen und lehren unter anderem in Management, Volkswirtschaftslehre, Unternehmertum, Marketing und Supply-Chain-Management.  

Viele Details sind noch offen

Zu den entscheidenden wirtschaftlichen Eckdaten des Campusprojekts machen Stadt und WHU bislang allerdings keine Angaben.

In den vorliegenden Mitteilungen werden weder ein Investitionsvolumen noch die konkrete Grundstücksgröße oder das spätere Vertragsmodell genannt. Auch die endgültige Architektur und die genaue Aufteilung des Campus sind noch nicht beschlossen.

Fest steht bislang vor allem die Richtung: Die WHU will ihre Düsseldorfer Präsenz erheblich ausbauen, Stadt und Stiftung wollen über den Standort Kesselstraße verhandeln, und 2034 dient als Zielmarke für die Realisierung.

Für den Medienhafen wäre das ein weiterer Schritt weg vom klassischen Hafen- und Gewerbestandort hin zu einem Quartier, in dem sich Unternehmen, Dienstleistungen, Bildung und Forschung zunehmend mischen.