Düsseldorf präsentiert sich auf der Expo Real in München mit einer klaren Botschaft: Nach einer Phase der Zurückhaltung kommt wieder mehr Kapital in den Immobilienmarkt der Stadt. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller stellte am Dienstag, 6. Oktober, am Düsseldorfer Messestand aktuelle Investitionszahlen und eine Reihe von Immobilienprojekten vor.
Ein konkretes Ergebnis der Messe steht bereits fest: Das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz soll auf den EUREF-Campus am Düsseldorfer Flughafen ziehen. Der Mietvertrag mit der EUREF AG wurde am Montag, 5. Oktober, zum Auftakt der Expo Real unterzeichnet.
Mehr Bewegung auf dem Düsseldorfer Investmentmarkt
Nach Angaben der Landeshauptstadt erreichten die gewerblichen Investitionen in Düsseldorf im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Euro. Das entspreche einem Plus von etwa 31 Prozent.
Auch für das laufende Jahr meldet die Stadt eine positive Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2026 lag das Transaktionsvolumen demnach rund 34 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Unter den großen deutschen Immobilienstandorten sieht die Landeshauptstadt Düsseldorf damit auf Rang drei.
Keller stellte diese Entwicklung auf der Expo Real in den Zusammenhang mit einer langfristigen Sicherung von Gewerbe- und Industrieflächen. Gerade in einer wachsenden Stadt konkurrieren Wohnungen, Gewerbe, Industrie und Infrastruktur um verfügbare Flächen.
Die Stadt verweist außerdem auf mehr als 40.000 Unternehmen, rund 576.600 Erwerbstätige und mehr als 500 Start-ups am Standort Düsseldorf.
Vom Nordsternquartier bis zum Kennedydamm
Auf der Immobilienmesse stellte Düsseldorf mehrere größere Projekte vor, die bereits umgesetzt werden oder sich in Planung befinden. Dazu gehören unter anderem das Nordsternquartier, der Kennedydamm Tower, der Phoenix Tower, neue SEGRO Parks sowie die Halle 7 der Messe Düsseldorf.
Auch der Büromarkt verändert sich. Keller sprach auf der Expo Real von einer stärkeren Mischung unterschiedlicher Nutzungen. Büroflächen werden zunehmend gemeinsam mit Wohnen, Handel, Dienstleistungen oder Freizeitangeboten gedacht.
Parallel versucht die Stadt, Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und stärker zu digitalisieren.
Umweltamt zieht auf den EUREF-Campus
Der prominenteste konkrete Schritt der diesjährigen Expo Real betrifft allerdings die Stadtverwaltung selbst.
Das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz soll seinen bisherigen Standort in Bilk verlassen und auf den EUREF-Campus am Flughafen Düsseldorf ziehen. Der Campus bündelt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Projekte aus den Bereichen Energie, Mobilität, Klimaschutz und Umwelttechnologie.
Die Stadt begründet die Entscheidung vor allem mit dieser unmittelbaren Nähe zu Wirtschaft und Forschung.
„Mit dem Umzug des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz auf den EUREF-Campus bringen wir das Team der Verwaltung, das für uns den Weg in die Klimaneutralität plant, mitten hinein in ein Umfeld, in dem Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung gemeinsam an den Lösungen von morgen arbeiten“, erklärte Keller.
Hinzu kommt die Verkehrsanbindung. Der Campus liegt unmittelbar am Flughafen und nahe dem Fern- und Regionalbahnhof.
SPD/Volt fordert Gesamtstrategie für Verwaltungsstandorte
Politisch unumstritten ist die Entscheidung allerdings nicht.
Die SPD/Volt-Fraktion im Düsseldorfer Rat verbindet den neuen Standort des Umweltamts mit der weiterhin geführten Diskussion über die künftige Unterbringung der städtischen Verwaltung. Sie kritisiert, dass für einzelne Ämter bereits langfristige Standortentscheidungen getroffen werden, während aus ihrer Sicht eine übergreifende Strategie noch fehlt.
Im Mittelpunkt steht dabei auch die Zukunft des Technischen Verwaltungsgebäudes. Ursprüngliches Ziel der Planung war es, mehrere technische Ämter an einem gemeinsamen Standort zusammenzuführen und damit Arbeitswege sowie die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung zu vereinfachen.
SPD/Volt fordert nun, die verschiedenen Alternativen für die Verwaltungsstandorte systematisch miteinander zu vergleichen. Dazu sollen nach Ansicht der Fraktion sowohl vorhandene städtische Gebäude als auch mögliche Mietlösungen gehören.
Die Sprecherin der Fraktion im Bauausschuss, Elke Fobbe, formuliert den Einwand so: „Die Stadt bindet sich für einzelne Ämter langfristig, bevor die Alternativen für alle Standorte auf dem Tisch liegen.“
Die Kritik richtet sich damit weniger gegen den EUREF-Campus selbst als gegen die Frage, wie der einzelne Umzug in eine langfristige Standortplanung der gesamten Stadtverwaltung eingebettet wird.
Während Düsseldorf auf der Expo Real mit steigenden Investitionen und neuen Immobilienprojekten um Unternehmen und Kapital wirbt, bleibt diese zweite Frage zunächst kommunalpolitisch offen.



