Der NDOZ-Wochenrückblick zum 16. Oktober: Was die Stadt bewegt hat – und was über diese Woche hinausweist.

Düsseldorf diese Woche: Was wichtig war, was bleibt

Von Alexandra Scholz-Marcovich |

Ehemaliges Glashüttengelände in Düsseldorf-Gerresheim mit Glasturm und historischen Industriegebäuden bei Sonnenuntergang.
Glasmacherviertel Düsseldorf-Gerresheim bei Sonnenuntergang

Das ehemalige Glashüttengelände in Gerresheim mit dem Glasturm: Auf dem Areal sollen künftig rund 1.700 Wohnungen entstehen. Foto: Klaus von Jackelmann / NDOZ

1.700 Wohnungen im Glasmacherviertel, Ferienstart am Airport, Rheinbahn-Baustellen und eine Wirtschaft ohne Aufschwung: Was davon bleibt?

Freitag in Düsseldorf. Die Herbstferien beginnen, am Flughafen wird es voll, die Rheinbahn baut an mehreren Stellen gleichzeitig – und in Gerresheim bekommt eines der ältesten Düsseldorfer Stadtentwicklungsprojekte einen neuen Anlauf.

Auch die Wirtschaft liefert wenig Anlass für Euphorie: Die aktuelle IHK-Umfrage spricht von Stabilisierung, aber noch nicht von Aufschwung.

Was war wichtig? Was bleibt? Und was lohnt sich am Wochenende?

Glasmacherviertel: Neue Eigentümer, alte Erwartungen

1.700 Wohnungen auf dem ehemaligen Gelände der Gerresheimer Glashütte: Mit dieser Zahl ist das Glasmacherviertel in dieser Woche wieder in die Schlagzeilen zurückgekehrt.

Vastint und Hines haben das rund 193.000 Quadratmeter große Areal übernommen. Nach aktuellem Planungsstand sollen dort zwischen 1.600 und 1.800 Wohnungen entstehen. Mindestens 80 Prozent der geplanten rund 210.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sind für Wohnen vorgesehen. Hinzukommen sollen Nahversorgung, Gastronomie, soziale Infrastruktur und öffentliche Grünflächen. Drei historische Gebäude sollen erhalten bleiben.

Für Gerresheim wäre das ein großes neues Quartier.

Neu ist allerdings nicht, dass hier Wohnungen geplant werden. NDOZ berichtete bereits 2015 über damals rund 1.400 vorgesehene Wohnungen. Nach dem damaligen Zeitplan sollten 2019 die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen. Dazu kam es nicht. Eigentümer und Planungen wechselten, gebaut wurde bislang nicht.

Auch diesmal sind wichtige Fragen offen: Einen konkreten Termin für den Baustart nennen die neuen Eigentümer noch nicht. Ebenso fehlen bislang Angaben dazu, wie viele Wohnungen gefördert oder preisgedämpft entstehen sollen.

Was bleibt: Der Eigentümerwechsel ist eine wichtige neue Etappe. Ob daraus tatsächlich ein neues Stück Gerresheim wird, entscheidet sich aber nicht an der Zahl von 1.700 Wohnungen, sondern daran, wann gebaut wird – und für wen.

Flughafen: Ferienandrang trifft auf Ausbau-Debatte

Am Düsseldorfer Flughafen beginnt mit den Herbstferien eine der stärksten Reisephasen des Jahres.

Von Freitag, 16. Oktober, bis Sonntag, 1. November, erwartet der Airport rund 1,3 Millionen Passagiere und etwa 8.300 Starts und Landungen. Allein am ersten Ferienwochenende sollen rund 252.000 Menschen über Düsseldorf reisen.

Besonders voll dürfte es am Sonntag werden. Mit knapp 87.000 Reisenden rechnet der Flughafen dann mit dem passagierstärksten Tag des Jahres.

Viele Reisende im Terminal des Düsseldorfer Flughafens.
Zum Start der Herbstferien erwartet der Düsseldorfer Airport rund 1,3 Millionen Reisende. Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese

Fast zeitgleich geht es um die grundsätzliche Frage, wie stark der Airport künftig wachsen darf.

Bürgerinitiativen gegen Fluglärm haben der Bezirksregierung Düsseldorf in dieser Woche nach eigenen Angaben rund 6.000 Einwendungen gegen die geplante Kapazitätserweiterung übergeben.

Damit treffen zwei Perspektiven unmittelbar aufeinander: Für viele Menschen ist der Düsseldorfer Flughafen ein wichtiger Teil der Infrastruktur und in diesen Tagen ganz konkret der Startpunkt in den Urlaub. Für Anwohnerinnen und Anwohner geht es um Fluglärm und zusätzliche Belastungen.

Was bleibt: Der Ferienverkehr ist Anfang November vorbei. Die Diskussion darüber, wie viel Wachstum am Düsseldorfer Flughafen möglich und verträglich ist, wird die Region deutlich länger beschäftigen.

Rheinbahn: Die Ferien beginnen mit Baustellen

Wer in den Ferien in Düsseldorf unterwegs ist, sollte vor der Fahrt noch einmal auf die aktuelle Verbindung schauen.

Nach einem Wasserrohrbruch auf der Rather Straße sind bereits die Linien 704 und 834 betroffen. Die Straßenbahngleise wurden unterspült; die Strecke soll nach Angaben der Rheinbahn voraussichtlich bis zum 22. Oktober gesperrt bleiben.

Hinzu kommen weitere Arbeiten. Die Linie 709 kann wegen der Sperrung der Josef-Kardinal-Frings-Brücke zeitweise nicht zwischen Düsseldorf und Neuss durchfahren. Von Düsseldorf kommend endet sie am Südfriedhof.

Ab Samstag, 17. Oktober, beginnen außerdem umfangreiche Gleisbauarbeiten in der Innenstadt. Betroffen sind unter anderem die Linien 701, 704, 705 und 707 sowie mehrere Buslinien. Die Arbeiten laufen teilweise bis zum 1. November.

Ein Mitarbeiter in orangefarbener Schutzkleidung führt Schweißarbeiten an Straßenbahngleisen in Düsseldorf aus.
Bei Gleisarbeiten in Düsseldorf werden Schienen verschweißt. In den Herbstferien stehen im Rheinbahn-Netz erneut umfangreiche Bauarbeiten an. Archivfoto: Klaus von Jackelmann / NDOZ

Ferienzeit bedeutet in diesem Jahr also auch Baustellenzeit.

Was bleibt: Wer in den kommenden zwei Wochen mit Bus oder Bahn unterwegs ist, sollte die Verbindung kurz vor Fahrtbeginn prüfen. Mehrere Maßnahmen überschneiden sich, einzelne Linien ändern ihren Weg je nach Bauphase.

IHK: Stabilisierung ist noch kein Aufschwung

Auch wirtschaftlich war diese Woche interessant.

Die aktuelle Herbstumfrage der IHK Düsseldorf und der IHK Mittlerer Niederrhein trägt eine ziemlich nüchterne Überschrift: „Stabilisierung ohne Aufschwung“.

Der Konjunkturklimaindex liegt bei 88,3 Punkten und damit weiterhin deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt. Die Erwartungen der Unternehmen haben sich zwar verbessert, bleiben aber pessimistisch.

Besonders auffällig sind die Kostenrisiken. 60,4 Prozent der Unternehmen nennen die Energiepreise als Geschäftsrisiko. Bei den Rohstoffpreisen sind es 39 Prozent. Beide Werte liegen deutlich über denen des Vorjahres.

Auch beim Arbeitsmarkt bleiben die Unternehmen vorsichtig. Die Pläne zum Stellenabbau überwiegen nach Angaben der IHK in den betrachteten Wirtschaftsbereichen die Pläne für zusätzliche Einstellungen.

Das zeigt: Eine leichte Stabilisierung ist noch keine Trendwende.

Auch international versucht Düsseldorf, wirtschaftliche Kontakte auszubauen. Oberbürgermeister Stephan Keller besuchte in dieser Woche mit einer Delegation Shanghai und Suzhou, darunter Unternehmen wie Henkel, GEA, Sinexcel und Huawei; nach Angaben der Stadt sind bereits mehr als 700 chinesische Unternehmen in Düsseldorf ansässig.

Einen weiteren Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bietet der neue Kapitalmarkt-Dialog von NDOZ und Bethmann HAL. Arndt Sauer ordnet darin ein, wie Ölpreise, Inflation und Zinsen derzeit auf Aktien, Anleihen und Gold wirken – und warum Künstliche Intelligenz gleichzeitig ein wichtiger Wachstumstreiber bleibt.

Was bleibt: Von einem Aufschwung kann in Düsseldorf und am Mittleren Niederrhein noch keine Rede sein. Entscheidend wird sein, wann aus vorsichtiger Stabilisierung wieder Investitionen und neue Arbeitsplätze entstehen.

Außerdem diese Woche in Düsseldorf

Nicht jede Geschichte braucht in diesem Rückblick ein eigenes Kapitel. Drei Themen lohnt es trotzdem weiterzulesen.

Schauspielhaus: Die nächsten Premieren

Im Düsseldorfer Schauspielhaus beginnt an diesem Freitag mit Anton Tschechows „Die Möwe“ eine neue Premierenfolge. Jo Achim Geschke hat für NDOZ auf das Programm bis zum Jahresende geschaut. Bereits am 22. Oktober folgt mit Elfriede Jelineks „Ein Übertritt“ eine Uraufführung.

Jo Achim Geschke über die kommenden Premieren →

PRÜF: Rund 2.500 Menschen ziehen durch Düsseldorf

Politisch gehörte das vergangene Wochenende der zehnten PRÜF-Demonstration. Rund 2.500 Menschen zogen vom Schauspielhaus durch die Innenstadt zum Ehrenhof.

Die Initiative fordert eine verfassungsrechtliche Prüfung von Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextrem eingestuft werden.

Mehr zur zehnten PRÜF-Demonstration bei NDOZ →

New Fall: 13.000 Menschen und neue Räume für Popkultur

Auch kulturell liegt ein großes Festivalwochenende hinter der Stadt. Rund 13.000 Menschen besuchten nach Angaben der Veranstalter das New Fall Festival. In fünf Tagen fanden 14 Konzerte statt.

Interessant war dabei nicht nur das Programm. Mit der Deutschen Oper am Rhein kam ein neuer Spielort hinzu; zugleich wurde die Verbindung zwischen Popkultur, etablierten Kulturhäusern und freier Szene sichtbarer.

Sängerin von BOY während eines Konzerts beim New Fall Festival 2026 in Düsseldorf.
BOY beim New Fall Festival 2026 in Düsseldorf. Das Duo trat gemeinsam mit dem Kaiser Quartett in der Deutschen Oper am Rhein auf. Foto: Klaus von Jackelmann / NDOZ

New Fall Festival 2026: Rückblick und Fotos →

Was am Wochenende kommt

Der Wochenrückblick soll nicht zum zweiten Veranstaltungskalender werden. Dafür gibt es bei NDOZ die laufend aktualisierten Übersichten. Ein Termin dürfte trotzdem viele Düsseldorfer interessieren.

Am Samstag empfängt Fortuna Düsseldorf um 14 Uhr den 1. FC Saarbrücken in der Merkur Spiel-Arena.

Praktisch fürs Wochenende: Wegen der zahlreichen Rheinbahn-Baustellen und des Ferienverkehrs lohnt sich vor der Fahrt ein Blick auf die aktuelle Verbindung. Auch auf den Straßen dürfte es voll werden: Der ADAC erwartet am Freitag zwischen 14 und 18 Uhr besonders starken Reiseverkehr. Wer zum Flughafen muss, sollte zusätzlich genügend Zeit für die Anreise einplanen.

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Kultur, Wirtschaft und Flohmärkte: laufend aktualisiert und direkt aus Düsseldorf.

Illustration zur NDOZ-Serie Tipps und Termine für Kultur in Düsseldorf Kultur Tipps & Termine Ausstellungen, Festivals, Konzerte und Bühne.
Rheinturm Düsseldorf als Motiv der NDOZ-Serie Wirtschaftstermine Wirtschaft Wirtschaftstermine Messen, Kongresse, Networking und Karriere.
Illustration mit Flohmarktfunden für den NDOZ-Flohmarkt-Kompass Düsseldorf Wochenende Flohmarkt-Kompass Trödel, Vintage, Mode und aktuelle Markttermine.

Was wir weiter beobachten

Beim Glasmacherviertel warten wir auf einen belastbaren Zeitplan und konkrete Aussagen zum bezahlbaren Wohnraum.

Beim Flughafen läuft das Verfahren um die beantragte Kapazitätserweiterung weiter.

Und bei der regionalen Wirtschaft wird sich zeigen, ob aus der von der IHK gemessenen Stabilisierung tatsächlich wieder Wachstum wird.

Das sind keine Geschichten, die am Freitag abgeschlossen sind. Deshalb schauen wir nächste Woche wieder hin.

Düsseldorf diese Woche. Was wichtig war, was bleibt. Jeden Freitag bei NDOZ.