Von den reinen Zahlen aus ist das Schauspielhaus mit den Sparten Junges Schauspiel und Stadt:Kollektiv (früher Bürgerbühne) mit seinen 879 Vorstellungen und einer Auslastung von insgesamt 83 Prozent das erfolgreichste im deutschsprachigen Raum, so Intendant Schulz und Chefdramaturg Koall. Aber Schulz Konzept ging ja weiter: Die Frage war ja, „werden wir gebraucht in der Stadt?“, führt Schulz bei der Pressekonferenz aus. Alle drei Sparten hätten zugenommen, etwa das Junge Schauspiel mit rund 60.000 Besuchern. Aber wichtig ist Schulz: Es sei „ziemlich gut gelungen“, stapelt er tief, das Haus als Einheit zu etablieren in der Stadt. Mit seinen „to go“ Aufführungen in Kirchen und anderen Orten der Stadt oder der Öffnung des Foyers, etwa für Diskussionen oder sogar Yoga dort, ist es auch dabei gelungen, Mensch in das Theater zu locken, die sonst vielleicht eher nicht gekommen wären. Birgit Lengers vom „Stadt:Kollektiv“ erwähnt dazu auch die Workshops und die beliebte Kleidertauschbörse.
Theater als Spiegel der Gesellschaft
Theater, so Schulz, muss „gebraucht werden“, und er weiß, dass mit dem Kartenverkauf an Jugendliche (etwa Studierende und Azubis) ein immer größerer Teil eines jungen Publikums gewonnen wurde, zur Zeit seien es etwa 34 Prozent. Ein Erfolg, denn, so Schulz, „Ich glaube, dass Theater die Gesellschaft wiederspiegeln muss.“ Die „Verankerung in der Stadt“ wird noch weiter zunehmen, meinen Schulz und der Leiter des „Jungen Schauspiels“, Stefan Fischer-Fels, wenn dieses für die neue Spielzeit zum Central an der Worringer Straße umgezogen sind (die Eröffnung ist für den September geplant). In der vorigen Spielzeit kamen 60.000 Besucher:innen
Übrigens hat der vom Bildungsbürgertum bemüht als „Klamauk“ bezeichnete „Sommernachtstraum“ als lockere Liebeskomödie im Freien vor dem Schauspielhaus eine Auslastung von 100 Prozent – es wurden bereits zwei zusätzliche Aufführungen organisiert. Gegenbeispiel ist der Flop „Man muss sich Mephisto als glücklichen Menschen vorstellen“, mit 63 Prozent, wurde auch von allen großen Zeitungen verrissen.
Junges Schauspiel und Stadt:Kollektiv
Das Stadt:Kollektiv / ex Bürgerbühne, bei der alle mitmachen können, ist immer noch äußerst beliebt: Die Auslastung, so Birgit Lengers, liegt bei 90 Prozent . Wenn neue Inszenierungen geplant sind, bewerben sich 200 bis 300 Menschen, die als Laienschaupieler:innen mitmachen wollen.
Das „Junge Schauspiel“ sei in der Münsterstraßen „ein riesiger Umzugskarton“, so Fischer-Fels. Leider hätten viele Lehrer wohl Angst, die Anmeldung von Schulen ist zurück gegangen. Es scheint, als ob viele der falschen Formulieurng von der „Neutralität“ der Schulen aufsitzen (Schulen haben den Auftrag, Kinder zu mündigen und kritischen Bürgern zu erziehen).
Neueröffnung am Central
Das Junge Schauspiel und das Stadt:Kollektiv ziehen im Sommer um ins Central. Am 19. September ab 17 Uhr wird die neue Bühne für Beide eröffnet. Das Junge Schauspiel zeigt »Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen« von James Krüss (Regie: Robert Gerloff) und das Stadt:Kollektiv startet mit »Das Floß der Medusa« nach Georg Kaiser (Regie: Fabiola Kuonen) in die Spielzeit.
Über die Premieren in der neuen Spielzeit für das Schauspielhaus informieren wir Sie in einem Artikel in den nächsten Tagen.
Zusätzliche Informationen unter www.dhaus.de