Für Düsseldorfer Kunst muss man manchmal Düsseldorf verlassen. Zum Glück führt der Weg diesmal nur bis Solingen. In der Loosen Maschinn in Solingen-Widdert eröffnet am Donnerstag, 3. September, die Gemeinschaftsausstellung „AugenBlickMal“. Mit dabei sind Natalia.Web, Friederike Zech, Klaus von Jackelmann und Matias „Kobolder“ Piantanida – vier Kunstschaffende aus Düsseldorf. Matias war zunächst als Überraschungsposition angekündigt.
Ganz unbekannt sind uns die Namen nicht. Natalia.Web und Klaus von Jackelmann sind NDOZ bereits im Umfeld von Loft of Art begegnet. Klaus stand bei der Pink Edition im Mai selbst zwischen seinen gerahmten Düsseldorf-Perspektiven und seiner Schwarz-Weiß-Serie „Wash Salon“. Natalia blieb schon beim „kleinen WEEKEND – Die Unterschätzung“ mit einer ungewöhnlichen Disziplin in Erinnerung: Sie porträtiert Menschen, ohne beim Zeichnen auf das Papier zu schauen. Das klingt nach einem gewissen Risiko für beide Seiten. Bei Loft of Art funktionierte es erstaunlich gut.
Ein Porträt, ohne aufs Blatt zu sehen
Dieses Live-Format bringt Natalia am Sonntag, 6. September, mit nach Solingen. Zwischen 15 und 18 Uhr können Besucherinnen und Besucher für ihr Projekt „be my muse“ Modell sitzen. In rund zwei Minuten entsteht das Porträt mit einer durchgehenden Linie – der Blick der Zeichnerin bleibt dabei bei ihrem Gegenüber. Die fertigen Arbeiten können nach Absprache gegen eine Spende mitgenommen werden oder bis zum Ende der Ausstellung vor Ort bleiben.
Friederike Zech nähert sich dem Sehen auf eine ruhigere Weise. In ihren Arbeiten untersucht sie fragile Strukturen und Landschaftsräume. Papier, Kreiden, Lasuren auf Holz und Oxidationen auf Metall treffen dabei auf ein wiederkehrendes Motiv: den Horizont. Natur erscheint nicht als starre Kulisse, sondern als etwas, das sich verändert, verdichtet und auch verletzlich bleibt.
Bei Loft of Art stand Klaus von Jackelmann zwischen seinen Düsseldorf-Fotografien und einem kleinen Ventilator, der an diesem heißen Sonntag fast so wichtig war wie die Kunst. In Solingen übernimmt wieder die Street Photography den Platz an der Wand. Klaus richtet die Kamera auf Bewegungen, flüchtige Blicke und kleine Alltagsszenen, die leicht übersehen werden. Hinter einem scheinbar zufälligen Augenblick steckt bei ihm meist eine Geschichte.
UPDATE VOM 28. AUGUST 2026: DIE ÜBERRASCHUNG IST GELÜFTET
Hinter der zunächst geheim gehaltenen vierten Position steht Matias „Kobolder“ Piantanida. Der argentinisch-italienische Illustrator lebt in Düsseldorf und beginnt viele seiner Zeichnungen blind vor einem leeren Blatt. Seinen kreativen Prozess beschreibt er als das Öffnen einer „kleinen Tür in der Stirn“, aus der schwarz-weiße Figuren mit großen Augen aufs Papier drängen. Eine feste Bedeutung gibt er ihnen nicht: Erst die Betrachtenden vollenden die Zeichnungen mit ihren eigenen Gedanken und Geschichten.




