Der NDOZ-Wochenrückblick zum 2. Oktober: Geschichten aus der Stadt, die bleiben, und der Blick auf das Wochenende.
Düsseldorf diese Woche: Was wichtig war, was bleibt
Backstreet Boys im Rathaus, Jamie Oliver in Düsseldorf und Panzerfäuste im Rhein. Eine ungewöhnliche Woche. Was davon bleibt?
Freitag in Düsseldorf. Hinter uns liegen Tage, in denen internationale Popstars im Rathaus standen, Jamie Oliver ausgezeichnet wurde, ein Oberbürgermeister im Restaurant Teller servierte und in Kaiserswerth drei Panzerfäuste aus dem Rhein geholt werden mussten.
Nicht alles davon braucht einen eigenen Artikel. Aber manches erzählt etwas über diese Stadt.
Darum schauen wir ab jetzt freitags zurück: Was war wichtig? Was bleibt? Und was lohnt sich am Wochenende?
Chefs in Town und Rolling Pin: Gastronomie im Mittelpunkt
Vom 25. bis 27. September ging Chefs in Town in Düsseldorf in die dritte Runde. Restaurants, Bars und andere Orte wurden für drei Tage zu Bühnen für Gastköche, Kooperationen und besondere Menüs.
NDOZ war am Samstagabend bei Die Kurve in Pempelfort. Wir kamen gegen 20 Uhr. Den ungewöhnlichsten Teil des Abends hatten wir damit knapp verpasst: Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hatte zuvor die Seiten gewechselt und im Restaurant mitserviert.
Keller war aber noch da. Ebenso Kerstin Rapp-Schwan und Gastronom Elad Peri. So entstand zumindest unser Bild des Abends.
Der gastronomische Schwerpunkt endete nicht am Sonntag. Wenige Tage später traf sich die Branche bei der Rolling Pin Convention in Düsseldorf. Jamie Oliver wurde dort als „Inspirational Chef of the Decade“ ausgezeichnet und besuchte anschließend das Düsseldorfer Rathaus.
Jamie Oliver bei der Rolling Pin Convention 2026 in Düsseldorf
Jamie Oliver, hier mit Rolling-Pin-CEO Jürgen Pichler, wurde auf der Rolling Pin Convention 2026 als „Inspirational Chef of the Decade“ ausgezeichnet. Foto: Rolling Pin
Zehn Konzerte, 450.000 Tickets: Backstreet Boys in Düsseldorf
Und dann waren da noch die Backstreet Boys.
Die fünf Bandmitglieder kamen am Dienstag ins Düsseldorfer Rathaus und trugen sich in das Goldene Buch ein. Der Anlass ist außergewöhnlich: zehn Konzerte in Düsseldorf und nach Angaben der Stadt mehr als 450.000 verkaufte Tickets. Die Düsseldorfer Termine sind demnach die einzigen Europakonzerte der aktuellen Tour.
Auch wirtschaftlich ist die Residency in der Stadt spürbar. Rund um die Konzerttermine seien laut Landeshauptstadt etwa 94 Prozent der verfügbaren Hotelkapazitäten gebucht.
Backstreet Boys im Düsseldorfer Rathaus
Die Backstreet Boys mit Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Düsseldorf. Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin
Interessant ist deshalb nicht nur der Popmoment im Jan-Wellem-Saal. Eine Residency dieser Größenordnung wirkt in die Stadt hinein: auf Hotels, Restaurants, Verkehr und Innenstadt.
Düsseldorf ist hier nicht einfach Konzertort. Für zehn Abende wird die Stadt selbst Teil der Veranstaltung.
Armut und Teilhabe: Jetzt entscheidet Düsseldorf mit
Weniger spektakulär, aber länger relevant ist der Zukunftspreis Düsseldorf 2026.
60 Bewerbungen sind eingegangen. Drei Projekte stehen im Finale: Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf e. V., Grenzenlos e. V. und Sport statt Straße von DJK Agon 08. Das diesjährige Thema lautet „Armutsfolgen mindern – Dabei sein ermöglichen“.
Seit dem 1. Oktober können Düsseldorferinnen und Düsseldorfer online abstimmen. Das Voting läuft bis zum 31. Oktober.
Das Thema reicht weiter als ein Preis. Es geht darum, wer Zugang zu Bildung, Freizeit, Sport und gesellschaftlichem Leben hat, auch in einer wirtschaftlich starken Stadt wie Düsseldorf.
Genau deshalb gehört es in die Kategorie: was bleibt.
Drei Panzerfäuste tauchen am Rhein wieder auf
Eine ganz andere Düsseldorfer Geschichte spielte sich am Donnerstag in Kaiserswerth ab.
Durch das Niedrigwasser waren am Schiffsanleger Kaiserswerther Markt drei Panzerfäuste aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar geworden. Am 1. Oktober wurden sie kontrolliert gesprengt. Rund 80 Anwohnerinnen und Anwohner mussten dafür ihre Häuser verlassen, etwa 100 Einsatzkräfte waren beteiligt. Auch der Schiffsverkehr wurde kurzzeitig gestoppt.
Um 14.35 Uhr war die Sprengung beendet. Kurz danach konnten die Sperrungen aufgehoben werden.
Und trotzdem gehört diese Nachricht in den Wochenrückblick. Mehr als acht Jahrzehnte nach Kriegsende genügte ein niedriger Rheinpegel, damit die Vergangenheit wieder sichtbar wurde.
Jugendkultur jenseits der großen Bühnen
Während die Backstreet Boys Hunderttausende Fans nach Düsseldorf ziehen, gibt es in derselben Stadt Bühnen für junge lokale Künstler.
Bei der nachtfrequenz26 wurde die Freizeiteinrichtung Icklack am Höherweg zum Festivalgelände für Jugendkultur. Rap, Graffiti, Breakdance, Workshops und Live-Musik gehörten zum Programm. Nach Angaben der Veranstalter kamen allein nach Icklack rund 500 Besucherinnen und Besucher.
Mit dabei war Black Shawn. NDOZ hatte den Düsseldorfer Rapper bereits 2025 anlässlich seiner Single „ICH“ vorgestellt. Inzwischen hat er mit „Danke“ einen neuen Song veröffentlicht, den er bei seinem Auftritt in Icklack auch live präsentierte.
NDOZ begleitet Black Shawn
Mit „Danke“ auf der Bühne der nachtfrequenz26
2025 stellte NDOZ Black Shawn und seine Single „ICH“ vor. Bei der nachtfrequenz26 präsentierte der Düsseldorfer Rapper nun auch seinen neuen Song „Danke“ live in Icklack.
Black Shawn bei NDOZ weiterlesen →Foto: Arthur Scholz, NDOZ
Gerade in einer Woche mit zehn Arena-Konzerten ist diese zweite Perspektive interessant. Düsseldorfer Musikkultur entsteht nicht nur dort, wo Zehntausende Tickets verkauft werden.
Nach 17 Jahren: Abschied im Filmmuseum
Eine Personalie dieser Woche dürfte länger wirken als viele Veranstaltungsmeldungen.
Bernd Desinger verabschiedet sich nach 17 Jahren als Leiter des Filmmuseums Düsseldorf in den Ruhestand. 2009 kam er vom Goethe-Institut Los Angeles nach Düsseldorf. Während seiner Amtszeit entstanden zahlreiche Sonderausstellungen und Projekte zu Filmgeschichte sowie zu den Verbindungen von Film, Technik und Gesellschaft.
Bernd Desinger im Filmmuseum Düsseldorf
Nach 17 Jahren an der Spitze des Filmmuseums verabschiedet sich Bernd Desinger in den Ruhestand. Foto: Ines Schweizer/Filmmuseum Düsseldorf
Siebzehn Jahre sind für eine Kulturinstitution eine lange Zeit. Deshalb ist das mehr als eine Personalnotiz. Für das Filmmuseum beginnt ein neuer Abschnitt.
Was am Wochenende kommt
Der Wochenrückblick soll nicht zum zweiten Veranstaltungskalender werden. Dafür gibt es bei NDOZ bereits die laufend aktualisierten Übersichten.
Zwei Termine stechen trotzdem heraus.
Im Jungen Schauspiel im Central findet am Samstag und Sonntag die fünfte Ausgabe von PLOPP! – Das Bilderbuchfestival statt. In diesem Jahr stehen Comics besonders im Mittelpunkt. Es gibt Lesungen, Workshops, Live-Zeichnen und am Sonntag zum Abschluss das große Zeichenbattle. Samstag läuft das Festival von 14 bis 19 Uhr, Sonntag von 12 bis 17 Uhr.
Am Sonntag endet außerdem die Rennsaison in Grafenberg mit dem 106. Großen Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf. Insgesamt neun Rennen stehen auf dem Programm. Das Hauptrennen ist ein Gruppe-III-Rennen und mit 55.000 Euro dotiert.
Mehr Termine bei NDOZ
Drei NDOZ-Serien für die nächsten Tage
Kultur, Wirtschaft und Flohmärkte: laufend aktualisiert und direkt aus Düsseldorf.
Was wir weiter beobachten
Am Montag beginnt in München die Expo Real. Düsseldorf reist mit 31 Standpartnern an und präsentiert sich auf rund 500 Quadratmetern. Am Dienstag stellt Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller dort aktuelle Immobilienprojekte der Stadt vor.
Das ist ein Thema für die kommende Woche. Ebenso bleibt die Abstimmung über den Zukunftspreis bis Ende Oktober offen.
Düsseldorf diese Woche. Was wichtig war, was bleibt. Jeden Freitag bei NDOZ.







