Was kann ein Gedicht bewirken? Vielleicht nicht die Welt verändern – aber sie sichtbar machen. Hüsnü Özdilek schreibt seit seiner Jugend Gedichte – auf Türkisch, auf Deutsch, aber immer mit Haltung. Seine Texte berühren, schmerzen und fordern auf, hinzusehen – besonders dann, wenn es um Gewalt an Kindern, politische Repression oder gesellschaftliches Wegschauen geht. Unsere Redaktion hat ihn getroffen. Ein Porträt über einen Düsseldorfer Dichter, der den Stimmlosen eine Stimme gibt.
„Tote Kinder weinen nicht“
„Tote Kinder lachen nicht, weil sie nicht im Westen geboren sind. Es gibt keine bunten Farben für sie. Die Welt ist für sie schwarz oder weiß… Das Leben ist für sie eiskalt oder höllenheiß… Im Osten geht die Sonne nicht auf, deshalb träumen tote Kinder nicht“
Tote Kinder weinen nicht – Hüsnü Özdilek
Fünf Bücher, zwei Sprachen, Hüsnü Özdilek schreibt seit seinem 16. Lebensjahr Gedichte. Inspiriert von einem Klassenkameraden begann er sich für das Dichten zu interessieren und entdeckte so nicht nur sein Talent, sondern entwickelte auch eine Leidenschaft dafür, seine Gedanken in Gedichtform wiederzugeben.
1992 veröffentlichte er sein erstes Buch auf Türkisch mit dem Titel „TÜRKİYE’DEN UZAKLARDA“, auf das er noch heute stolz ist. Dennoch erkennt er deutlich seine persönliche und künstlerische Entwicklung seitdem – sowohl als Dichter als auch als Mensch. Der Blick auf dieses erste Werk zeigt ihm deutlich, wie weit er gekommen ist.








