Dermanostic – Hautarzt-Diagnose per App

Hautarzt-Diagnose per App bei „Dermanostic“ – Startup aus dem Düsseldorfer Medienhafen

Von Jo Achim Geschke |

Dermanostic Website Screenshot

Die Corona-Zeit macht es deutlich: Es geht noch viel mehr online, aber Deutschland ist da noch Entwicklungsland (weil auch für viele Politiker Online und Netz „Neuland“ sind). Was alles geht, zeigen jetzt junge Ärzt_innen in einem bereits erfolgreichen Start-up von der Speditionsstraße im Medienhafen aus: Hautarzt-Diagnosen per App, „Dermanostic“ . Dahinter steht ein Team von spezialisierten Fachärzt_innen, die teils an der Düsseldorfer Uni-Klinik gearbeitet haben. Inzwischen haben rund 1000 Menschen als Patient_innen die Hautarzt-Diagnose per App und Foto genutzt, berichtet Dr. Alice Martin vom Team „Dermanostic“.

Die Hautärzt-innen hinter der Start-up haben alle noch gutbezahlte Jobs in Kliniken und Praxen. Für die Behandlung lädt der Patient/ die Patientin zunächst 3 Fotos seiner Hautveränderungen hoch und beantwortet einen Fragebogen. Die Daten dazu werden, so versichert das Team, verschlüsselt und auf deutschen Servern gesichert. Nach dem Abgeben der Fotos werden diese von den Spezialist_innen begutachtet. Innerhalb von 24 Stunden wird dann eine Diagnose und eine Therapieempfehlung als PDF und E-Mail an die Patient_innen verschickt. Wenn gewollt, verschicken die Ärzte auch Rezepte an die Patienten. Die können außerdem entscheiden, ob die Daten an ihren Hausarzt oder an einen Dermatologen versandt werden sollen.

Noch ist dieser Service der Fachärzte kostenlos, aber nur zur Einführung. Der Service kostet in etwa  14 Tagen sonst 25 € pro Behandlung. Private Krankenkassen übernehmen die Leistung in der Regel, mit den gesetzlichen Krankenkassen sind wir noch in Verhandlungen, so Dr. Martin.

Und geht das überhaupt, Fern-Diagnose per Foto? In der Telemedizin geht schon so einiges ab. Auch ein Laie kann sich vorstellen, dass Bilder von Szintigrafien des Herzens, Röntgenbilder, oder Aufnahmen von Katheder-Untersuchungen auch auf anderen Computern begutachtet werden können. Dermanostic verweist auf Studien, die belegen sollen, dass eine teledermatologische Behandlung mittels Foto und Fragebogen (sogenanntes Bild-Text-Verfahren) gleich gute Diagnoseergebnisse wie eine persönliche Arztkonsultation liefert.

Bei den bisher rund 1000 Patient_innen der Telediagnostic  haben laut eigenen Angaben  von Dermanostic rund 80% der Fälle keine weitere persönliche Vorstellung mehr beim niedergelassenen Hautarzt benötigt,  und sich so Wartezeiten auf den Termin sowie vor Ort erspart, meint Dr. Martin. Auch "intime" Fälle (wie Genitalerkrankungen), bei denen Patienten sonst ein Schamgefühl gegenüber dem Arzt vor Ort entwickeln, könnten durch den anonymen Service abgedeckt werden.

Inzwischen haben die Ärzte auch ein Lexikon über Hautkrankheiten auf die Website gestellt, die über Veränderungen und Krankheiten informiert. Ein sogenannter „Podcast“ ist ebenfalls in Arbeit.

Link zur Webseite: www.dermanostic.com/

(Autor Jo Achim Geschke)