RDM zu Mieten und Hauspreisen

Mieten steigen um etwa drei Prozent, so die RDM-Makler, Eigentum wird immens teurer

Von Jo Achim Geschke

Wohnungen Neubau Altbau

Neubau und Altbau in Friedrichstadt / Archivfoto © Jo Geschke

Die einen stecken ihr Geld in Wohnungsbau, auch in kleinere Projekte, die anderen können die Mieten kaum noch zahlen oder die Preise für Eigentumswohnungen kaum noch mit Krediten abdecken. Mieten und Kaufpreise steigen nicht nur in Düsseldorf, es geht auch im Umland bis hin zur Niederländischen Grenze nur in eine Richtung: nach oben, und das bis zu zweistelligen Prozentzahlen. Das ist die Erkenntnis aus den Analysen des Rings Deutscher Makler mit 120 beteiligten Firmen, die gestern RDM-Vorsitzender Jörg Schnorrenberger der Presse vorstellte.

Die traurige Lehre aus den Investitionen in „Betongold“: Auch wenn nach dem veränderten „Handlungskonzept Wohnen“ künftig bis zu 50 % der Neubau-Wohnungen gefördert und Preisgedämpft (9,60 Euro/ m²) sind, gehen die Mieten deshalb nicht runter. Denn, so erklärt RDM-Vorsitzender Schnorrenberg, die immens hohen Kosten von Neubauten müssen dann durch höhere freie Mieten kompensiert werden.

Seit Investoren in „Betongold“ investieren, geht die Spirale der Eigentums- und Einkommensschere gnadenlos weiter: Investoren stecken ich Geld inzwischen sogar in kleinere Projekte des Haus- und Wohnungsbaus, berichtet RDM-Vorsitzender Schnorrenberger. Etwa 60 % der Bauinvestoren seien Kapitalanleger.  

Nach Düsseldorf, so Schnorrenberger, ziehen sehr viele Fachleute aus dem IT-Sektor, auch aus dem Ausland.

„Die Nachfrage nach Wohnungen ist daher enorm, obwohl es kaum noch Angebote gibt. Bauträger errichten mehr Eigentumswohngen, die Käufer werden immer jünger, viele sind Anfang 30“, so Schnorrenberger.

Was das Bauen neben den immensen Grundstückspreisen auch noch teurer macht: Das Material ist knapp und hat sich in den letzten Monaten enorm verteuert. Holz etwa für den Bau verteuerte sich im vorigen Jahr zwischen 83 und 45 Prozent, so die Statistiker, ( Link : https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/07/PD21_N044_61.html )

Auffällig an den Informationen des RDM: Fast alle Neubauten haben einen Laden im Erdgeschoss oder „Mikrolager“ für die neue Art des Handels, die Fahrrad-Lieferanten und ähnliche Kleinstunternehmen.

Eine platzende „Blase“ befürchtet Schnorrenberger nicht: Die Banken seien sehr restriktiv bei der Vergabe der Kredite, der geforderte Eigenkapital-Anteil sei höher als in den Vorjahren.

Die Preise:

Die Prognose für 2022 ist nicht so toll: Die Mieten in Düsseldorf und dem Umland werden zwischen 1 und 5 Prozent ( je nach Lage) steigen,  beim Neubau-Erstbezug zwischen 4 und 10 Prozent.

Laut Preisspiegel des RDM wurden Eigentumswohnungen im teils zweistelligen Prozentbereich teurer.

In „mittlerer Lage“ kosten Eigentumswohnungen in Düsseldorf jetzt 3500 Euro / m² (plus 6 % ), in guter Lage bis sehr guter Lage 5400 bis 6900 Euro / m². Das kann sich bei normaler Finanzierung nur noch die oberste Einkommensstufe leisten. Die Preise im Umland ( Neuss, Ratingen, Mettmann) liegen bei 2700  bis 4500 Euro /m², den höchsten Anstieg hat Ratingen.

Wer ein eigenes Haus bauen möchte – bitte sehr: Die Grundstückspreise liegen zwischen 750 und 1700 Euro / m² in Düsseldorf, macht bei 700 Quadratmetern Grundstück 525.00 bis 1,19 Millionen € ..

„Ein Einfamilienhaus in Düsseldorf unter einer Millionen ist in Düsseldorf kaum zu bekommen“, sagt auch RDM Vorsitzender Schnorrenberger.

Gebrauchte Einfamilienhäuser mit Grundstück und Garage liegen in Düsseldorf bei 440.000 Euro in einfacher Lage bis zu 1,6 Millionen €, im Umland ist es etwas preiswerter, in Ratingen und Neus geht es aber auch schon auf die Million zu.

Wohnungsmieten

Mieten liegen in Düsseldorf  in einfachen Lagen bei 8,50 € / m², in guten bis sehrt guten Lagen geht das auf 12,80 bis 15 Euro hoch – Kaltmiete, 75 m², Neuverträge, so der RDM.

Im Umland wie Neuss und Ratingen liegen die Mieten bei 9 bis 13,50 Euro/m² kalt.

Kommentar:

Der Tipp von Schnorrenberger zeigt das Dilemma : Am besten als Student früh bei einer Genossenschaft anmelden, dann bekommt man vielleicht später ein Zuteilung für eine Eigentumswohnung.

Wer baut, will sein investiertes Geld innerhalb bestimmter Zeit zurückhaben und Gewinn machen, Rendite erwirtschaften. Wer nun die dringend benötigten Sozialwohnungen baut, also geförderte Einheiten  – die sind bei Neubauprojekten ja vorgeschrieben – der will mit den Mieten und Kaufpreisen für die frei finanzierten Wohnungen die Kosten für die geförderten Wohnungen hereinbekommen

So funktioniert nun mal Kapitalismus, oder vereinfacht: Der Markt regelt das so.

Da kann man an den Slogan der Klimaschützer:innen denken und umformulieren: „Systemwandel statt Mietenwandel“.

Allerdings: Der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern ist eh aus der Zeit gefallen, die Häusle zersiedeln die Landschaft, versiegeln den Boden und verhindern, dass dringend benötigte Wohnungen für die enorm wachsenden Städte keine Grundstücke mehr haben.

Das Problem ist nicht neu. 1965 hat das alle schon Alexander Mitscherlich in „Die Unwirtlichkeit unserer Städte“ beschrieben.

Und noch früher : Dem alten Kanzler Adenauer wird ein Satz zugeschrieben, der es auf den Punkt bringt: Ohne an das Eigentum von Grund und Boden zu gehen, können wir das Problem der Mieten nicht lösen.

Die Stadtplaner:innen stehen vor dem riesigen Problem, unsere Städte klimagerecht umzugestalten. Da dürfte es ein großes Problem werden, dass die Menschen begreifen, ohne Autoverkehr leben zu können. Und die Ideologie des Häuslebauens, dem in Werbung und Medien immer noch propagierten „Traum vom Eigenheim“ aufzugeben. Eigentum kann ja jeder auch anders bilden …

Der neue Preisspiegel des RDM steht kostenfrei auf www.rdm-duesseldorf.de  oder kann angefordert werden, Telefon (0211) 580 50 50, E-Mail: info@rdm-duesseldorf.de