Starker Abend für die Düsseldorfer Popszene in der Rheinterrasse

popNRW-Preis 2026: Boondawg gewinnt – drei von vier Auszeichnungen gehen an Düsseldorfer Acts

Boondawg steht beim popNRW-Preis 2026 in Düsseldorf mit einem Mikrofon auf der Bühne.
Boondawg gewinnt den popNRW-Preis 2026

Boondawg aus Düsseldorf-Garath gewann beim popNRW-Preis 2026 den mit 10.000 Euro dotierten ersten Platz in der Kategorie „Outstanding Artist“. Foto: Klaus von Jackelmann / NDOZ

Boondawg gewinnt den popNRW-Preis 2026 als „Outstanding Artist“. Auch Taroug und Thunder Bae landen auf Platz zwei – damit gehen drei der vier vergebenen Auszeichnungen an Düsseldorfer Acts. NDOZ-Fotograf Klaus von Jackelmann war bei der Preisverleihung in der Rheinterrasse dabei.

Düsseldorf war an diesem Abend nicht nur Gastgeber. Drei der vier vergebenen Podiumsplätze beim popNRW-Preis 2026 gingen an Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt.

Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis in der Kategorie „Outstanding Artist“ gewann Boondawg. Der Rapper ist in Düsseldorf-Garath aufgewachsen. Auf Platz zwei folgte mit Taroug ein weiterer Düsseldorfer: Hinter dem Projekt steht Musiker und Produzent Tarek Zarroug.

Auch in der Kategorie „Newcomer“ war Düsseldorf vertreten. Thunder Bae, Solokünstlerin, Produzentin und Songwriterin aus Düsseldorf, belegte den zweiten Platz. Den mit 2.500 Euro dotierten ersten Preis erhielt das Dortmunder Kollektiv Patina Records.

Ein Abend zwischen Preisverleihung und Live-Musik

Die mittlerweile 15. Ausgabe des popNRW-Preises fand am Mittwochabend im voll besetzten Rheingoldsaal der Rheinterrasse statt. Die Veranstaltung war Teil des New Fall Festivals und wurde in Verbindung mit MUSIC DÜSSELDORF ausgerichtet.

Durch den Abend führte Musikjournalistin und Moderatorin Tamara Güçlü. Künstlerinnen und Künstler trafen dort auf Vertreterinnen und Vertreter aus Musikbranche, Kultur und Politik. Die Preisverleihung wurde von der Landeshauptstadt Düsseldorf unterstützt.

Bei Urkunden und Laudationen blieb es nicht. Boondawg und Patina Records standen auch live auf der Bühne. Für einen weiteren musikalischen Moment sorgte Philine Sonny: Die Gewinnerin des popNRW-Preises 2023 in der Kategorie „Outstanding Artist“ trat unangekündigt auf.

Die Fotos von Klaus von Jackelmann für NDOZ zeigen entsprechend nicht nur die eigentlichen Preisübergaben, sondern auch Bühne, Publikum und Atmosphäre des Abends.

Boondawg aus Garath gewinnt bei den „Outstanding Artists“

Mit Boondawg erhielt ein Düsseldorfer Künstler den ersten Preis in der Kategorie „Outstanding Artist“. Aufgewachsen in Garath, verbindet er Rap mit einer eigenständigen musikalischen und visuellen Ästhetik.

Die Laudatio hielt Journalistin, Moderatorin und Podcasterin Anna Kravčíková. Taroug, der zweite Düsseldorfer in dieser Kategorie, steht für elektronische Sounds, experimentellen Pop und komplexe rhythmische Strukturen.

Bei den Newcomern gewann Patina Records. Das Dortmunder Kollektiv verbindet unterschiedliche Rap-Stile – vom Deutschrap der 2000er bis New Wave – und versteht sich zugleich als gemeinschaftliche Plattform innerhalb der Szene. Die Laudatio hielt Musikjournalistin und Creatorin Lilly Borowski.

Thunder Bae komplettierte aus Düsseldorfer Sicht das starke Ergebnis. Ihre Musik bewegt sich zwischen elektronischer Musik, Indie-Rock, Pop und Trap. 2026 erschien ihr Debütalbum „A WOMAN“.

Wenn aus Musik auch ein Beruf werden soll

Dass es beim popNRW-Preis nicht allein um künstlerische Anerkennung geht, machte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur deutlich. Sie überreichte den Preis in der Kategorie „Outstanding Artist“ und sprach über die Bedeutung der Musik- und Kreativwirtschaft.

„Aus Leidenschaft wird ein Beruf. Aus einer Crew ein kleines Unternehmen.“

Mona Neubaur, NRW-Wirtschaftsministerin

Damit berührt die Preisverleihung einen Punkt, der gerade für junge Musikerinnen und Musiker entscheidend ist: Sichtbarkeit allein reicht nicht. Künstlerische Arbeit muss irgendwann auch finanzierbar werden.

Deshalb endet die Unterstützung auch nicht mit dem Preisgeld. Die Nominierten und Zweitplatzierten erhalten zusätzliche Angebote. Taroug und Thunder Bae bekommen beispielsweise jeweils ein Bandcoaching im Rahmen des ProMusik-Programms „Artist Elevator“. Hinzu kommen weitere Sachleistungen.

Neue Förderung: Bis zu 80 Prozent der Künstlergagen

Eine der konkretesten Neuerungen des Abends richtet den Blick bereits auf 2027.

Mit „popNRW Live“ wurde bei der Preisverleihung ein neues Förderprogramm vorgestellt. Für Auftritte ab dem 1. Januar 2027 können Spielstätten und Veranstalter aus den Mitgliedsstädten des NRW KULTURsekretariats sowie Einrichtungen des LVR Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der Künstlergagen erhalten.

Die Antragstellung soll voraussichtlich im November 2026 beginnen. Vorgesehen ist das Programm zunächst für die Jahre 2027 und 2028.

Für die ausgezeichneten Musikerinnen und Musiker bedeutet das: Der Preis soll nicht nur einen Abend lang Aufmerksamkeit schaffen. Er soll auch dabei helfen, dass aus einer Nominierung tatsächlich weitere Auftritte entstehen.

Düsseldorf als Gastgeber – und als Teil der Szene

Der popNRW-Preis wird seit 2012 jährlich vom NRW KULTURsekretariat und dem Landesmusikrat NRW vergeben. Ausgezeichnet werden Musikerinnen, Musiker und Bands aus Nordrhein-Westfalen, die künstlerische Qualität und Professionalität mit Entwicklungspotenzial verbinden.

2026 fällt die Düsseldorfer Bilanz besonders deutlich aus: Boondawg gewinnt, Taroug und Thunder Bae werden Zweite.

Damit war Düsseldorf in der Rheinterrasse an diesem Abend weit mehr als der Veranstaltungsort. Drei der vier ersten und zweiten Plätze gingen damit an Düsseldorfer Acts.