Das Theaterzelt am Burgplatz ist ab Mitte September kaum zu übersehen. Schwieriger ist nur die Auswahl. Drei Wochen Programm, dazu Kirchen, Hofgarten und Gerresheim als Spielorte. Niemand muss alles sehen. Aber man sollte wissen, warum sich ein Abend lohnen könnte.
Vom 16. September bis 4. Oktober 2026 bringt das Düsseldorf Festival! Tanz, Neuen Zirkus, Jazz, Musiktheater und Performances an zahlreiche Orte der Stadt. NDOZ konzentriert sich auf vier sehr unterschiedliche Empfehlungen.
Vier NDOZ-Tipps aus dem Programm
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„Pixel“: Wer trägt den Abend, Bild oder Körper?
Die Produktion verbindet Urban Dance mit einer interaktiven Video-Installation. Sie stammt aus dem Jahr 2014. Zwölf Jahre später genügt eine Projektion allein kaum noch, um ein Publikum zu überraschen. Interessant wird deshalb, ob bei „Pixel“ die Bilder den Abend tragen oder doch die Körper auf der Bühne.
Foto: Laurent Philippe
Circa bringt „Eternity“ in die Kirche
Die australische Kompanie verbindet Akrobatik mit Musik von Arvo Pärt. Eine Kirche ist dabei kein neutraler Spielort. Ihre Akustik, ihre Höhe und die Blickrichtung nach oben verändern bereits, wie Musik und Körper wahrgenommen werden.
Foto: David Kelly
Nubya Garcia kommt mit „Odyssey“
Die Londoner Saxofonistin und Komponistin verbindet modernen Jazz mit karibischen Einflüssen, orchestralen Klangfarben und clubnahen Rhythmen. Vor drei Jahren war sie bereits beim Düsseldorf Festival zu Gast.
Foto: Mariana Pires
Mit Guru Dudu tanzend durch die Stadt
Von außen dürfte das etwas seltsam aussehen: Eine Gruppe zieht mit roten Kopfhörern durch Düsseldorf und tanzt zu einer Musik, die sonst niemand hört. Wer die Kopfhörer trägt, erlebt etwas anderes. NDOZ war 2022 bei einer dieser Silent Disco Walking Tours dabei.
Foto: Alexandra Scholz-Marcovich / NDOZ
Tanz zwischen Körper und Projektion
Den Auftakt übernimmt Mourad Merzouki mit seiner Cie. Käfig. In „Pixel“ bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer durch eine digitale Landschaft, die auf ihre Körper zu reagieren scheint. Punkte werden zu Wellen, Linien kippen, der Bühnenraum verändert sich.
Die Produktion verbindet Urban Dance und zeitgenössische Choreografie mit einer interaktiven Video-Installation von Adrien Mondot und Claire Bardainne. Die Technik ist zwölf Jahre später nicht mehr neu. Interessant bleibt, ob Projektion und Bewegung noch immer so genau zusammenspielen, dass daraus mehr als ein visueller Effekt entsteht.
NDOZ wird bei der Festivaleröffnung am 16. September im Theaterzelt vor Ort sein und anschließend über den Abend berichten. Weitere Positionen des zeitgenössischen Tanzes folgen mit Hofesh Shechter und Sharon Eyal. Shechter II zeigt „In The Brain“ am 22. und 23. September. „Delay The Sadness“ von Sharon Eyal Dance steht vom 28. bis 30. September auf dem Programm.
Neuer Zirkus in der Kirche
Circa verlässt für „Eternity“ das Theaterzelt. Die australische Kompanie spielt vom 30. September bis 3. Oktober in der Kirche St. Antonius in Oberkassel. Die Produktion wurde für einen sakralen Raum entwickelt und verbindet Akrobatik mit Musik von Arvo Pärt.
NDOZ erlebte Circa bereits 2025 mit „Wolf“ beim Festivalauftakt. Damals bestimmten Geschwindigkeit, Kraft und die Dynamik der Gruppe den Abend. „Eternity“ setzt nach der Ankündigung der Kompanie einen ruhigeren Schwerpunkt und beschäftigt sich mit Liebe, Tod, Verlust und Hoffnung. Entscheidend dürfte dabei der Kirchenraum sein. Er ist nicht nur Spielort, sondern Teil der Inszenierung.
Auch Below Zero und Gravity & Other Myths zeigen, wie unterschiedlich Neuer Zirkus aussehen kann. Below Zero verbindet in „In Praise of Shadows“ Akrobatik, Choreografie und Live-Musik. „Ten Thousand Hours“ von Gravity & Other Myths richtet den Blick auf die jahrelange Übung hinter Bewegungen, die auf der Bühne leicht erscheinen.
Düsseldorf gehört zum Programm
Guru Dudu braucht keine feste Bühne. Mit Kopfhörern zieht das Publikum durch die Innenstadt, hört Musik und folgt seinen Anweisungen. Passantinnen und Passanten sehen währenddessen eine Gruppe, die scheinbar lautlos tanzt.
NDOZ war 2022 bei einer dieser Silent Disco Walking Tours dabei. Unser Foto zeigt Guru Dudu von hinten, vor ihm die Gruppe mit roten Kopfhörern. Das Prinzip ist einfach und funktioniert gerade deshalb: Für kurze Zeit wird eine Straße zur Tanzfläche.
Guru Dudu ist vom 16. bis 19. September mit den Walking Tours sowie am 20. September mit zwei weiteren Formaten angekündigt. Zusätzliche Touren stehen vom 23. bis 26. September im Programm; deren Leitung ist derzeit noch nicht namentlich ausgewiesen.
Einen anderen Zugang zur Stadt wählt das Theaterkollektiv Pièrre.Vers. „Tage aus Glas“ führt vom 28. September bis 1. Oktober ins Glasmacherviertel Gerresheim. Die Geschichte der früheren Glashütte bildet den Ausgangspunkt für Fragen nach Arbeit, Eigentum und der Veränderung eines Stadtteils.
Jazz im Theaterzelt
Die britische Saxofonistin Nubya Garcia kommt am 20. September mit „Odyssey“ ins Theaterzelt. Sie verbindet modernen Jazz mit karibischen Einflüssen, orchestralen Klangfarben und clubnahen Rhythmen. Vor drei Jahren war sie bereits beim Düsseldorf Festival zu Gast.
Am 27. September folgt die marokkanische Sängerin Oum. Das Festivalfinale gestaltet Mehdi Nassouli am 4. Oktober gemeinsam mit dem Marmoucha Orchestra.
Man muss also nicht drei Wochen lang jeden Abend am Burgplatz stehen. Die vier NDOZ-Tipps sind Ausgangspunkte. Wer danach noch freie Abende im Kalender findet, gelangt am Ende des Artikels zum vollständigen Festivalprogramm.
Das Düsseldorf Festival! findet vom 16. September bis 4. Oktober 2026 statt. Zentrum ist das Theaterzelt am Burgplatz. Weitere Produktionen führen an zahlreiche Spielorte in Düsseldorf.






